Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1927
- Issue
- Nr. 12 - Dezember
- Date
- 1927-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Briefe an den O.B.B, Vor jüdischem Kinderspielzeug. Von Br. Dr. Willy Cohn — Breslau. AHe Versuche, in der Heranwachsenden Jugend jüdisches Bewußtsein zu erzeugen, müssen scheitern, wenn nicht schon im Spielalter des Kindes’ die Atmosphäre geschaffen worden ist, die das Lernen in späteren Jahren voi bereitet. Gewiß wollen wir, daß auch die schönen Spiele allgemeiner Art unseren Kindern die Mußestunden verschönen, aber warum sollen sie nicht auch Spielzeug in die Hand bekommen, das einen spezifisch jüdischen Charakter hat. Deswegen muß man der Kunstgewerbestube Freudenthal in Breslau zu großem Danke verpflichtet sein, daß sie mit viel Geschmack eine Reihe von Arbe’ten herausgebiacht hat, die Spiel und Erziehung zum Judentum in einem verbinden. Da ist zuerst ein hebräisches Lotto. Zu jedem Worte das entsprechende Bild. Wie leicht wird ein hebräischer Wortschatz auf diese Weise eingeprägt, und vor allem sieht hier das Kind, daß die Sprache der Väter auch für Dinge des Alltags .verwendbar und biegsam ist. Wo am -Chanukkahfest jung und alt beisammensitzen, wird immer wieder zum Trendelspiel gegriffen. Die Modelle des modernen jüdischen Kunstgewerbes passen sich unserem Geschmack an. Ja, nimmt man das letzte Wort so wie es dasteht, so werden die Kleinsten der Kleinen ganz besonders erfreut sein, denn dieses Trendel ist aus — Schokolade. Den gleichen Beifall werden auch Pfefferkuchen mit dem Sinnbild des Festes, der Menoräh, finden. — Das Ziel des jüdischen Kindes ist es, selbst seiden Leuchter anzuzünden. Dazu kann den Eltern leicht verholten werden durch die verschiedensten Modelle vom einfachsten aber gefällig ausgeführten Holzleuchter bis zu' dem aus edlem Metall Wenn eine Mutter ihren kleinen Quälgeist gar nicht mehr zu beschäftigen weiß, dann soll sie ihm das Modell der Laubhütte in die Hand geben, die nach der gegebenen Anleitung leicht zusammenzusetzen ist und dem kleinen Mäd4l die Puppenstube vervollkommnet. Zu Rosch Haschonoh soll der kleine ABCschüize einen selbstgeschriebenen Glückwunsch den Eltern überreichen, dazu gehört aber auch ein Bogen/der der Bedeutung des Tages angepaßt ist. Schnell vergehen die Kinderjahre, und die Spiele werden als unwürdig des zum jSelbstbewußtsein erwachten jungen Menschen beiseite gelegt. Dann aber kann die Beschäftigung mit dem Hebräischen durch die Arbeit mit einer kleinen eigenen Druckerei erheblich unterstützt werden. Der Besitz einer selbsthergestellten Visitenkarte wird manchen mit Stolz auf die eigene Leistung erfüllen. Nun sorgen wir aber auch dafür, daß alle diese hübschen Dinge, die die genannte Kunstgewerbestube hergestellt hat, auch dorthin kommen, wo sie ihren Zweck erfüllen: auf den Gabentisch unserer Kinder jetzt zu Chanukkah. Aus Amerika. LXXV. r' »B’nai B’rith Magazine«, August Sept. 1927. Die letzte Nummer unseres Ordensorgans enthält einen Neujahrsgruß unseres Ofdenspräsidenten Br. A I f r e d M. C o h e n an alle Brüder unseres Bur des. Dankbar gedenkt er in der Einleitung seines Besuches in Europa und bekennt dann: »Meine Liebe zu unserm Orden nnd meine Anhänglichkeit an ihn haben sich vertieft, als ich sah, wie er in vielen Ländern seine erhabenen Aufgaben erfüllt und wie sich alle treulich um seine Fahne scharen. Ich bin dankbar für die unvergeßlichen Beziehungen, die ich anknüpfert durfte und für die im wahren Sinne des Wortes unendlich zahlreichen Beweise freundlicher Anhänglichkeit, die mir zuteil wurden.« Ein eigener Bericht des Präsidenten S. Gilbert von der Ersten England-Loge schildert ausführlich den glanzvollen Empfang des Ordenspräsidenten auf englischem Boden, wo Br. Alfred M. Cohen die Installierung einer englischen Großloge (Nr. 15) vornahm — ein schönes Zeichen für das Wachstum der englischen Logen, die im abgelaufenen Jahre um wertvolle Arbeitsstätten B. B. in Manchester, Liverpool, Glasgow, Leeds, Edinburgh und Southport vermehrt i 222