Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1928
- Issue
- Nr. 3 - März (3.1928)
- Date
- 1928-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Berlin, März 1928. ,i Nummer 3. ciimt (Bingstragener Verein. ftflfRft fertag Der ®roßlop.' ümaii: 8062, ghtttHrajjt 12. topßon: £nit pßom 4619.; i)oftftyedi&oiito: Badjflmnft rämtlidiir Brfthel aus Riefen HHttciluitften Verboten.! $Ellt ü 163 31t Inhalt: Brennende Fragen:’ — Di? Malerin und Uraphi« anderen Distrikten.; Zeitschriften anderer Distrikt Beilage: Aus dem Sonderausschüsse für geistig« dem Verbände der Fmucnverdinigungen der U. O. t erin Meta Cohn-Hendcl- Dr. Paul Nathan. — — Bücherschau. Aufruf. — Gesamtarchiv der Interessen (Mittel und Wege zur Hebung des Logei B. Lpgeri (.Die Logenschuester“!. . Dresden-Obe ^qs dem Biirö der.G putschen Juden. —, 'r besuchst. —| Logen i rikdclmit/.. oülogjj. — Aus ngen. — r~. Aus Aitteilqi cricht< f-. Brennende Fragen. Von Alfred Ooldschmidt, Berlin. Wo liegt die größte Tragik des <rieges? dem ' plötzlichen Ablauf — herbeigefOhrt durch einem blühenden Flintensamtheit sch wergutzumakthenden jSchad jahrelangen Leiden eines Kriägsbeschä-_ , Warum gerade jetzjt? ■ ’ ' Um Tat, um Abhilfe auszulösen' In ^Lebens schuß? Inh digten? Im Schicksal der Kriegsblinden? In der Nacht ihrer ejwigen Blindheit feuchtet eine Helligkeit auf: überall wio Freundlichkeit i nd Güte in der Welt noch existiert -i. dem Blinden wii d sie zuteil. Man bemüht sich, das Häßliche und h iedrige des Lebens von ihm fern zu halten, so daß die Behauptung aufgestellt werden könnt:: der Blinde se verhältnismäßig glücklich. Liegt die größte T agik in dem N ederbruch der scheinbar festgefügtesten Existenzen? In ihren Auswirkurgen und Erniedrigungen? Es ist schwer, Unterschiede zu machen, Gradabstufungen fesizustellen. Wo und wie wir Leid Wirkungen sich hinziehen. Weit sie si :h auf Tage, auf Wochen, Monate und Jahre erstrecken, weil sie Einzelschicksah: zermürben und der Geauch die Leidenswelt naich dem Kriege en bringen. Um dem i betrachten, überall ist -ihf Ausmaß ein ungeheures. cn i’t Greifen, wirzwei Schi’cksalsko heraus, um sie der Aufmerksamkeit rücken. * Warum gerade siel* * Weil sie nicht explosiv in Erscheinjung treten, — weil sie in ihrer Ausdehnung unq in ihren m p I e x e näher zu 33 — schwer Zugänglichen Ztgänglichkeit?u schaffen — bevor es zu spät wird. Lassen wir einmal Z a h I enl zu uns sprechen: mit ihrerjganzen StäTke, mit ihrer Eindringlichkeit, mit ihtjen- Wirkunger Fast zwei Millionen Deutsche sind im Weltkriege gefallen, darunter 1 2 000 Juden. Das bedeutet nicht bloß: aus gelöscht sine mit ihrem eigenen Schicksal jugendlicheI Menschen aus kräftigster Lebensbetätigung, Seelenhid lür Familien .... Es bedeutet sinkende V< iräm lerung von Lebensschicks alen,| veränderte Um- und Einstellung zum Lebern für alle diejenigen,;iuf die das Leben der nun Tqten einen Einfluß gehabt hätte: das sind die Tausende von Kriegeniritwen, die Tausende von jungen Mädchen, der?n der Krieg den Gefährt >n dfes Lebens — )b eie nun bereits mit ihm verbünden waren oder rieht — für immer'ohne Aussicht auf Ersatz genommen hat. Hier haben wir Rieben, der großen Tragik vdes Geschehens such Quelle und Ursprung all i. .