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Der Orden Bne Briss · 1927-04-01 · April (4.1927) · p. Seite 10

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
Beilage 1927 (1927)
Issue
April (4.1927)
Date
1927-04-01
Page
Seite 10 (sequence 2)
Language
German
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Richtung, hin ausgebaut werden, nach der Seite der Berufsertüchtigang und Willensstärkung durch HandfertigkeitsunterricRt. Negativ verweist Br. Schindler auf die vergebliche Anregung der Niederrheiologe, von Zeit zu Zeit ein Verzeichnis beachtenswerter Neuerscheinungen auf allen Gebieten herauszugeben. Mitarbeiter hätten sich nicht trotz Ersuchens an die Logenverbände zur Verfügung gestellt, ln den Jahren 1913-1923 habe die Tätigkeit des Sonderausschusses völlig geruht. Erst 1822 sei der Arbeitsausschuß durch das Gen.- Kom. wieder einberufen worden. Die Einzelheiten ergäben sich aus den gedruckten Protokollen und Berichten, aus denen er nur hervorhebe die ' Propagierung (1er Instruktionslogen und die Distriktsthemata. Als solche möchte er schon hier vorschlagen -die Arbeiten des Sonderausschusses der Großloge an Hand der Veröffentlichungen in der Monatsschrift« sowie das Thema »Welche Fragen aus der Plenargroßlogevon 1924 sind noch aktuell?• Die Arbeit des S. A. ebenso wie der Großlogs wäre unnütz, wenn sie lediglich in den Protokollen verkümmerte. Die Logen müßten sich damit beschäftigen. Das Material der S. A. enthalte eine Fülle von Anregungen, neben den unzähligenvorgeschlagenen Themata; die »Jugendpflege, Berufswahl« u. a. Er erteilt sodann Br. Goldschmidt das Wort zu dem Thema: '»Abänderung des Begriffs: Wohltätigkeit in Wohlwollen.- Br. Goldschmidt beaptragt: Die Großloge möge in Ausdeutung der grundlegenden Buchstaben bezw. Begriffe »W. B. u. E. - statt W Wohltätigkeit: Wohlwollen setzen, so daß die Gesamtheit der Begriffe »Wohlwollen, Bruderliebe .und Eintracht« lautet. Er führt aus, indem er auf das schriftlich von ihm niedergelegte Referat Bezug nimmt, daß das Wort »Wohltätigkeit« als abgemünzter Begriff bezeichnet werden muß'. Der Begriff Wohltätigkeit, der den des Almosengebens einschließt, gehört einer überwundenen Zeit an. Er tritt dafür ein, das Wort »benevolence« aus der ursprünglichen amerikanisch-englischen Formulierung mit »Wohlwollen« zu übersetzen und so der Erkenntnis der Pflicht zu sozialer Wohlfahrt Rechnung zu tragen. Einer weitergehenden Aenderung, Mie auch nach Vorschlägen anderer Brüder eine Aenderung der Buchstaben- Grundlage bedeuten wärde, widerspricht er.. Wohlwollen stellt einen wachsenden Begriff dar, der auch den Willen zur Jat in sich schließe. Die gelegentlich an die Großloge gelangenden Zuschriften, die die Grundsätze des Ordens und seine Ideale als verbraucht, und überlebt bezeichnen, hält er für unberechtigt. Die Ideale tragen Ewigkeitswert in sich. Die von einzelnen Brüdern vorgescblagenen Devisen, wie -»Wahrheit, Recht und Frieden«; »Selbstveredelung, Freundschaft, soziale Betätigung! (oder Wohlfahrtspflege), Würde,« erscheinen zu schwerfällig. Die von Br. Steinbefjjr, Dortmund, vorgeschlagene Form: 'Wandlung, Beispiel, Erkenntnis«, die den Vorzug hat, daß sie die drei Buchstaben W. B. u. E. beibehält, bedeutet den Weg und nicht das Ziel. Zugleich mit dieser Wegesformulierung könnte das