Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- Beilage 1928 (1928)
- Issue
- Januar (1.1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Berliner 63, Oberschlesische l'6, Niederschlesische 40, Sächsische' 6, Badische .9, Nordostdeutsche 25, Ostpreußische 15, Nordwestdeutsche 21, Hanseatische 13, Südwestdeutsche 2, Mitteldeutsche 20, Hessische 19 Kurnehmer. Finanziell haben wir ein Defizit von unserem Arbeitsfonds zu buchen. Eine bessere Verteilung der Anmeldungen auf alle Kutperiöden ist unbedingt erforderlich. Mai und September sind in Kissjngep, Homburg und Wiesbaden ganz besonders schön und die Institute der staatlichen Versichefungsanstalten sind überall auch in diesen Monaten voll belegt. Die Spesen steigern sich in dem Maße, in dem wir mehr Kurorte in unseren Ring einbeziehen, durch erhöhte Portoausgaben, Drucksachen, Schreibarbeiten und Reisespesen. Zunächst muß mit einem. Verbrauch von etwa 10°,„ unseres Arbeitskapitals gerechnet werden. Man kann es sich natürlich für f und 2 Jahre leisten, ein Defizit zu verbuchen. Auf, die Dauer ist das nicht angängig. Welche Wege gibt es, das Defizit zu vermeiden? Man könnte sich an die Großloge um Subvention wenden, an. die Logen, die keine Schwestern Vereinigungen haben. Man könnte beschließen, daß entweder der Schwesternverband in seinen'Etat laufend. lO.Pfg. pro Kopf jeder zahlenden Schwester für die Erholungsfürsorge einsetzt oder, falls dieses nicht .möglich ist, d.ß die Schwesternvereinigungen jährlich die Erholungsfürsorge mit diesem Betrag finanzieren. Praktisch würde das so aussehen, daß eine Schwesternvereinigung von 50 Mitgliedern 5 Mk. jährlich, von 100 Mitgliedern 10 Mk. usw. zahlt. Das Beste wäre, die Erholungsfürsorge als reine Schwesternarbeit zu finanzieren und weiterzuführen. Was kann sonst geschehen? Verbesserungsbecüirftig ist vor allem die Propaganda. Erwartungen knüpfen sich an die vorgeschlagene eigene Presse. Wir -wollen aber auf die Logenpresse . nicht verzichten, besonders mit, Rücksicht auf die kleinen Orte, welche am besten durch die Logenpresse erreicht werden. 1 Absolut not we n d i g i s t e s, d a ß die Präs-identen- und- Vorsitzenden der Vereini-j gungen orientiert sind über die Bedin-, gungen'für dietlnanspruchnahme der Kuren. Als Richtlinie zur Stellung' von Anträgen diene das vertrauliche Rundschreiben -vom März 1927 und die Protokolle der Komissionssitzongen vom 15 Novbr. 1927 (Mannheimer Tagung). Wir brauchen in keiner Weise engherzig zu siein, aber wir müssen dafür aufkommen, daß wir weder Badeverwaltungen noch Aerzte schädigen durch Anträge aufrermäßigte Kuren für kapitalkräftige Kurnehmer. .SO0« unserer Gäste' besuchten die Kurortezum ersten Male. Ein großer Teil-nahm nur im Zusammenhang. mit unserer Einrichtung die jüdischen Gaststätten in Anspruch. Es ist erwiesen, daß wir als Nebenprodukt unserer Arbeit vorzügliche Werbefaktoren für die Badeorte sind, daß wir nicht nur niemand schädigen, sondern im Gegenteil den 'Bädern und unseren Gastgebern helfen. Eine immer wiederkehrende Behauptung ist, daß man sich durch die Verabreichung des' kleinen Menus geniert V und als zweitklassig behandelt fühlt. Diese Klagen kommen fast nie von Brüdern, sondern immer nur von Schwestern. Sie sind völlig unberechtigt. Es ist unmöglich, hier eine Aenderung eintreten zu lassen. Eine große Anzahl guter christlicher Häuser verabfolgt jetzt verschiedene Menus und berechnet entsprechend Pension in verschiedenen Preislagen. Richard Katz (sagt im Bummel um die Welt« folgendes Beherzigenswerte: »Aergere Dich nie, und dann nur selten, darüber, daß nich’ überall so gekocht wirdwie bei Dir zu Hause« — und -Laß es Dir vollkommen egal sein, was die Lebte« vor Dir sagen.