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Der Orden Bne Briss · 1928-09-01 · Nr. 9 - September (9.1928) · p. Seite 126

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1928
Issue
Nr. 9 - September (9.1928)
Date
1928-09-01
Page
Seite 126 (sequence 2)
Language
German
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hin noch die Rede sein. . . . Aber reich und Falle ist der Urkern verhältnismäßig leicht faßtief rieseln doch auch die (Quellen jüdischer bar. — Als das Volk des Ethos sind Mystik in Kabbala und Chassidismus. . . Die die Juden seit je sich selbst und anderen be- Bildfeindlichkeit des Judentums, sein angeblicher wußt. Und hierbei stoßen wir wieder auf eine Mangel an bildkünstlerischer Begabung, ist auch der größten Grundantinomien jüdischen Wesens: so eine beliebte fable convenue. Aber man Konservativismus und Revolutionarismus! braucht ja nur Namen wie Liebermann und Der eine, vor allem die historische Oröße, Stärke Israels zu nennen, um sie als Halbwahrheit zu und Tragik des Judentums begründend, braucht entlarven. . . . Manchmal hört man auch noch heut ebenso wenig (erwiesen zu werden wie den alten Unsinn nachklingen, dem Judentum der andere. An diesem Widerspruch ist befehle es an schöpferischen Geistern ersten kanntlich schon viel herumgedeutet worden; Ranges — dagegen „braucht man nun nicht nur aber gerade er ist verhältnismäßig leicht lösbar , den einsamen Gipfel Spinoza auszuspielen — - weil_ hier das historische Schicksal bedeutsam sondern nur auf den Ueberreichtum produktiver mitspricht. Man hat oft gesagt, daß das Juden-, Geister des modernen Judentums hinzuweisen, tum sich sofort wieder auf seinen traditionellen über deren »Erste oder »Zweitrangigkeit« ja Konservativismus besinnen würfle, wenn es ' wohl kein eindeutiges Urteil zu erzielen ist, wie nicht dauernd in die Oppojsitionsstellung geja überhaupt unser moderner Oeniebegriff immer drängt wäre. Das Große api jüdischen Revofließendtr, elastischer, differenzierter wird. ... lutionarismus aber ist, daß er ja keineswegs nur Gerade die genialische Widersprüchlichkeit pro domo wirkt, sondern sich ins Ueberpersörfdes jüdischen Charakters; die Ueberfülle der liehe erweitert und die Sache aller Unterdrückten, Wesensiichtungen,' macht es schwierig, seine Benachteiligten zu seiner eigenen macht..,, kulturellen Aufgaben in Gegenwart und Zukunft Beide, Konservativismus und Revolutionarismus, abzugrenzen. Außer Zweifel steht jedenfalls sind schließlich doch Kinder des gleichen jüdie Tatsache, Größe und Vielheit dieser Aufdischen Ethos . . - Denn auch der jüdische gaben: kaum ein anderes Volkstum darf sich Konservativismus bejaht ja nicht etwas Antija mit Recht so sehr als Kulturträger fühlen ethisches oder auch mur ethisch Indifferentes — wie gerade das jüdische. Kluge, kultivierte und sondern vielmehr jenen dur^h Jahrtausende begerechte »Arier« selbst gestehen hochschätzend, währten Inbegriff ethisch-religiöser Satzungen, manchmal fast ein wenig überschätzend, zu, daß auf denen die alte, festgefügte jüdische Gesell-j es um die nationalen europäischen Kulturen schaft beruht. ,Die mosaische Gesetzt schlecht stünde — ohne die Juden, ohne ihr gebung hat ja bereits jenen Typus soziale^! teilnehmendes Interesse, ihre kritische Geistig- Gerechtigkeit verwirklicht, um den heut wiedet! keit, ihre schöpferische Aktivität. . . . Aber der Kampf dqs politischen und ethischen Revol, nach welchen Richtungen sich all dies heut und lutionarismus l auf der ganzen Linie entbranm künftig auszuwirken habe* darüber können soist Der Zusammenhang im Widerspruch, die - wohl bei der Vieldeutigkeit des Tatbestandes Verwandtschaft des Gegensätzlichen, ist wohjl wie bei den Verschiedenheiten der Temperamente deutlich genug. Unter glücklicheren Verhält* und Standpunkte die Meinungen recht geteilt nissen, die zu erhoffen uns trotz allem wenigjsein. ... Es i wird sich also darum handeln, stens erlaubt ist, werden konservative und rejgewisse große, gemeinsame Hauptlinien herausvolutionäre Triebe sehr wohl wieder in di£ zuarbeiten, auf denen sich die verschiedensten ethische Einheit zürückmünden können, aus dejr Werte und Standpunkte begegnen können. ... sie hervorgegangen sind. Organisch wirken Jede Deutung und - Wertung jüdischen kann man doch eben immer nur im Rahmenj Wesens läßt aber sofort zwei große Hauptlinien jenes »unzerstörbaren Charakters«, in der Richhervortreten: die ethische und die i n t e I - tung jener Orund- und Hauptlinien des eigenen lektuelle. Ueber beide wird noch Näheres Wesens und Strebens. Die Vereinzelung ddr zu sagen sein. Es gibt eben doch so etwas, Extreme ist niemals normal und gesund. Bloßer wie einen »unzerstörbaren Charakter«, nach dem Konservativismus ist dauernd von Erstarrung philosophischen Kunstausdruck — und zwar bedroht; bloßer Revolutionarismus ist schließlich sowohl einer, Rasse, eines Volkstums wie eines zum »Leerlauf« verdammt. In beiden zeigt sich Individuums. In den ungeheuerlichsten histoam Ende gerade der ethische Gehalt gefährdet rischen Wandlungen bjeibt doch der Urkern der Konservativismus kann ziim unlebendiger des Wesens unberührt. Und gerade in diesem Moralismus und platten Besitz-Egoismus entf- 126

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