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Der Orden Bne Briss · 1927-06-01 · Juni/Juli (6.1927) · p. Seite 35

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
Beilage 1927 (1927)
Issue
Juni/Juli (6.1927)
Date
1927-06-01
Page
Seite 35 (sequence 15)
Language
German
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Zeit muß den örtlichen Verhältdoppelung der Auflage .Er wendet sich ged in den Logen, weil die «ingeführt wird. Die nissen angepaßt werder. Zur Tragung des Werkes »Der Morgen« fehlen etwa 500 Abonnenten. In dieser Beziehung müßte in den Logen regere Propaganda getrieben werden. Vielleicht läßt sich durch ( in Vorzugsabonnement eine Vererzielen. | en die Behandlung jeden Themas Grenzen nicht innegehalten werden würden, die notwendig sind. In die Logen darf keinerlei Politik hineinliommen. Gegen ein instruktives Referat über die Zeitstömungen sind, wenn es in der gebotenen sachlichen Form j gehalten wird, Bedenken nicht zu erheben. Er spricht sich gegen die Bewilligung eines Darlehns an die Friedensloge f ir das Logenheim aus, weil der Großloge Mittel-für sol :he Darlehen nicht zur Verfügung stehen, und die Logen, wenn sie sich eigene Heime schaffen, auch die hieraus sich ergebenden Lasten übernehmen müssen. __ Br. Jeselsohn littet, dem Br. Großschatzmeister Entlastung zu erteilen. Entlastung wird erteilt. ■ Es wird beschlossen bis zur nächsten Großlogensitzurig ein weiter;s Mitglied desr Bayrischen Logenverbandes und einen Stellvertreter regelmäßig zu den Sitzungen des Generalkomitees einzuladen. Br. Großpräsident iaeck führt aus, daß die in der Erörterung zu Tage getretenen Wünsche im Geschältsausschuß sorgsam erwogen werden sollen. Gegenüber den Ausführungen über die zu teuren Logenheime muß bedacht werden, daß g< rade in den kleinen und mittleren Städten das Logenheini der Mittelpunkt des Oemeindelebens wird, daß die Loge das Haus also nicht nur für sich, sondern auch für die Oemeinde baut. i.u den Einwändeii gegen den Namen der neuen Loge in Hannover bemerkt er, daß wenn möglich ein Bruder des Geschäftsai isschusses nach Hannover fahren wird,* um wegen .des Hamens zu verhandeln. Vielleicht, läßt sich eine Verbindung des Namens mit der Idee her-, stellen. Ohne Not soll der Wunsch einer Loge in Bezug auf den Namen, auf die Sondergesetzgebung usw. nicht gehindert werden. Di« Loge muß das Recht des eigenen Antlitzes haben. — Le bniz ist wenig gekannt. Was an Pan-europäischen-, Welt friedens- und Völkerbundsgedanken vorhanden ist, geht zun großen4Teil auf ihn zurück und bildet die Verbindungslinie zwischen ihm und unserem Ideal, Die Bedenken i ollen aber den künftigen Brüdern nahegebrächt werden. Aber ohne dringendste Not soll einer Loge nicht das Recht der Eigenart beschränkt' werden. Die Anregung der Verbreitung guter jüdischer Bücher greift er mit Dank auf. Hier ist ein Weg, wie •die deutschen Logen die Pflicht des Dankes erfüllen können an den Männein des Oeistes. Hierbei kommt esr nicht nur darauf an, d is Buch zu verstehen, sondern es zu kaufen, um den grof en jüdischen Männern den Respekt zu beweisen. Die erzi« herische Bedeutung auf die heranwachsende Jugend, di« allein die Buchtitel in der Bibliothek ihrer Eltern ausüben, kann nicht genug eingeschätzt werden. Er erbittet zu ermessen, was es bedeuten würde, wenn jedes bedeutunj svolle jüdische Buch von jedem Ben Briss gekauft würde. Br. Stein äußert sich zu dem Vorschlag des Br. Baumann wie folgt: Der Vorschlag des Br. Baumann will, daß der Ofden und die Logen es zu ihrer beson- - 35 deren Obliegenheit machen., eine