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Der Orden Bne Briss · 1928-02-01 · Nr. 2 - Februar (2.1928) · p. Seite 31

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1928
Issue
Nr. 2 - Februar (2.1928)
Date
1928-02-01
Page
Seite 31 (sequence 15)
Language
German
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Qasamtdarttellungen der jüdischen Geschieht kam so plötzlich und so stark über die jüdischest Kreise des vorigen Jahrhunderts, daß eine erschöpfende Klärung dek Spezialfragen in kurzen Einzeluntersuchungen licht mehr vorgenommen werden konnte, und wir Juden ehen nur, wrie nach den ersten großen Gesamtdarstellungen die Behandlung der Einzelgebiete folgt. In. den versc liedensten Oebieten Deutschlands, in Städten und Ländern erscheinen jüdische Darstellungen, welche aus früher oder vernachlässigten Zeitdokumenten, Arql Sammlungen schöpfen und einzelne''Züge bilde der jüdischen Geschichte betonen Beleuchtung hervortreten lassen. Rosenthal unternimmt in seinem Versuch, die Heimatgeschichte der badischen Juden in allen Einzelzügen aufzuw^isen. Schon dir Fassung des Titels besagt, daß hier das Oescheber, Jas Tun Leiden, aus dem heimatlichen »Boden heraus entwickelt und verständlich gemacht werden soll. Dad irch wird diesem Sondergebiet der Geschichte ein starke Bodengeruch gegeben und durch dije Offjenli gung der feinsten Adern geschichtlichen. Werdens 4viri die Zeit und ihr Bild blutwarm durchströmt.' Und s > ist nicht nur die Fülle des beigebrachten Materials, sordem auch die Lust am Fa|iu‘tie'fen di# bald schlichte, >ald in die Farben einer elüt enden Phantasie getauchte, vo kslümliche, gewöhnlich, auch eine moralische Pbinte erftli iltende Erzählung geschaffsn hat. Vielleicht «jntschlleßt sich Frieda Vit'eißmann bei einer späteren Neuauflage ih es Buches in einem Anhat g oder neben derj jedesmal] :en Ueberschriff die Quell: für ihre Erzählungen ankug« heil, damit der wißbegierig« Leser' nicht erst lange Erkkindi ingsfahrten zu unternehmen braucht. So würd^ es z! B. sehr rnt.ep. essieien zu wissen, aus welcher Quelle ipnrrlnlb der Frzählung »Der Brand des Tempels! die □esihicht« von dem niederfahrerden Blitzstrahl, der die gerettete i Schlüssel in eine unförmig le Masse verwandelte, geflissei i ist, ztpnal die bekannteren Versionen sidrd-hin äußern, die Schlüssel seien von den P iestefn vom Tempeldäch rüis i i die'Höh'e geworfen, von einer geheimnisvoll .aüsgesireckten Hand entgegengenommen und gen' Himniel etitfüh t worden'. Wenn die Verfasserin aber dem Erzvater Isaar, auf den die Tradition die Anordnung des! Naclimitiagsgebeles 'zurückfuhrt, die Formel unseres Ajbendgebel es iii'den Mund legt: »Der du das Licht schwindet lä it und die Finsternis herbeirufst», so wird man das nzr a s poetische Lizenz gelten lassen dürfen. Die Anschaffung des Büchleins sei Jur g uidAlt aufs der Geist ßer Darstellung, welcher aus. d«m Werke wärmste empfoilen, da es eine wirkliche Bereicherung spricht, ein Verdienst des Verfassers.! Zeit ui d Persondes jüdischen Bichertisches darsfellt,- .» J, O. - lichkeiten treten als geschichtliche Erscheinung' n, die wir mit »Leben« bezeichnen dürfen, uns vor d; e ur bekannten hiv« n, Akterlin Oesarat- Qder| in neuer Wdik diesen Augen; die Verbindungsfäden zwischen dem herri torial begrenzten Geschehen in den heute > badislche 1 Landesteilen und dem weiten Draußen schimmern hei vor. Die Bereicherung des Geschichtsbildes nach Tiefe und Weile wird so auch zu einer kulturgeschichtlichen A >h des jüdischen'und deutschen Lebens. | Die Veri ienstvolle Arbeit Rosenthals sollte in