Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1927
- Issue
- Nr. 10 - Oktober
- Date
- 1927-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Berlin, Oktober 1927. Nummer 10. £rUtteuust eingetragener herein. Ktflmr Hering Her ©rogloge. gurenii: gö 62, gleiRörale 12. telepljon Badjbrudt famtüdicr Rrtihrl au? Meten :• ^nit £iigoip 4619. yoRMjedtlionto: gerlin 16p 33 IBittcitunprn Verboten. ' 1 Der Anteil der Juden am modernen Dra Von I u I i u s B a b. mja. . Seit nicht viel mehr als vier Menschenaltern sind die Jijden erst in der Lage, ari der Kulturarbeit der. europäischen Menschheit ajktiven Anteil zu nehmen. Hs. ist dabei fesrzusie|len!,‘ daß ihr. Erfolg nicht nur in den verschiedenen großen Kultur» bereichen, nicht nut innerhalb der verschiedenen Künste, sondern sogar innerhalb der verschieden großen Gattungen ein und derselben Kunst ein ungleicher war. DiJse Feststellungen sind interessant,; denn es muß in wechselseitiger Belichtung sowohl über das Wesen des Judentums als über das Wesen der verschiedenen Kultur- und der speziellen Kunstformen hierbei etwas zu erfahren sein. Was die d r a m a t.i s c h e Dichtung betrifft, so beruht sie, wie mir scheint, wesentlich auf dem Einsatz zweier unterscheidbarer Kräfte, die dem •* -. , t jüdischen Men§ghen nicht gleich nahe liegen, jtnd deren wechseJVeises Vordringen oder Zur|idcweichen den Anteil der Juden an der dramatischen Produktion bestimmt. — Ein 'dramatisches Gericht setzt zunächst die volle dichterische Einfühlung, allerdings schon mit einer ganz besonderen Richtung auf menschliche Gestalten und Schicksale voraus/ es handelt sich um die Fähigkeit, den Menschen als eine körperlich-seelische Einheit in seiner sprachlich-mimischen Ausdrudcsform brennend deutlich vorzustellen und durch die sprachliche Fixierung besonders charakteristischer Züge deutlich zu macjiep. Dies dichterische Talent macht aber noch nidht den Dramatiker, es# kana genau so gut dem RI ythmus ^ines’..Epikers für dessen Werk diese «Gabe unerläßliche Vora muß die Gabe menem zelnen dienstbar werdet}, eine kaum minder usse'tzimg isti jlm Drama aber der Mensdh?^Vorstellung .und Menschendarstellung nun einem gänz bestimmten Rhytl mus unterworfen werden: dem dialektischen! Auf der Zwiesprache, auf dem Gegeneinander zweier. Stimmen ber rht ja diese ganze Form. Je reiner, schärfer und gleichgewichtiger der Ktmtras: der Stimmen, der Geilten,, der Ideen iii eipeni Drama jist, um so st; irkefr die. innere und äußere Spannung, die dramatische Wirkung.’— Es ist ohne weiteres klar, d. iß die Juden, deren Geist ir viel tausendjährigen theologischen Studien eine ganz einzige dialektische Schulung gewonnen hat, füt das spejifische des dramatischen Rhythmus eine urgewöhplih höhe Veranlagung mitbringen. - Aber ebenso selbstverständlich sdi^int es* daß jene erste Voraussetzung einer sinnlich reinen Menschenanschau mg vom jüdischen Talerit heute rund hier noch weniger leidit zu bewältigen ist Denn da wird wohl eine selbstverständliche Vertrautheit, ererbtes Zusamttengeböri{keitsgefühl mit dem zu gestaltenden Lebensstoff vorausgesetzt, Maße zu gewinnen d,ts. Leben eines Ein» nicht ausreicht und auch noch nicht die' Erbschaft von nur vier <doo st£ts noch beun ruhigter, erschü lerten, im panz1 sicheren Verwachser mit dem Volksganze p gestörten) Generatiorier. die1 in so vollkom»