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Der Orden Bne Briss · 1928-08-01 · Nr. 8 - August (8.1928) · p. Seite 107

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1928
Issue
Nr. 8 - August (8.1928)
Date
1928-08-01
Page
Seite 107 (sequence 7)
Language
German
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dann wird auch jener jetzt vi :I umstr ttene Bund, Jug end, so wendet |man ein; ihrer $ j sich er u nd unkt gerade in der "S^o der Ehe heißt, seinen Oipfelp Seelenfreundschaft; finden. Ist dieser Bund auch Anfangs auf einen Grund gebaut, der etwas anderes oder mehr r erstrebt als bloße Freundschaft,1 so kann das Tiefste und das Letzte gar nichts anderes werden. »Der Freund, er liebt zu jederzeit«, ist wiederum ein Bibelwort.. Kann man nun Galten besser rühmen, als wenn man da$ an ih ien preist? Man liebt, auch wenn diel Meinungen nicht immer ganz die'gleichen sind, man liebt, auch wenn das Glück sich wandelt, man liebt, auch wena sich Fehler zeigen.! Hier wird die »Liebe« nicht entwertet, die Freundschaft aber verklärt und idealisiert. Und »Freundschaften sind« nach Lazarus .»Ideale der Vereinigung der Gemüter«. Hierher paßt auch das Wort Humboldts an die »Freundin«: i »Unter sich sind Liebe und Freundschaft doch immer und unter allen Umständen in der Aft verschieden, daß die erste immer zugleich eine sinnl che Farbe aa sich trägt. Diese stammt aus der Seele selbst und verwandelt alles ip ihren unbefleckten Glanz.« Hierher gehört aber auch das Wort Nietzsches: »Nicht den .Nächsten lehre ich Euch, sondern den Freund.«; So verklärte Freundschaften aber — können sie nicht vielleicht ein Beitrag zur Losung der Jugendkrise sein, in der wiij uns befin Jen? Von jeher gab es Freundschaften und a uch heute gibt es sie, die keine Schranken z 1 fürchten brauchen, weil sie nichts jenseits dej Schranke wollen. »Mehr war mir Deine Liebe denn Frauenliebe:«, rühmt David dem Jonathan nach und erklärt damals schon, daß es eine Liebe geben kann, die nur Liebe der Seele ist, bei der einer dem andern zum »Bruder« wird. Oder—• fügen wir hinzu — eine der andern zur »Schwester«. Wir wollen hier nicht lalle die Beziehungen nennen, die so zwischen Dichtern und Künstlern und Frauen bestanden — wir wollen nur das aussprechen, daß unsere Heut früh e wachende Jugend — und sie soll früh erwachen — die Fähigkeit zur Seelenfreundsdhaft wiedei erwerben, den Idealismus dafür gewinnen muß. Aber ist Delegierte des Verba]ndes d i Deutschland Die Beziehungen zwischen über jarteilicher jüdischer Jugend und Bhe-Brisij-Loge, so oft besprochen und erwünscht, wurden Erlebnis' ein — 1(17 — gefestigt, daß ^icht aus Freundschaft Mehr werden m u ßj? Die Frage wendet sich ge([en den Frager. jEs ist eine Aufgabe unserer Zeit, die förmlich aus ihr heratisschreil, ni:ht Seelenfreundschaften herbeizuzwingen, ater sich selbst und vor allern die Jugend so rein, so stark, so groß zuj machen, daß sie Seelenfreundschaft ertragen kann und alle! andere ihr veiächtlich erscheint, was irgendwie nti r an Sirnlichkeit streift, j Nur wer von der Seele zu - dei Sinnen kommt,: wird überhaupt' zur St ele ko nmen. Er wird jaber auch in dep Zeit vor de' Ehe die richtige Grenze zu wahren wis >en und Selbstbeschrinfcung als heilige Aufgibe ‘ wirdigen, in der Ehe aber den Weg zur »Freundschaft« der Seelen picht verfehlen. Handelt es sich aber eigentlich bei all diesen fragen, bei dieser Klärung des Freundschaftsbegriffes .nur unji eine Angelegenheit zwischen zwetlMenschen? Nimmermehr. Und jhier sind wir am Höhep'i nkif der Religion. Die! Bibel begnügt siclji* n cht damit, Bilder der Freundschaft vorzuführen, sie, di: Freunde, ihren! Bund »vor dem frwigen« bi schwören zu lassen, sie legt Gott selbst das Wort in den Munji »Abraham, mein Freund«, upd die Frommen sind ihr »die Freundei Go tes, dfe strahlen »wie di£ aufgehende Sonnd in ihrer raft.« Ist dem aber so, dann ist diel Freu nd- Ichaft der Einzelnen nur die Vorstufe zur reundschäft der Menschheit.' Und schon deshalb ist es unendlich wichtig, daß die Jugend zur SeelCnfreundscpaft erzogen wird,. Denn Seelen freundscljaft ist Seelen fl r i e d : n Und je stärker die!Friedenssehnsucht der Einzelnen, desto stärke^ die Friedenssehnsucht der Völker. j > Ja, ob Völkerbund, ob EuropabundL ob Bür d- I nisse zwischen Kindlern, zwischen Männern u id I zwischen Frauen, zwischen Jünglingen uid zwischen Mädchen t— im Richte dar Ewigk:it hat nur Bestand, ist allein nur wertvoll, all« in nur religiös, was iden höchsten Gipfel cer Freundschaft erreicht! und im Zeichen* pes Wortes von Jonathan steht:; »Er liebte ihn Seele.« ' 1 ( er jüdischen Jugendvpreihe s in Prag» egierte c es bei dem Besuch, den etwa 140 De! Verbandes jder jüdischen Jugend vereine Deutsch lands von ihrer Dresdener Tagung <us in P wie sei ne

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