Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1928
- Issue
- Nr. 11 - November (11.1928)
- Date
- 1928-11-01
- Page
- Seite 219 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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In (einem Boche »Da» Judentum in sein er kulturellen und religionsgescbicKtlidien Erscheinung«, riit dem sich der Autor an die breiten Schichtet der C ebil< leten wendet, zeigt er mit überzeugender Kraft! was las udentum im Laufe von drei Jahrtausenden der Menschheit an kulturellen und religiösen Werten überrhittet hat. Mit seiner neuen, oben genannten I Broschüre verfolgt der Verfasser den edlen Zweck, judenfeindlidten Strömungen und Oesinnungen unter der evangelischen Oeistlichkeit entgegencuwirken. In vier Abschnitten behandelt er 1. Luther und die Juden, 2. Stellung der lutherischen Orthodoxie und des Pietismus rum Jucenlim, 3. Evangelische Kirche und Judentum eit dei Aifklärung bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, 4. Die Slelluig der evangelischen Kirche zum Judentum in der Oe jenwart. Er schildert Luthers freundliche h altung gegenüber den Juden in den ersten Jahren der fjeformitttoi aber auch seinen Rückfall in den mittelalterlichen . udenhaß, als er 'sich in seiner Hoffnung auf einle Mass :nbi kehrung der Juden getäuscht sah. Wie Luthers Schriften aus späterer Zeit, so haben die von Wagenseil, Johannes Müller, inst eso idere Eisenmengers »Entdecktes Judentum« schlimme Wirkungen ausgelöst. Das Buch Eisenmengers ist nach dem Urteile des Gelehrten De le Roi eine Ungerechtigkeit gegen die Juden, »weil es nur alles Arge bind Verkehrte aus der jüdischen Literatur sammle und djas Oute üb :rgehe.< Im wohltuenden Oegensatz zu dem i engherzig« n Oeist der lutherischen Orthodoxie hat der Pietismus (Phil. Jak Sperier) mehr Verständnis und Mitgefühl init 1er traurigen Lage der Juden gezeigt. 1! Die Haltung und Gesinnung der evangel sehen Geistlichkeit gegenüber dem Judentum wurden nach Ansicht des Verfassers durch Luther, Eisenmenger ind Stöcker ungünstig und nachhaltig beeinflußt. Da :u kam der »religiöse« Antisemitismus vonChamberlaln und Friedrich Delitzsch. Freilich jjab es auch in evangelis« hen Kreisen gerechtdenkende Männer, die für das Judentum kraftvoll eintraten und die immer wiedeikehrende Blutbeschuldigung energisch zurückwiesen, wie der Nürnberger Reformator Andreas Osiander, Franz Delitzsch und Strack. Und in neuerer Zeit sind es die bekanntet Gelehrten: Q. Kittel, Strack, Fiebig und d»r Engländer Travers Herford, die durch wissenschaftliche Forsc mngen die engen Beziehungen des Urchristentums zum Judentum aulzeigen, und die sittlich-religiösen Kräfi e, die das Judentum noch, heute in sich birgt, anerkennen, aber diese Forschungen sind bis. jetzt Ivon der e rangelischen Geistlichkeit wenig beachtet wordeh. (Bezüglich der talmudischen Parallelen zu Jesu Sitten- Ichre (S. 47) sei an den Phssus in M. Joels »Outachten über den Talmud« aus dem Jahje 1877 S. 4 erinnert, dort heißt es:. »Ich nehme keineh Anstand dem hohen Gerichtshöfe zu erklären, daß es wohl kaum einen Satz in den mit Recht bewunderten Moralsätzen les Evangeliums gibt, zu dem nicht eine talinudische l’arallelstelle sich sollte finden lassen.«) Nach scharfer Ablehnung dei Oerman sierungsver- suche der christlichen Religion dur :h evange ische Theologen weist Lamparter daraufhin, caß Papst Pius XI ein scharfes Urteil über den Antisemit Ismus jzef; 11t hat und schließt mit der emphatischen Frage: »Soll e die evangelische Kirche nicht auch sich verpflichtet fihlen, nicht rach den Mut finden, gegen die set weren anl isemitischen Verletzungen von Recht, Wahrheit und Liebe Zeugnis abzulegen? Es gilt altes Unrecht gutzumach tn und mitzuhtlfen, daß kein neues Unrecht mehr geschieht«. Möge die Broschüre, die sich durch gründliche Wissenschaftlichkeit und vornehme Sachlii hfceit auszciehnet, zunächst im Kreise der evangelischen Geistlichkeit! an die sie vornehmlich gerichtet ist, die gebührende die Wyk Der Jüdische Frauenbund rfiacht Mitteilung, daß er zu seinem Heißt in das jetzt über ein Jahr im Betrieb ist und manch liehen zurOesundheit verholten bat, nich ein N stuck mit Wohnhaus erwerben ktonn|te. - Dadurch wird das Heim in die Lage v größere Anzahl von Pfleglingen als bisher vor allem aber mehr IsoTiemume bei etwa Krankheiten zu schaffen. Man kann!jetzt nief t Beachtung finden, und das Ziel, {das sich dkir Verfasser gestellt hat, erreichen. Auch wir Jujden wen en\ die kleine Schrift mit Nutzen lesen, denn hie enthalt wertvolles- Rüstzeug zu unserer Abwehr. { E. F. I Heinrich Siemer: »J u d a. u d die Anderen.