Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1928
- Issue
- Nr. 6/7 - Juni/Juli (6.1928)
- Date
- 1928-06-01
- Page
- Seite 97 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Bficherschau. n jbat? — Einer, der ein- Jesus — Mohammed — eteh: der Erwecker von irsrhütterer des Britischen r jrrößten seelischen Be* |r einfachste Mensch, dem Romain Rolland: »Mahktpna Oandhi«. — Mit einem Nachwort: »Oandhi seit jseiner Freilassung«. — Rotapfel-Verlag, Zürich und’Leipzig. Dem Lande der Herrlichkeit untf der Knechtschaft, der vergänglichen Reiche und der ewigen Gedanken, dem Volk, das den Zeiten Trotz bietet, dein wiedererstandenen Indien widmet Rolland sein Bich über Oandhi zum Jahrestag der Verurteilung seines Messias (18. März 1922). Wer ist Oandhi, dem seit» \^o!k den Beinamen Mahatma (die große Seele) gegef sehen wird, in die Reihe der Mosi der Heilande, Apostel, Propl 300 Millionen Menschen, der Weltreiches, der Entfesseler d wegung seit 2000 Ja' ren. Di sein Volk göttliche Ehren erdriesjen hat, und der dabef der natürlichste geblieben . istJ eiier, dessen Herz noch giößer ist als sein Witseij, einer, «der sein Leid ■ und das seines Volkes zu heroiaiher Tatkraft gesteigert hat — der mit dem Oedanken {der Ablehnung politischen Unrechtes — »Non-Violenz« -4ohne Oewalt ein Welt- und Gewaltreich politisch und knoialisc i besiegt hat. Während zweier Jahrzehnte hat Oandhi die; Indier in Süd-Afrika, von 1914 an in Ind en selbst zur Selbstbesinnung und Selbstbestimmung - Home Rule — »Hind Swaraj« — geführt. Er hat die Ablehnung gesetzlichen Unrechtes, gesetzlicher Unterdrückung systematisiert. Seine »Non-Viölenz« — seine Non-Cooperation bekam Form — die stärkste, heroischste, lie je einer friedlichen Politik beschieden war. Seinen [und seiner Anhänger religiös-starken Willen konnten] weder Kerker noch Feuerwaffen beugen. 1921 steht (Jandl li auf dem Höhepunkt seiner Macht. Das Volk faäl: ihr für heilig, bezeichnet ihn als Oot( Krishna Er bleib »eil bescheidener Diener Indiens und der Menschheit«. Nich zweijährigem Gefängnisaufenthalt wird er im Jshre 1924 -- nach schwerer Erkrankung — von der Rej ieru lg fr« igelassen. Die Engländer fürchteten nichts so sehr, all daß sein Tod im Oefängnis seine Märiyrer-pVirl ung tteigerii könnte. Sein System nahm auch während seines Schweigens den gleichen'Fortgang wie vorher. Indien hatte moralisch und] — i inerhalb der gestellten Aufgaben — politisch ohne Schwer Istreicl i gesiegt. I Der Geist der Aufopferung, die moralische Kraft hatte sich der brutalen Kraft überlegen gezeigt Aus den Schrecknissen derlPolitik stei;t ein Schimmer der Hoffnung empor, daß es derein it »de' gütige Mensch sein wird, der die Welt beherrsche! i wird «-(- —; Jüdische Augen, die aus dem t lusendjährigen Schicksal Israels, aus Leiden und Enlsagu ig, aus Scheiterhaufen Und Foltern, aus Standhaftigkeit ui d Erti altung schauen, werden dem geistigen Wege Cjandlis, des Mahatma, der großen Seele, mit tiefstem Verstehe i' folgen. | | F A. Odt. Rituelle Kunst. Von pJof. Dr. Georg Haupt, Darmstadt. Sonderabdruck aus pen S ondnt'-Blättern. 1928. Das Hessische Oewerbemjuseuu in Darmstadt veranstaltete im vergangenen Frühjahr unter dem Namen *» Schrift und Handwerk« eine um ässenle Ausstellung der Arbeiten von Prof. Rudoljf Koch, Offenbach a. M., des bekannten Führers in der Erneuerung unseres Schriftwesens. In dieser Ausstellung spielen religiöse Arbeiten eine große Rolle. Die jüdischen Stucke, lie dort das Interesse der Besucher erregten, stammen fäit säibtlich aus dem Besitz des Br. Dr. Ouggenheim in C ffenbach, der sich in der Werkstatt Rudolf Kochs upd duiich seine Schüler eine Reihe von Gegenständen für ließ, wie eine Sederschüssel, Handwaschung, illustrierte I Haggadah und des Psalters,! zwei Tischgebet für das Speisezimmer un< Schriftteppiche zum Schmuck der Wände bei der Sed:rfeier am Pessach. ln seinem überaus lehrreichen uns Prof. Haupt über die Arbeiten der übrigen Offenbacher Künstler, Friedrich Heinrichsen