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Der Orden Bne Briss · 1927-05-01 · Nr. 5 - Mai · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1927
Issue
Nr. 5 - Mai
Date
1927-05-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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Uhr haben sie in folgenden Fächern Unterricht: Oftographie, Körperpflege, Gesang, Rechnen u.s.w., Stopfen und Zwar dies alles theoretisch und praktisch. Um 10 Uhr beginnt der Kochunterricht, der praktisch und theoretisch gelehrt wird. In den letzten Monaten müssen sie abwechelnd ganz selbständig kochen. Von 1—2 Uhr servieren Isie den Qästen 'unseres Miftagstisches. , Zwischen 2 und 3 Uhr haben sie eine Essens- und Erholungspause. Von 3—5 Uhr sind sie mit Säubern der Küche beschäftigt und abends haben sie noch Kurse in’Säuglings- -und Krankenpflege, Schneidern, Kindergartenlehre und Feinkost. Einmal in der Woche haben sie einen Unterhaltungsabend, der mit Gymnastik, Vorlesen jüdischer Bücher, Singen und Spielen ausgefüllt ist. Auch lernen siej an diesen Abenden alle Neuerungen, die auf dem Gebiete der Hauswirtschaft erschienen , sind, kennen, - vor allen Dingen aber die Ritualien für’s jüdische Haus. , Alle Feste werden schön upd . stimmungsvoll gefeiert^Sonntag nachmittag machen sie Ausflüge in die Umgebung. Wjf sind also bemüht, den Mädchen nicht nur eine gründliche | hauswirtschaftliche Ausbildung zu geben, sondern^auch in der Lehrzeit erzieherisch auf sie leinzuwirken, um sie zu wahren Menschen un(J aufrechten Juden zu erziehen, die ihre Plichtein gern' erfüllen, aber auch Freuden und Frohsinn nach getaner Arbeit haben. Nach einiger Zeit sehen wir schon eine auffällige Veränderung.! Schon äußerlich ist ihre Haltung/aufrechter -upd bewußter, ihre Art unbefangener und bestimmter. Sie können am Schluß der Lehrzeit gut kochen und aufräumen, verstehen die Behandlung der einachen Wäsche, können etwas nähen und' haben auch Kenntnisse in Säuglings- und Krankenpflege. ’ ' . Sie haben auch einsehen gelernt, daß sie für den Beruf der Hauisgehilfin eintreten müssen, weil wir ihn^n immer j wieder klar machen, daß die jüdische Hausgehilfin nicht nur für sich selbst, sondern für die Gemeinschaft verantwortlich ist, weil durch Vorurteil und durch ungeschultes jüdisches Personal eine Abneigung entstanden iät, jüdische Mädchen zp nehmen. Nach halbjähriger Lehrzeit, bei den jüngeren Mädchen! dauert die Lehrzeit 1 Jahr, machen die Mädchen ein theoretisches und praktisches Examen und erhalten dann nach einer Abschiedsfeier ih Zeugnis. Meistens schon vor der Entlassung sind. die Mädchen angestellt, sie bekommen Posten als Köchinnen, Stubenmädchen, Alleinmädchen, die jüngeren als Kindermädchen mit' Hausarbeit. j Wir bekommep außerordentl ch gute Auskünfte, und >die Mädchen sind zum größten Teil noch in ihren erstell Stellungen, Wir sehen alsp, daß sich genau so wie in anderen Volksgemebischaften auch die jüdischen Mädchen, zur Hauisgehilfin 'eignen/, wenn sie planmäßig ausgebijldet und erzogen werden. Natürlich muß manj die Mädchen,- die aus einem i Elternhaus kommen! wo die Mutter schon ohne jede,Kenntnisse in der Hauswirtschaft ist, systematisch zu diesem E|eruf erziehen.. Denn selten kann sich eine Haüsfrau der heutigen Zeit die Mühe nehmen, ein Mädchen systematisch in der Hauswirtschaft auszpbilden, und deshalb ist der Besuch der, Hausgehilfinnen seht le unbedingt erforderlich. '* ‘ Wir müssen noch in Betracht ziehen, daß der Beruf der Hausgehilfin auch, ^deshalb für junge Mädchen zu empfehlen ist, wt ifer ständigen Schutz gewährt und sie sich in ein em Milieb beweget), das auf ihre Entwicklung eitlen guten Ein-. fluß hat, Auch wenn^sie sich später ihren.eigenen Hausstand gründen, wird man nicht mehr die Fehler und Mißstände in der Haushaltung sehen die wir zu unsferem größten leid , Häusern mancher Volksschichten wieder bekämpfen müssen. Die Soziale Gruppe für ervyerbsi ä Frauen und Mädchen hat vor 2‘ solche Schule gegründet und bereits ungefähr 70 Mädchen äusgebildet und ihrenzum Teil Stellungen verschafft. Nicht nur aus Breslau, sondern aus ganz Deutschland melden sich Mädchen zur Ausbildung in ■ unsere Hausgehilfinnenschule, der auch ein Internat angegliedert ist. .; Wir richten an alle sozial arbeitenden Frauen und Vereine die Bitte, für den Beruf der jüdischen Hausgehilfin, .einzutreten und die Mädchen für diesen Beruf zu interessieren. . ’’ 1 - . Mädchen, die fijtr sich selbst' die Hauswirtschaft erlernenj wollen, solche, die ein Kindergartenseminar besuchen wollen und hauswirtschaftliche Kenntnisse auf weisen müssen und vor j allen Dinger die sich für den! Beruf der vorbereiten wollen, Aufnahme. inden in ur vesen in den heute immer ätige jüdische Jahren eine n. Mädchen, Hausgehilfin serer Schule?3 \ >

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