Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1928
- Issue
- Nr. 8 - August (8.1928)
- Date
- 1928-08-01
- Page
- Seite 118 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Israelitisches Erziehungsheim für schwachsinnige Kinder in Beelitz; Die Anstalt Beelitz beherbergt gegenwärtig 43 Knaben und 15 Mädchen. Die vom Wohlfahrtsamt gezahlten Pflegegelder haben eine kleine Erhöhung erfahren. Die Erhöhung der Pflegegelder von privater Seite durchzusetzen, fällt schwer, vielfach wird nur die Hälfte des Pflegesatzes, teilweise auch gar nichts gezahlt. Eine Unterbringung der Zöglinge bei jüdischen Meistern ist schwierig, so daß häufig christlich? Lehrmeister gesucht werden müssen. Das Heim in Weissensee für erwachsene Schwachsinnige beherbergt >.30' männliche und 22 weibliche Insassen. Das Nebengebäude ist frei geworden, so daß augenblicklich 90 Personen beherbergt werden können. Aus der Anstalt Beelitz wurden acht Knaben entlassen, von denen einer als Laufbursche Beschäftigung fand, während die anderen bei Meistern Unterkunft fanden. Von den entlassenen Mädchen wurde eine Anzahl als Hausangestellte untergebracht, eines kam in ihr Elternhaus zurück. Bei dem Unterricht der Zöglinge in Beelitz wird besonderer Wert auf Handfertigkeit gelegt. Bei der geistigen Verfassung der dort untergebrachten Kinder ist — nach einem Ausspruch des Direktor Bein — das Wort berechtigt: die Hand ist der Mensch. Die Schüler haben unter sich Vereinigungen gegründet, so einen Sportklub Makkabi, mit Vorstandsorganisation und allem Zubehör, und einen Schachverein Eduard Lasker. Gelegentlich wird auch Musikunterricht erteilt. Als wünschenswert muß bezeichnet werden, daß der Name der Anstalt geändert werde, da durch ihn Schwierigkeiten bei der Unterbringung der Zöglinge entstehen. * A. Gdt. Für eine gemeinnützige Jüdische Ehevermittlung in Deutschland» Br, Prof. Dr. Hanauer-Frankfurt a. M., der vor einiger Zeit die Gründung einer gemeinnützigen jüdischen Ehevermittlung zwecks Abhilfe der jüdischei^Ehenot in Deutschland angeregt hat, gibt nun nähere Aufschlüsse darüber, wie er sich die Arbeit dieser Institution denkt. Die gemeinnützige jüdische Ehevermittlungsstelle soll in erster Linie dazu berufen sein, der jüdischen Ehenot -der Gegenwart zu steuern, die Ehelosigkeit zu bekämpfen, den Willen zur Ehe zu stärken, dadurch die Zahl der jüdischen Ehen zu vermehren und zugleich die der Mischehen zu vermindern. Sie hat eine dreifache Aufgabe zu erfüllen: 1. soll sie eine sich über ganz Deutschland erstreckende Organisation der Eheanbahnung darstellen, 2. soll eine Kasse gegründet werden zur Ausstattung unbemittelter jüdischer Mädchen, um diesen die Eheschließung zu ermöglichen, 3. soll es in ideeller Hinsicht Aufgabe der gemeinnützigen Ehevermittlungsstelle sein, gesündere und vernünftigere Anschauungen über die Ehe zu verbreiten. Die Organisation soll in Form eines Vereins erfolgen, der sich über ganz Deutschland erstreckt. Die laufenden Betriebskosten werden zunächst auf ca. 5000 Mk. jährlich geschätzt. (I. T. A.), Jüdische Familienbildnisse. Zufolge einer Anregung von Herrn Heinrich Emden, Frankfurt a. M., soll der Versuch gemacht werden, jüdische Familienbildnisse zu sammeln, die in der Zeit vor der Verbreitung^ der Photographie, also etwa um 1750-^1850 entstanden sind. Es kommen alle Arten künstlerischer Darstellung in Betracht: Oelgemälde vor allem, aber auch Aquarelle, Zeichnungen, Stiche, Radierungen und Lithographien, desgleichen plastische Arbeitet*' in Büste und Relief. Falls das Material, wie zu hoffen ist, sich als wertvoll erweist, soll es in einer größeren Publikation weiteren- Kreisen zugänglich gemacht werden. Die Sammlung und Bearbeitung des Materials hat Dr. Arthur Galliner^ Frankfurt a. Mi, Wolfgangsstraße 123 m, übernommen. Es wird gebeten, alle Zuschriften, die dieses Gebiet betreffen, an dessen Adresse zu richten und womöglich gute photographische Aufnahmen von Familienbildnissen in größerem Format (ca. 13.x 18) beizufügen. Nähere Angaben über Dargestellte und Künstler sind gleichzeitig erwünscht.