und Benhold i {rituel e Zwecke herstellen und Becken für die tands^hrift« n der Seder- Schiiftteppiche mit Aufs itz unterrichtet des Prof. Koch und wie Fritz Kredel, iVolpi: und gibt eine eingehende Eesprechung jvon zwölf Gegenständen, ceren Abbildungen furth). wir einige aus der Offenbächer H iggadah des Br. Gubjgenheim bereits kennen. Beim Betrachten dieser gescl mackvollen Illustratii>nen wird in uns der Wunscnrege, Br. Ouggenheim mochte •eine A,nref»n "gen gelegentlich aicK den Gewerbeschulen «Bezald« uni »Maabadip« in Jerusalem mitteilenj[ die dort si< herlic l mit Dank iaufgetfemmen würden. - I EJ dem Aufsätze beigefügt sind, und von lenen Pr>f. I r. ing. Alfred Grotte: Alte sehe J u d en fr ied{h öfe],(Breslau und Verlag Guido Hackebeil A. G., Berlin S. 14, alten jüdischen iFriedhlö :e sind eine Fund) rube “' — : r . . ."Zelt,; her A blagerungen. Sie kpiegeln häufig diel] ts das Ergehen jder betreffenden jüdischer Oe- - j •«--- «»■-.. j man Nur historis fast ste _. =_ neratiojn Wieder. Die Steine $i ld ihre Blatter und kann'in und auf ihnen lesen, wie in einem Buch, daß leider - ■ auchbei i unseren Intellektuellen -4 der Wunsch dazu kaum einmal vorhanden ist. / Nicht daß die Steinie in d ir Mehrzahl künstu risch besonders Wertvolles bieten würden, aber sie sindldurch die mehr oder wenige! freiwi lige Einschränkung in Albspiaß und Formen schon oft von christlichen [l;achleutert als vorbildlich hipgestellt Dabei wird dp« Anschauung der Juden zugrunde geegt, daß.im Tode lalle gleich sind. Besonders unter Hirtweis zürn Beispiel auf Alle geringe Höh? dieser Steinei und die dadurch bedingte g<£ schlossene Wirkung des Oesamtf;l(les, wird'bei Anlagen von neuen Friedhöfen in Deuttchland die Hölie der Steinie stark beschränkt. : Bedauerlicherweise wird dieser Einschränkung gerade aus jüdijschen Kreisen vielfach Widi rstand entgegengesetzt. Glicht von den leitenden Persönlichkeiten, sjohdern von den Angehörigen der Beeid gten, die gflaubi n, daß die Größe ihrer Liebe, und Verehrung des Toten ii der Oral stein-Masse oder -Höhe;zim Ausdruck. k >i timen muß e. Man kann das inicht! npr in. Weißenseq beobacht« n Zs ist deshalb von jgrößtjen Wert, daß diei« alte jüdische Anschauung von Z$it zu Zeit belegt dessen Studium jüpf schon eine vir Professor Dr. ing. Gfotte, Kuhhäuten und Einrichtungen außerordentlich begrüßenswert;r IVeröffentlichungär dank cn, hat als Pfleger ber Kupstdenkmäler Sch im Itahmen der “- — 97 — gute wird: ischer nzahl veresiens, r »Monographien eu Denkmalspfle,;c und Heiniatschutz« ein Heftchen ersi heinen' lassen, vilches die rlten .jüdischen Friedhöfe zi Breslau und Djhernfurth bespricht. . Auf 42 Seiten mit 45lAbbilduigen wird uns «in Bild der jüdischen Gemeinde ipi Rahmen der Zeit vom H. bis zum 19. Jahrhundert entwickelt^ daneben auch die Kunstentw cklung besonders inii 18.; uni 19.-Jahrhundeit Es sind einzelne hervorragende Steine darin enthalten, '* eiche auch von höchstem künptlericjhei l Standpunkt aus beachtlich sind. | In öjähriger Arbeit hat Orolle uns etwas gegeben, was den glücklicherweise sich mehrenden Veicffentlichungen über jüdische Künste enkmäler vergaigcner Zeitei sich würdigan <j'e Seite stellt und.'mit Ireifen soll, das Verständnis dafür in Weiten Kreisen zu wecken und cs in sie hineinzutragjen. Wilhelm H all I er (Leipzig-L^eK s c F.. I e ■ Dyhem- 927. Dr. S. Kaatz: Wissenschaft«. Man wird wohl Glauben und Wissen »W[e 11 SjC h öp f u n gsä r a und Berlin, Verlag M. Poptklatiei, 1928. seifen ein Thema, das zwischen emherpende! I, so sehr sipe ira et studid behandelt finden, daß det Gläubige sowclil als au:h der Wissenschaftler befriedigt werden, wie in der, hier i.ngeztigten jüngstenafjehrfft van Kaatz. Die cObrer der jüdischen Orthodoxie Upserer 1 age haben sich zu dem doch immerhin notwendig gewordei len Ausgleich zw I sehen den wenigen Jahrtausenden der iüdi sehen Weltschöplungsära i nd der naturwissenschaftlich :n Erkenntnis vc i den Jahrn Ulionen des Weltgebäudes in großen iund jinzen