gesellschaftliche Arnäherung zwischen Christen und Juden unter Ausschluß politischer und religiöser Gesichtspunkte zu betreiben. Würde diesfe Aufgabe nicht nur einseitig yhs »Bne B'riss|> * sondern' interkonfessionell allen Orden und ^rdetisähn» liehen Vereinigungen mit Einschluss? der freimanfer, Odd» Fellows und unseres jüdischen Bundes gestellt werden^ , wir würden einem sojehen Programm freudig zusti.mmenL Denn, die Abtragung aller trennenden Scheidewände von Mensch zu Mensch in gemeinsamem höchstem Menschentum ist letztes Ziel auch unserer Bestrebungen. Was zSnächst das religiöse und politische Gebiet betrifft,^so hat unser Orden von jeher alle Manifestationen gefördert, die das gemeinsame geistige, ethische, erzieherische Ziel sowohl der jüdischen wie der christlichen Heilsbotschaft betonten. Unsere geistigen Führer Lazarus, Hermann Cohen und unser derzeitiger Gro'ßprasident,- üm nur diese drei zu nennen, haben nie gefehlt und verfehlt in Wort und Schrift das Verbindende, Gemeinsame, * sich Berührende zu betonen und für eine Versöhnung und Ueberbrückung, historischer Gegensätze , einzutreten. Auch in unseren Logen betonen wir immer wieder die -" unterschiedslose kulturelle, staatsbürgerliche Gemeinschaft , zwischen Juden und Christen. - Unsere humanitäre Be- | tätigung macht vor keinen kontessionellen Schränken halt. Wir wissen uns efns mit der politischen Wirksamkeit des Central Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens in Bezug auf die Verfechtung und Verjretung -. unserer absoluten staatsbürgerlichen Gleichberechtigung.' - Auch darüber, daß wir einen völligen .gesellschaftlichen Ausgleich zwischen Juden und Christen, herbeisehnen, ist kein Wort zu verlieren, wenn auch unter Wahrung unserer jüdischen Individualität, in der wir keine Minderung, sondern eher eine Bereicherung des Gesamtbildes deutscher Kultur erblicken. . All dies vorausgeschickt, .scheint eine derart delikate ■ Frage, wie die von Br. Baumann angeregte geseltschaft- \f . liehe Annäherung von Juden und Christen schon deshalb nicht auf unsere Tagesordnung zu gehören, weil es sich hier um ein Problem" handelt, das-mehr Fragen des Taktes, des würdigen Verkehrs’ und Verhaltens betrifft als programmatische togenarbeit. Die'• Opportunität, Nützlichkeit und Möglichkeit des' Baumänn’schen Vorschlages muß verneint werden. Jede gesuchte •gesefl-* schaftliche Anbiederung nach 'Seiten, bei denen wir! nicht sicher sind, willkommen geheißen zu wmjjen, wäre vjrürdelos und würde das Gegenteil von .dem^ herbeiführen, ■ was Br, Baumann vorschwebt, Jede Preisgabe unserer Sonderart, jede Verchristelung des Judentums unji des Linsengerichts gesellschaftlicher Vörteile birgt die Gefahr _ einer .schrankenlosen Assimilation in sich, die zu | einer Schwächung und Verleugnung des Judentums führt, j. Jene geistig so bedeutsame*Mendelssohnsche'Aufkl$rungsepoche mit ihren berühmten Salons jüdisch-christlicher gesellschaftlicher Verschmelzung führte in ihrer letzten) Auswirkung zum Abfall vom Judentum und zur Taufe nahezu aller Nachkommen jener Kreise. Das Wort, das Br. Baumann zur Begründung seines Antrages an wandte: Heraus aus dem Ghetto kann leicht als: Heraus aus dem « . Judentum mißverstanden werden. Wir in unserm jüdikchen Orden betonen die Pflege jüdischen Bewußtseins. cjdethe sagte einmal: Die Deutschen weiden niemals iughmde gehen, ebensowenig wie die Juden, Weii sie beide I n - d i v i d u e n sind. Diese unsere jüdische Individualität wollen wir erhalten. ’ Wir finden uns mit unsern Christ-

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