Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1928
- Issue
- Nr. 9 - September (9.1928)
- Date
- 1928-09-01
- Page
- Seite 132 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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im Gegenteil der Ansicht, daß nur durch eine solche die notwendige Zentralisierung geschaffen wird. Es ist dann die Grundlage geschaffen, an welche sich die Organisationen^ wie Logen, Ge- .meinden, Wohlfahrtsvereine und di« großen Verbände leicht anschließen können,» dadurch daß sie entsprechende Beiträge gewähren und sich an der Verwaltung beteiligen. Die Gründung eines derartigen Vereins wird von mir seit mehreren Monaten propagiert. Es sind demselben bis heute bereits 130 Einzelpersonen aus allen Gegenden Deutschlands und mehrere Gemeinde^ beigetreten, und fortgesetzt erfolgen neue An-j meldungen, womit bewiesen ist, daß die Vereins^ mäßigt Grundlage doch die Zustimmung weiterer Kreise erfahren hat. Ich glaube, daß dieser Weg am iraschesten zum Ziele führt!. Die jährlichen Betriebskosten werden von Br, Basch auf M. 8000.— angenommen. Ich glaubet daß dieser Betrag zu hoch gegriffen ist una daß man bereits mit M. 5000.—^ beginnen kann. - , ' j Rabindranath Tagore. Aus dem Lande der Träume, der Warme, der unendlichen Wälder, der großen Flüsse, der religiösen Beschaulichkeit, aus «dem Lande der Fülle und des Elends, aus dem Lande der Menschenmillionen — aus Indien ist Rabindranath Tagore im Jahre 19Z1 * nach Europa gekommen, der Dichter Indiens — mit Ehrfurcht empfangen und bewundert. Von seiner Gestalt, von ,demschön gemeißelten Köpf mit dem weißen Haupthaar und dem langen welligen Bart, _ von der Ruhe und Tiefe' seiner Augen ging etwas, aus, was die Seele fesselte und die Blicke auf ihn richten ließ. Sein Wort wurde gehört, "seine Verse r gelesen, seine Dramen gespielt. In einer Zeit* der beginnenden Sammlung nach der großen Wirrnis de* Welt, in einer Zeit der großen Sehnsucht nach der Versöhnung der Welt, wurde Tagore empfunden als der Verkünder der guten Seiten des menschlichen Herzens, der Weisheit und der Tiefe, der Abgeklärtheit, der Träger des Willens zur Versöhnung, der Seher des Geistigen — von einer andern Seite der Welt. Rabindranath Tagore. Sein Dichterbereich sind nicht die großen Revolutionen der menschlichen Seele, die leidenschaftlichen Ausbrüche des menschlichen Herzen^, sein Bereich sind die ins Innere gedrängten Kämpfe, Entsagung una Läuterung, — ist das, was aus seinem großeji stillen Lande aus gedämpften Tönen voh Luft, Licht, ' Wärme, Farbe aufgefangen is|. Sein Leben ist wie seih Dichten — ohne die stürmischen Begebep-i heiten großer Handlungen, darin aber ist die tiefe Tragik dels Menschlichen, die große Trauer und die Et-j . hebung aus - ihr. Dejri Verlust der Mutter in, jungen Jahren ist darin,' der Tod der Frai|,i einer Tochter und des jüngsten Sohnes. Ih| Kalkutta f86l geboreh — aus reicher Phild-j sopljen- und Künstler-| familie stammend — ist - der Dichter nach" derpr ode der Mutter als Kind von Dienstboten mltt hlägen erzogen worden. Er machte große | eisen nach England, Amerika, Deutschland,! gründete in Indien eine' Schule, in der er seinjej Erziehungsgedanken zu verwirklichen strebte- 1;913 erhielt er den literarischen Nobelpreis. ' - J32