Zweckmäßige geschehen, daß der erste Begriff in »Wohlwollen« umgewandelt wird. (Das unverkürzte Referat ist an anderer Stelle dieser Nummerj abgedruckt) -J; Br. Schindler weist darauf hin, daß in einer Anzahl von Logen der Begriff »Wohltätigkeit« durch Wohlwollen« bei.der Einführung und Installation ersetzt wird. Bereits im Jahre 1894 (M. B. No. 7 S. 41) hat sich Br. Julius Plotke in einem Aufsatz für die Uebersetzung des Wortes »benevolence« mit »Wohlwollen« ausgesprochen, indem <r ausführt: | :»Der oberste Grundsatz unserer Vereinigung ist »bene- \iolence«. Dies ist mehr als Wohltätigkeit, das ist Wohlwollen, Herzensgüte: die wahre Voraussetzung für Wohltun. Wohlwollen ist nicht ein Ausdruck des Temperamentes, sondern die Frucht ebener verantwortlicher Erzielrung, und das erste, was die Brüder fördert, ist, sich zu bilden, ihr Gemüt zu-vervollkommnen, daß der Wille stets, auf das Gute gerichtet ist.« Br. Cahen, Köln, wünscht weiterhin statt »Bruderi liebe Brüderlichkeit, statt »Eintracht« Einigkeit. Br. Som mer, Pforzheim-, stimmt der Abänderung des Wortes Wohltätigkeit in Wohlwollen zu. Das erstete schichte die Menschen in Gebende- und Nehmende, wähjend Wohlwollen das Nebeneinander betpne und einen inneren Inhalt gebe. Br. L e s zy n s ky , Berlin, spricht sich gegen das Nebeneinander allzu nahestehender Begriffe aus. Eine Einigkeit bei einer Umände.ung der Devise wird nicht zu erzielen sein. Statt Wohlwollen wjirde er lieber Wohltun gesetzt sehen. Gegen den Begriff Bruderliebe könne man sich ebenso wenden, wie gegen den Begriff Wohltätigkeit. Am besten wäre es, wenn ifi|an hebräische Worte gebrauchen könnte. Es kämen dann|»Zedakah«, Achduth — und »Scholaum« in Frage.. Die Brüder Hirsch, Berlin, Rosfnfeld, Hannover, Lewkowitz, Breslan, Rösenthal, Köln stimmen der Anregung von Br. Goldschmidt zu. Letzterer würde dem Vorschlag von Br: Leszynsky folgen, wenn wir für Zedakah ein sinnentsprechendes deutsches Wort hätten. Für Bruder- Bebe möchte er Brudersinn setzen. Br. Kahn, Berlin wünscht grundsätzliche Aenderung oder Belassung beim Alten. Br. Ooldschmidt: Der BegrBf »Wohltätigkeit« muß fallen, weil er eine falsche Firmierung einer an sich richtigen und guten Sache ist. Die geringste Aenderung ist die beste, aber den Vorschlag Cahen: Brüderlichkeit statt Bruderliebe möchte er aufnehmen. Beschluß: Der Großloge soll vorgeschlagen werden, in der Devise W. B. u. E. den Begriff Wohltätigkeit in Wohlwollen und den Begriff Bruderliebe in Brüderlichkeit umzuwandeln. _ Zusatzbemerkung des Antragstellers: - Wohlwollen, Brüderlichkeit, Eintracht« läßt sich durchaus im Sinne des Aufsteigenden deuten. Wohlwollen: Wille und Absicht zum Guten, Brüderlichkeit: Beziehung auf den engeren Kreis (Orden und Judentum), Eintracht: der weitere Kreis: Menschheit. 7. Handfertigkeitsunterricht. Br. Dr, Groß, Sanatorium Schierke (früher Kissingen), ergänzt sein' Referat, das in dieser Nummer abgedruckt ist, nach der praktisch logentechnischen Seite hin: Schwesternvereinigungen und Logen sollten die Frage als Distriktsthema behandeln; sie könne nur lokal besprochen werden; an jedem Ort liegen die Verhältnisse anders. Wo Einrichtungen für Handfertigkeitsunterricht bestehen,- müssen die Logeri für ihre Förderung eintreten; wo dies 10 —

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