« Roman. Gebrüder Paetel, Berlin-Leipzig. ‘ »Juda und die Anderen« von Heinrich! iien er ist ein in Romanform gekleideter Versuch eines Ni:ßtjtden, sich mit der Andersartigkeit der Juden — bei bi wußter Betonung der OleichWertigkeit — aus« inanderz iSet ten. Der Dichter schildert die ineinandervervobeüen. Leb insschick* sale von vier nach Abstammung und seelische r-fti twicklung völlig verschiedenen Schulkameraden, stellt dkr, wie die jungen Leute ursprünglich trotz des erwache; idenl.Bewußtseins ihrer Verschjedenartigkeit Freundschaft schließen, wie aber später unter dem Einfluß der Zeite elgrtisse und der Umgebung dies Andersgeartetsein Jür säe^u einem Problem wird, mit dem sie in inneren Kam] »fdnfertig zu werden versuchen. Den beiden Ruhigen, Ai isgej lichenen unter ihnen gelingt es, fürs Leben in Frei n4s< haft verbünden zu bleiben. j : - .h Die beideft änderet! aber, ausgeprägter: un d gegensätzlichere Persönlichkeiten, werden durch äu ßcr« s Schicksal und kämpferische seelische Entwicklung wiit auseinandergeführt. In scharfer Zeichnung sind dejCiaraktere dieser beiden gegenübergestellt: Hans Oeoi g.tt eete, ein blonder, heiterer, erdverbundener Junge au i der Wesermarsch und Samuel Goldstein, de?, lang ai) ge$ AosseoC, gebückte, krausköpfige Sohn der Süße Oolds ein, »der die Kosaken die Rippen zerbrachen«, das Kind i (es Londoner Qhettos, das in schmerzlichem Qtübeln in C eiste, die Leiden seiner Vorfahren durchlebt! Auf elntfn Oldenburger Oymnasium treffen sich die beiden treten sieh näher, obwohl »allmählich das gegenseitige Widerstreben deutlicher ins Bewußtsein wuchs«. Sie fühlen!;elbst die Wesensfremdheit, der starke, helle Hans Oeori;, cü r blitzen-. den Auges Kaiser-Oeburistagsreden Vor den »cht Ikamera-' den hält, der Orden und Rang im Krieg er trat t,, später in einer antisemitischen Studentenverbindung Jmi >ellos zu Haß und Judenfeindschaft verhetzt tiird, und dei schwermütige Ostjude, der über den Schmerz um i ein« Heimat, und Wuizellosigkeit hinauswächst zu jüdische Bäirüßtheitum dann in Not und Wirren der Nacnkriegizt it y« n seinea eigenen schwer erkämpften Ideen »ich zu öt« und zu dem Oedanken durchzuringen? »Dü bist n| :ht ij ude, du bist nicht Europäer, du bist Mensch -j Mensch --{Mensch!« Artfremd sind die beiden Freunde und' d« ch » n einem hohen Sinne Brüder, weil sie selbstlos war :p«! Samuel Ooldstein spricht als Führer zu den Massen, fühlt sich äls ihr Prophet. Und stirbt durch die Kuge n . d :utscher Offiziere, tapfer die Konsequenzen seiner Oi sink mg tragend, die ihm zum Sinne seines Lebens gewogen war. Am selben Tage richtet Hans GeorgjWeete t Jr $i thne für seine frühere Freundschaft mit einem Juden, Anti chisten, »Betrüger des Volkes« die Waffe gegen ein sn jü dischen Industnellen, dann gegen die eigene {Stirn. Mit Liebe und tiefem Einfühlutiksvermö jen sind die Gestalten der vier Freunde gezeichnet. D sr Verfasser rückt in ehrlichem Bemühen, objektiv iu sein,«ie Probleme, das Trennende und Wege, es zu ü(>erwindi n, in« Licht und stellt die Fragen, ohne sie löset) zu köt nen; -" gemeinen Debatte. In seinem Vorwort zu .dem sieht Max Brod das Dankenswerte einfcs solchen V« darin: »Das Fremde betonen -»- und {gerade durch :ur all- Buche suches solche Offenheit der Freundschaft zwischen den Nttiones,- der« großen Menschenbrüderschaft einen; Weg eo tu hnen.« Das Buch bedeutet einen Schritt auf dem V^Cgej :;ur all] gemeinen Verständigung und gegenseitigen < lereeh tigkeit ■L ■IIL O erfreuliche auf Föhr, em Jugendkchbargrundrsetzt, eine fzunehmen, suftretenden nur Kinder aii vom 4. Jahre an, sondern auch vom 2. Die Heilstätte nimmi tb. Kinder ur aller Stände zum Tagespreis von Arzt, Kurtaxe und Wäsche auf. Die _ Besonders ist auf die Erfolge im hinzuweisen. Anmeldungen sind br das Büro des Jüdischen Frauenbu: Monbijouplatz 10. - 219 - weibl r dau« Herbs unq wn i riit ten :nln N. chmen.;l idl(che ließ), ochen. Winter an N. 24,