allen Kreisen'gebest n und als anregendes Vorbild für weitere JJnteirsuchi^nge n anderer Lindergebiete dienen. Rabbiner Dr.6. Letji Frieda WeiBmanm Biblische Gestz Iten in der Legende. VerlagI.Kauffmann^Frankfurt’i .M. 1928. .' Es ist nicht leicht, die’ alten Legenden, c ie in. der überlieferten althebräischen Literatur i um das f äupt der großen biblischen Persönlichkeiten gewoben: sin 1, in ein modernes Sprachgewand zu hüllen; und So ichön zu erzählen, wie sie in di' s^m Buche voll Frieda VI eißmann erzählt werden. Aber sie erzählt nidit nury wi s in den alten Quellen geschrieben steht, sondern sie hat tuch den Mut. die allen Schläuche mit neuem Wein zu lulle i, indem sie, von einem sicheren Intuiiionsvertnögen gele tet, aus der Tiefe der Sagenschätze, wie ein) echter) um rechter Homiletiker, so manchen schönen Gjedankeh h< raufholt, den sie dann in das Oewand einer den Legpndenton vorzüglich treffenden, poetisch durchbauchteh Sp ache zu kleiden weiß. Dadurch entsteht zwar allerdings; uweilen mehr eine Paraphrase des alten Legendenstyffes als eine wort- und sachgemäße Reproduktion! Das scbai let aber nichts. Es läßt im“ Gegesfteil die jm Untergründe der mrdraschischen und agadiseben Gesdiichten .Jeucätenden Qedankenperlen um so heller aufstianlen und dein Leser ins Bewußtsein treten. Andererseits hat Sich die Verfasserin auch wiederum mehrfach mit einer im allg« meinen einfachen Wiedergabe der vorliegenden alten Tecte begnügt, und zwar mit Recht überall dort wo nicht so sehr Oedanken aus ihrer Hülle zu erlösen waren, sondern Olfenbacher Kur Die neue Offenbacher Haggadah! Et erf begintit die Ausgabe der] von vielen Buchtiebhabem mit Spannung erwarteten Offerbacher Haggadah. Sie ersehe rit' im Verlage des Herausgebers, Br. Notar Dr, Gugg enheim -in Offenbach a. M. Die Ausgabe ist eine aus jesprochen bibliophile. Es ei scheinen 300 Exemplare in der E ibelgoiisch. 1 von Professor Ra Jolf J. Koch auf Bütten gedruckt der Noten ist neu und eigenartig. 12 ganzseitig* - Mainz Anzahl weiterer I andgemalten Holzschnitte von f ritz Kredel geben dem Werl e eine schöne Farbigkeit. Die nicht vor bestellten Exemplare .sind zum Preise von?M 60 — broschiert zu be liehen. Für Bücherliebhaber sii d-in einer stbuchbinderei besonders -gegef mackvolle und für ihr Material wertvolle Bucheinbänqe bereitgestellt. N Neu und eigenartig ist die Anlage des Werkes. In ihm ist der naheliegende und doch hoch ni< verwirk lichte Gedanke durchgeführt, den Sederabend dazu zu benutzen, um übtr den Nahmen der PessachHturg ie hinaus sch' in und An- Sind und so ein jüdische. Oedaiken zu entwickeln. Method zielsicher ist der Gedanke durchgeführt, knüpfung an einzelne .Worte der. Haggad ah Stücke aus dem jüdischen Schtjfttum ölte' ter neuester Zeit eingestreut, . qnd ) es wird fast geschlossenes Bild des gesamten Judentumsan diesem Abend gezeigt. Man wird leicht ermesset können, was das in unseren Zeiten mangelnder Sammung und seltener Ruhestunden für eine Bedeutung hat, un i welche Möglichkeiten jüdischer Eiziehung än'Erwachstnen und an Kindern danit in leichter und liebenswürdiger Form eröffnet sind. Dem ganzen Bufch ist die Fröhlid ikeit und- Heiterkeit rheirischer und mainischer Landschift und Menschen zueigen. Dadurch ist auch in dem ginzen Buch der lehrh ifte Charakter: vermieden, und nicht eine' rationalistische ') I Darstellung ist gegeben, sondern’ das Oanze ist Spiegel einer quellhaften Religiosität alte quellhafte F eligiosität schöpferisch ist, ist tue b dieses — 31 — Die Form und eine md wie

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