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Der Orden Bne Briss · 1928-10-01 · Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1928) · p. Seite 152

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1928
Issue
Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1928)
Date
1928-10-01
Page
Seite 152 (sequence 14)
Language
German
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Kadischa« geläufig Ist. Wo immer Juden sich an« siedeln, gründen sie zuerst einen solchen Verein. Der erste Jude, der sich in Schweden niederlassen durfte, Aaron Isak, rief 1784 in Stockholm eine Chewra Kadischa ins Leben. Während dieser Titel heut zumeist so viel wie »Beerdigungsbrüder« Schaft« bedeuiet, umfaßte er früher noch andere Funktionen, wie Wohltätigkeit, Thorastudium ynd Gottesdienst. Bei der spaniolischen Beerdigung spricht der'Vorbetec ein Gebet fim Namen der Gemeinde (Kehilla), der Chewra Kadischa1 und der Rediiza« (LeichenWäscher) Ähnlich nennt sich noch heute in Worms ein/ wie es heißt, schon seit dem * 11. Jahrhundert bestehender Verein »Chewra d'Kabronim ud'gemilluth chassadira« <d. h. Verein der Leichenbestatter und für Wohltätigkeit). Wie noch heur 4n Osteuropa jede wirtschaftliche Gruppe ihre »Chewra« (Schneider* chewre usw., scherzhaft »weiße Chewre« fürSrraßer* jugend) har, so bildete die Chewra Kadischa eine Art Zunft mit Statuten. Privilegien, Festen, feierlichen Prüfungen bei der Aufnahme usv.. Sie stellte, bevor das moderne Ordenswesen das Judentum in seine Kreise zog, eine religiöse, später wenigstens moralische Aus« lese dar. Wie übrigens die Wiener Chewra vor 165 Jahren von Ledigen, gegründet wurde, schlossen sich auch 1788 in Dresden die Unverheirateten Krankenhäuser das Heinesche Amerika, in in u. zu einer Konkurrenzchewra neben der bestehenden zusammen. Ein günstiges Zeichen der Zeit. Neben der Chewra Kadischa, deren Wirkungs« kreis vom Besuch der Kranken, Beistellung von Arzt ■und Heilmitteln bis zur Beerdigung, den Gebeten -an Gräbern bedeutender Männer, der Chewra* s'uda usw. ein Bilderzyklus im Sitzungssaale der Präger Chewra (Statuten von 1692) darstellt, ent« standen besondere Vereine für. Krankenpflege (Bikkur cholim der Amsterdamer Aschkenasim 1641), für Beistellung yon Lebensmitteln, Mietzins (Kopenhagen 1784), Kleidung (Malbisch arumtm oder Pea), Brautausstattung (Hachnassath Kalla, in Rom zwei Vereine ^m 17. Jahrhundert, Amsterdam: Aschkenasim vor. 1723, Sefardim 1863, in Budapest), wofür Judenbad R. Eleazar im Talmud das Vorbild bietet, der die Hochzeitsfeier der eigenen Tochter' zugunsten der Ausstattung zweier verwaister Bräute hintansetzte, während R. Akiba, der das zur Bettstatt für sich und seine Frau mühselig' gesammelte Stroh mit einer armen Wöchnerin teilte, als Patron der Wöchnerinnenvereine gelten könnte. Unverzinsliches Darlehen, schon von der Thora zur Pflicht gemacht, gewähren Darlehnskassen, so in Hamburg seit 1817, Breslau 1854, London 18£6. Es wirken (Königsberg 1745, Altona 1763 Hamburg 1840, die größten a), Blinden« und Taub * Stummeninstitute (Wien), Siechenheime, Irrenanstalten (Amsterdam 1823), Alterszu« iluchtstätten (Hamburg 1839), Freiwohnungen (in Hamburg 10' private Stiftungen, eine der Gemeinde 1850 izum Gedächtnis der Emanzipation) Freischulen mit anschließender Kinderfürsorge (Hamburg 1804, in London die ersten in England mit einem Ka* .dettenkorps und Sportplatz auf dem Schuldadje usf), Kinderbewahraristaltien (die jbrste Wien 1843), Lehrlings« heime, Häushal.tungsschulen l(Hamburg 1892), T Asyle, Komitees zur . Bekämpfung des Mädchenhandels (London), Ferienheime,Stjidenten« Stipendien, Au$wanderungs» komitees, Sammlungen zur Auslösung von Gefangenen, für Palästina u. a m. Auch an Ansätzen zu produktiver Wohlfahrtspflege fehlte es nicht (Vermieten von Nähmaschinen in London! 1861) Vor Pessach Insbesondere wurden die Bedürftigen mit allen Erfordernissen für das Fest yersehen (Kimcha d'pischa oder Maotb chittin), so daß, als Wladislaw II. (11 Jahrh) die Prager Juden pach ihren Armen befragte, sie ihm deren Anzahl an der Hand dieser Pessachbeteilung beziffern konnten. Die Bedürfnisse der Armenpflege, wurden von Vereinen und Privaten so weit gedeckt, paß die Gemeinde Dresden z B. für diese Zweckt keine Post in ihren Etat ein;:ustellen brauchte. Ini Großherzogtum Baden tru; zum größten Teil metallgemeine Armenfürsorge auch die Lasten der jüdischen Die Vereine, — die in Berlin zwischen 42 und 1 IS iiiii #

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