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Der Orden Bne Briss · 1928-03-01 · Nr. 3 - März (3.1928) · p. Seite 46

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1928
Issue
Nr. 3 - März (3.1928)
Date
1928-03-01
Page
Seite 46 (sequence 14)
Language
German
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genannt werden, wie solche etwa der* uns wohl allen bekannte Aime Pallieres heute repräsentiert. Von dieser Auffassung ausgehend wird dafnn des weiteren die ganze Frage der Propaganda abgeleitet und von Guttmarpr ausgeführt. Weil im Judentum die Kultform selbst in ein ethisches Reich hineingehoben wurde^ darum konnte die Religion, als ihre sichtbarste äußere Ausprägung, die eigentliche Kultstätte, dir Tempel, zerstört wurde, unbeschadet weiter bestehen, denn ihr Wesenhaftes war ja die Ausprägung im Menschen selbst. Das Heilige sollte im Innern des Menschen als reines Menschentum erzeugt werden. Daher gab es nach, dem Babylonischen Exil kein »Spätjudentum«, sondern beinahe könnte man umgekehrt sagen: Das Judentum begann erst in seiner wahren Oestalt* Wir haben nur eine kleine Blutenlese gehalten in den Beeten des Gartens4den Prof. Guttmann vor uns aufgetan. Es befindet sich darin der Baum des Lebens, denn Thora, Wissen, ist der Baum des Lebens und tiefgründiges und zugleich umfassendes Wissen, wie es wenige diesem Manne gleich in unserer Zeit aufweisen können, Wissen ebenso reich und bewandert in dem Gebiete der christlichen wie der jüdischen,' aber auch der griechischen und römischen,' der antiken und modernen Theologie und Geschichte Spricht uns aus diesem Werke an. Ein Hohepriester der Wissenschaft legt einen. Teil eines Lebenswerkes vor uns hin. Es ist Ehrenpflicht der Logen,’ sich dieser Arbeit und ihres Verfassers würdig zu erweisen. Das Werk bietet Stoff, um Logen mit Vorträgen auf lange Zeit zu versorgen* und ist däbfei so faßlich und verständlich geschrieben, daß jeder Gebildete int Stande ist und sein muß, sich in seinen Inhalt'einzulesen. Jüdisches Jahrbuch für ' GroB - Berlin 1928. Herausgeber Dr. Jacob Jacobson. Vetlag Fritz Scherbel & Theil, Berlin SW. 19, Bleuthstr. 19. Preis geb. Mk. 4,50. . Zum zweiten Male erscheint dieser zuverlässige Führer durch die jüdischen Wohlfahrtseinrichtungen und Organj- ' sationen unserer Großgemeinde, in der über ein Viertel Million -Joden leben, mit Aufsätzen von Dr., Bertha Badt- Strauß, . Redakteur Georg Davidsohn, Salli Kirschstein, Rechtsanw. Dr. Max Kolienscher, Redakteur Leo Kreindler, Dr. Georg Lubinski, Rechtsanw. Heinrich Stern und Redakteur Bruno Woyda. — Ferner enthält er ein Verzeichnis aller in Berlin erscheinenden jüdischen Zeitungen und Zeitschriften, viele Illustrationen .und Tabellen. Ein fast 400 Stichworte umfassendes Sachregister erhöht die praktische Brauchbarkeit diese» Nachschlagewerkes. ef. * . * Der Arbeitsausschuß deutscher Verbände weist unter den von ihm herausgegebeneif Schriften auf ein neues im Verlag »Der weiße Ritter« 'erschienenes Werk hin: »Ein neuer Weg« von Heinz Rocholl und Rolf Gardinger. — Mk. 1,60 broschiert, Mk. 2,60 in Ganzleinen. — Dieses Werk stellt den Versuch einer Aussprache dar, den deutsche und englische Jugend unternimmt, um sich über die zwischen beiden Völkern stehenden wichtigen politischen und kulturellen Probleme I zu