Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1927
- Issue
- Nr. 9 - September
- Date
- 1927-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/6727475-6029141-6074745--1466-4868091- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
I unserejttgend keine geeignete Lektüre im jüdischen Sinne seien. Denn diese entnehmen in der Regel ihre Stoffe aus Ideenkreisen fremder Kulturen und Religionen; sie schweigen völlig von Juden und Judentum, oder erwähnen sie vielfach‘nur, um sie herabzusetzen oder verächtlich zu machen. Dadurch entsteht die Gefahr, daß im Herzen unserer- Kinder frühzeitig eine Ueberschätzung des Fremden und eine Unterschätzung des Eigenen Platz greift. Um dieser Gefahr zu begegnen, müssen Schriften geschaffen werden, die unserer Jugend Wert und Wesen des Judentums erschließen, ihr von der Erhabenheit seiner Sittenlehre künden, von der . Schönheit seiner Bräuche, der Poesie seiner Feste berichten, die Glaubensinnigkeit unserer Ahnen und die Romantik ihres Martyriums schildern. Diese hier skizzierten Oedankengänge haben Verständnis und Zustimmung in weiten Kreisen unserer. Brüder gefunden, und die w. Zion-Löge brachte i. J. 1903 einen diesbezüglichen Antrag bei der Großloge ein, der in der Vollversammlung vom lö. Februar 1904 in folgender Fassung angenommen wurde: »DieGroßloge beauftragt das Generalkomitee, resp. den geschäftsführenden Ausschuß mit geeigneten, speziell für die Schaffung einer Jugendliteratur befähigten Personen in Verbindung zu treten, um die Herausgabe von israelitischen Jugendschriften, geschichtlichen, moralischen Inhalts mit allen Kräften zu fördern. Zur Gewinnung - geeigneter Entwürfe ist ein Preisausschreiben zu erlassen, hierfür stellt die Großloge einstweilen den Betrag von Mk. 1500.-»- zur Verfügung. (Verhandl. 1904 S. 73). . ' . . Wegweiser. Die vom geschäftsführenden Ausschuß im Juli 1904' eingesetzte Jügendschriften- Kommission hat nach mehreren Beratungen in ihrer Sitzung vom ,2. Januar 1905 beschlossen ■nach dem Muster der »Jugendwarte« ein eigenesi Organ mit dem Titel »Wegweiser für die Jugendliteratur* ins Leben zu rufen. Diese Zeitschrift sollte dazu dienen, einen Gedankenaustausch über die jüdische Jugendliteratur herbeizuführen, neu erschienene Jugendschriften sowie auch solche älteren Datums zu prüfen, zu besprechen und sie zu empfehlen oder abzulehnen. Auch Schriften der allgemeinen Jugendliteratur sollten hinsichtlich ihrer Eignung für die jüdische Jugend einer genauen Prüfung unterzogen werden.— Von fachmännischer Seite wurde in Bezug auf Form und Inhalt der Anspruch erhoben, daß die jüdische Jugendschrift ein Kunstwerk sein müsse, dal i sic sich von aufdringlich tendenziöser Darstellung fernhalte, und daß sie in Ausstattung uni Diuck vollkommen auf der Höhe der Zeitfor Jetu lg stehe, denn tfür die Jugend ist das Be ite f ut genug. * Von dem »Wegweiser«, d?r ursprünglich nur als kritisches Organ gedacht war, sind von April ic 05 bis einschließlich Januar 1908 zwanzig 'Nummern erschienen. Im Jahre 1908 wurde dem kr tischen Teil noch ein belehrender belletris tisch er hinzugefügt, um auch der Jugend intcressinten Lesestoff zu bieten. Der »Wegweiser« erschien ununterbrochen bis nach Kriegsbeginn (jüdisches Neujahrsfest 1914). Fast jede Nummer enthielt eine Bildbeigabe. Außer den Logenb Odern wurde der* Wegweiser allen Interessenten aus Rabbiner- und Lehrerkreisen kostenlos zugesandt. Zahlreiche Lehrer des In- und Auslandes bedienten sich dieser Zeitschrift beitn Unterricht. Verzeichnis empfehlenswerter J u g e n d s c h r i f t e n. Nach mehrjähriger emsiger Arl »eit konnte die J ugendschriftenkommission im Jahr« 1910 ein Verzeichnis empfehlenswerter Jugends rhriften herausgeben, das die Großloge mit einem Anschreiben an 2000 jüdische Gemeinden in Deutschland gesandt hat mit der Bi'tle, dieses Verzeichnis den Gemeindemitgliedem fn ^eeigieter Weise zur Kenntnis zu bringen. Dadurch wollte die Großloge ein Doppeltes erreichen: einmal, den empfehlenswerten Jugendschriften einen höheren Absatzv schaffen,-und zum zweiten, die jüdischen Eltern, die bei Geburtstagen, Barmizwah-Feiern und ähnlichen freudigen Anlässen gar oft nicht wissen, was sie j den Kindern schenken - sollen, auf die geeigneten Jugendschriften hinweisen. j Preisausschreiben. Daß sich I eine Jugendliteratur nicht aus der Erde stampfen läsäe, dirüber war sich ‘die Jugendschrjften- Kofnmiss ion bald bei Beginn ihrer Tätigkeit im Klaren. Aus dem Grunde schlug siej verschiedene Wege ein und versuchte es auch mit Preisausschreiben, obwohl; sie sich voi i vornherein davon nicht viel versprach, und tatsächlich haben drei von ihr veranstali ete Preisausschreiben eine kärgjliche Ernte gebracht. Nur einige wenige^ Schriften kamen in Betracht, aber auch diese konnten! den ersten Preis nicht erhalten. — Nach der Kriegsun<t Infla ionszeit, nachdem die wirtschaftlichen Verhältnisse einigermaßen konsolidiert wären, hat es die Jugendschriften-Kommission mit einem vierten Preisausschreiben versucht, aber frotz — 130 r