« Bemerkenswert ist, daß immer mehr Einzelmeldungen eingehen, als Einzelzimmer zur Verfügung stehen. Nur mit großer Schwierigkeit ist zu erreichen gewesen, daß 2 Schwestern ein Zimmer teilen. Wir gedenken in Zukunft, falls Einzelzimmer für die gewünschte Zeit nicht verfügbar sind, folgende Alternativen zu stellt n: a) ein Doppelzimmer mit einer Schwester teilen, bl spätere Kurperiode wählen, I c) ein Zimmer außerhalb unseres Pensionshauses beziehen und evtl, die Differenz zahlen, falls das Zimmer teurer als der mit d< m'Gastgeber vereinbarte Pre s ist. .Der Aufschlag dürfte etwa 50-75 Pfg. pro Ttg betragen. Unsere Pensionshäuser haben natürlich größere ut d kleinere, mehr oder weniger bequem gelegene Zimmer. Da wir_einen Einheitspreis haben, können bei der Auswajhl' der Zimmer nur folgende Prinzipien grundlegend seih: Die Schwacher! und Alten bekommen die bequemsten Zimmer und die Jüngeren und Kräftigeren die höher gelegen« n, dieses Prinzip sollte wohl in der Loge als selbstverständlich angenommen werden Auf dem Antragschein wird zweckmäßig das ungefähre Alter zu nennen und über besondere Gebrechlichkeit usw. ein Vermerk zu machen seirr, damit trau schon vorher die geeignetsten Zimmer bestimmen ka in. Allen Beschwerden wird nach Möglichkeit nachgegangen. Eine gewisse Schwierigkeit bildet auch nach der - 10°o Trinkgeldablösung immer noch die Trinkgeldfraje' Wir bitten alle, von Extra-Trinkgeldspenden abzusefen. sofern nur die gewöhnlichen Dienste seit ens des Personals in Anspruch genommen weiden. Die Weiterarbeit wird sich darauf erstrecken, das Geschaffene zu pflegen und neue wichtige Orte eiuzubeziehen. Verhandlungen mit Ems und Salzbrunnen lind im Gange. Ich bitte um Nachsicht, falls der Erfolg rieht so schnell kommt, wie ich ihn selbst ersehne. Die Vorarbeiten sind langwierig und zei'raubendf. An unsere Gaste ergeht die freundliche Aufforder ing, unsere Kurstätten wieder zu besuchen, wenn sie zufrieden .sind mit dem, was wir bieten können. Zwei Dingel soll man sich vor Augen halten: Bescheidenheit ist nicht ein Zeichen von Armut, sondern von Kultur. Unsere W« isen sagen: der ist weise, der mit dem zufrieden ist, was er hat! Ruth Margolinskr. Adresse: Erholungsfürsorge des . Schwestern verbanden .der _U. O. B. B. Logen, Magdeburg, Breiteweg 139 140 III. Bei Anfragen bitte Rückporto beifügen. 40 Jahre Frauenverein der Lessing-Loge, Breslau. Aus dem Bericht von Toni Peiser, Breslau. Der Frauenverein der Lessing-Loge, Breslau, beging am 27. Oktober v. J. die Feier seines 40jährigen Bestehens. Ueber 300 Schwestern waren anwesend. Unter den zahlreichen Vertretern und Gästen befand sich der Präsident der Lessing-Loge Br. Dr. Josef Schlesinger mit dem gesamten Beamtenrat. Frau Toni Peiser hielt die Festrede. Sie betonte insbesondere die Notwendigkeit der Anpassung an die gegenwärtige schwere«Zeit, die eine Umänderung der bis dahin geübten Wohltätigkeit in ein Wohltun erforderlich mache, das mit dem Einsatz der ganzen Persönlichkeit erforderlich sei. Die Schwesterngemeinschaft sei mehr als eine Arbeitsgemeinschaft: eine Lebensgemeinschaft Au$ den Gefüilen der Zusammengehörigkeit, des Geborgenseins erwachse die große Verantwortung gegen sich selbst und für andere. Fünf neue Schwestern wurden eingeführt. Die Alterspräsidentin Schwester Valeria Glass sprach das Gebet, das dem Frauenverein bei seiner Gründung von dem verstorbenen Br. Michael Silbefstein gewidmet worden ist. Ein Festmahl schloß sich * an die Feier an. Der Präsident der Lessing-Loge spracn den Dank der Brüder für die geleistete Arbeit aus und tetonte die Bedeutung der Frauenverbände für die Erziehu ig der Jugend, für die Einigung der verschiedenen Riehl ungen n9 Judentum. Seine herzlichen Glückwünsche galten dem Aufblühen des Frauenvereins. ' Schwester Oalant sprach namens der Niederschlesischen Schwesternvereine, Schwester Wachsmann für die Breslauer Schwestern. Ein schönes Festspiel, von Schwester Gertrud Elias verfaßt, wurde von Schwestern und Brüdern der Lessing-Loge zu- Gehör gebracht. r