unterrichten. . % » Das Februarheft der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums beginnt mit einem Rücklick auf die 25 jährige Arbeit der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums aus der Feder von Professor Elbogen. Unter «Jen zahlreichen Aufsätzen des Heftes darf eine Arbeit jvon Harold M. Wiener über das Deuteronomium besondere Aufmerksamkeit beanspruchen. Der Verfasser, ein durch eine große , Reihe bibelwissenschaftlicher Arbeiten bekannter Forscher, ist von Haus aus Jurist und wirft auf die Fragen, dje sich an das 5. Buch Mosis knüpfen, neues Licht, indem er es zugleich unter juristischen Gesichtspunkten, als. Urkunde eines Bündnisses zwischen Gott und Israel^ betrachtet; von hier aus ergeben sich ihm schwere Bedenken gegen die herrschende kritische Auffassung, die in dem Buche das Programm einer Kultusreform der ausgehenden Königszeit sieht, und neue Anhaltspunkte für das hohe Alfer und die Einheitlichkeit des Buches. Der; greise Gelehrte M. Weisberg weiß den Kampf der Aufklärung in Oaüzien mit äußerster Lebhaftigkeit darzustellen. Von den beiden.Samnjelbesprecfiungdn, die das erfreulich starke Heft enthält, ist die Uebersicht über die Geschichte der Juden in den östliche <Länd^m (Lewin> mehr für Geschichtsforscher, die sehr feinsinnige Analyse von Werken der schönen i Literatur des letzten Jahres (L. Barschak) für jeden gebildeten Leset von Interesse. d s W. 35, Lützowstraße 16, hat das zweibändige Werk gediegen lusgestattet. eine O e- Der Morgen. Herausgegeben von ffroj. J. Gold stein, Darmstadt. Philov^rlag Berlin. Das neae Heft bringt wieder eine Fülle interessanter| , Arbeiten. Erich Sterp schreibt einen Artikel zur; Psychologie des jüdischen Kindes. Die Wichtigkeit des Milieus für eine Behandlung der Psychologie des Juden, der starke soziale Druck, dem er untersteht, und die dadurch erzeugten; Minderwertigkeitsgefühle, und das, wieder durdh diese Gefühle, hervorgerufene Oeltungs- ■ verlangen und Machtstreben werden von Erich Stern eingehend besprochen; anschließend daran :etörtert er die Familienbeziehungen und das religiöse Leben im jüdischen Hause, seinen Einfluß auf das Kind und ist iich der Aufgaben bewußt, die, das Elternhaus, die Schute und die weitere Umgebung dem jüdischen Kinde gegenüber haben. Einen wertvollen Beitrag über »Staajt, Recht und Judentum« |liefert M. Eschelbacher, |dpr den Weg der jüdischen Rechtsgeschichte vom Zusammjenbruch des Hermann Cohens »Schriften zuf Philosophie und Z e i t g e s c h i c h*t e.« Unter diesem Yitel erscheint soeben eine z|weibändige{ Sammlung aus dem Schatze Cohenschen Denkens.' Herausgeber sind,'im Aufträge der Hermann Cohen-Stiftung den Akademie für die Wissenschaft des Judentums, Prof. Albert O ö r I a n d und Prof. Ernst C a s S j r e r. Die »Schriften« bilden eine schöne, gemeinverständliche Ergänzung zu den schweren Büchern Cohenscher Systematik. Die vier Teile: Systematisches, Politisches und Zeitgeschichtliches, Rersönliches, Rezensionen, enthalten neben manchem bereits verstreut Oedruckten' auch viel Ungedrucktes und Verschollenes. So cjie längst ver- . griffene und viel gesuchte Abhandjung: lj)a:i Prinzip J, der I nf ini t e si tu a 1 - Mjethode un schichte. Der Akademie-Verlag, Berlin 1 t I — 46 —

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