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Der Orden Bne Briss · 1928-03-01 · März (3.1928) · p. Seite 10

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
Beilage 1928 (1928)
Issue
März (3.1928)
Date
1928-03-01
Page
Seite 10 (sequence 2)
Language
German
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Sitzungsjtagen über etwaige Mißstände im Orden und ihrer Loge offen auszusprechen. Einige Logen.sind in der glücklichen L^ge, den Sitzungen eine besondere Weihe dadurch zu verleihen, daß der Abend mit einem Harmoniurrtvorsplel beginnt, während dessen die Brüder den Sitzungssaal, in welchem die Beamten bereits die ihnen zustehenden Plätze eingenommen haben, betreten. Das Harmoniumvorspiel schließt — ähnlich wie das Zeichengeben — den Alltag von der Arbeit der Loge gewissermaßen wje durch einen künstlerisch ausgestatteten Vorhang ab. Manche Logen befürworten, nach den Logensitzungen sogenannte Nach sitzungeh, gesellige Brüderabende abzuhalten, nicht nur, um die Geselligkeit zu pflegen, sondern ujn durch das. Fortfällen strenger Formen den sich am Tisch näher kommenden Brüdern Gelegenheit zu geben, sich auszusprechen oder au^h Referate in weniger feierlicher, in einer sjie weniger beengenden Form zu halten. Auch die allgemeinen jährlichen Trauerlogen üben auf fernstehende Brüder hier und da einen Anreiz!*) Vor allem aber: Die Tätigkeit der g e i.s tj i g: e n- Ausschüsse, welche nicht nur Vorträge auf Wissensgebieten, sondern Referatie und Besprechungen von Ordensangelegenheiten u. dgl. Debatten vertiefend vorzubjereilen haben, kann gar nicht überschätzt werden. Der S. A. gewährt gejrn seine Unterstützung. II. Die persönliche Fühlungnahme der Logenleitung, insbesondere der Priäs i d e h t e n oder deren Vertreter mit den ejn^ zelnen Brüdern ist nicht weniger notwendig und erfolgreich wie die Ausgestaltung der Sitzungen, eine Fühlungnahme, die nicht mir in persönlicher mündlicher oder schriftlicher Bekundung der Anteilnahme an freudigen und traurigen Familienbegebenheiten sich äußert, sondern durch wahrhaft brüderlich-freundschaftliches Nahetreten. Bekannt und der Nacheiferung wert sind die von mir oft erwähnten Ei folge, welche der zu früh verstorbene Expräsident Metzenberg auf diesem Gebiete errei:ht hat, indem er an der Loge entfremdete Brüter individuell gehaltene Schreiben richtete^ du ch welche er sie wieder für die Logenarbeit in eressierte. Viele unserer jetzigen Präsidenten las; ,en *} Trauerlogen, bei welchen der neuerdings in manchen Logen bereits eingeführte Oedenksctirein mit dem |Gedenktjuch einen »familiären und doch feierliche^ Mittelpunkt* bildet. ’ sich gleichfalls die Mühe nicht verdrießen, an jeden sich anscheinend zurückziehender Bruder wiederhol} durchaus individuell und je nach der Antwort ^bgefaßte Briefe zu richten und sie schließlich um Rücksprache zu bitten'izwecks Aufklärung über die Giünde, welche jene Brüder an der Erfüllung ihrer in ernster Stunde übernommenen Logenpflichten hindern. Die strenge, an Hand der Präsenzliste gewissenhafte Durch- Führung dieser Fühlungnahme seitens des Präsidenten selbst erscheint immer als ein sehr durchgreifendes Mittel. Es werden von einzelnen Logen aber auch z. T. wegen Behinderung des überlasteten Präsidenten ähnliche Ersatzmittel vorgesphlagen und wegen ihres Erfolges befürwortet, so B. die entsprechenden individuell gehaltenen i Briefe durch den. ganzen Beamtenratj unterschreiben zu lassen oder durch einen Beamten,' z. B. Marschall oder Sekretär. Es finden sich auch Logen, welche formularmäßig in gewissen Zwischenräumen die Brüder bei Ausbleiben/ in den Sitzungen nach den Gründen für dieses Fernbleiben anfrägen und zlwar in bestimmten Zwischenräumen. In manchen Logen übernimmt das Propagandakomitee (siehe unten No. V) diese Arbeit. Die persönliche Fühlungnahme läßi sich aber in hervorragendem Maße auch erreichen durch direktes Heranziehen zur inneren L o g e n a r b e i t, z. B. durch Uebertragung von Referaten, durch Wahl in Ausschüsse, d e, um möglichst viel Brüdern Gelegenheit zur Mitarbeit zu geben, in vielen Logen grundsätzlich tunlichst oft wechseln, ferner durch Uebertragung von sozialer Arbeit. Eine Loge berichtete, daß Sie hierdurch ca. 70 Prozent der Brüder .ständig zu den Logensitzungen versammelt. Es ist bekannt, daß viele Logen sien eine spezielle Ordensaufgabe gewählt haben, z. B. ein Ferienheim, und daß diese spezielle Arbeit der Loge so viel Kräfte erfordert und bindet, daß' fast alle Brüder ständig aktiviert sind. Auf diesem Gebiete liegt auch die Tätigkeit der T.oynbeehallen, die sich früher in Berlin, abgesehen von" ihrer wahrhaft sozialen Wirkung nach außen, als das erfolgreichste Pr<j>pagan damittel bewährt hat. Es wirkte bei den als Ordner oder Leiter ider Toynbeeabende zugezogenen Brüdern wie ein »Logenbegeisterung spendender Jungbrunnen«. Dieses Mittels sollten sich gerade die Berliner Logen so häufig wie möglich bedienen. Auf ähnlichem Gebiete liegt die jetzt von der Oroßlogj: zu propagierende Arbeit für das Gesamtarchiv. I- 10 -

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