Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1927
- Issue
- Nr. 4 - April
- Date
- 1927-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
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Das »Ziel-Erweiterungs-Komitee« in Amerika selber leistet sehr tatkräftige Arbeit. »Wir haben bisher,« sagt die amerikanische Judenheit, »nur •immer für unsere europäischen Glaubensbrüder gespfgt. Dies ist der erste .Feldzug* zugunsten .unserer eigenen Wohlfahrt. Alle Juden müssen mit uns an diesem grandiosen Werk der Wieder-' erweckung jüdischen Lebens in Amerika mit; arbeiten.« Bekanntlich wollen die Logen zwei' Millionen Dollars für diesen Zweck aufbringen. Die Notwendigkeit entschiedener Schritte erhellt deutlich aus einer Aeußerung des nunmehr siebzigjährigen Führers der amerikanischen Judenheit, Br. Louis Marshall: »Was alle Tyrannen der Geschichte vergeblich unter- 'nsÄimen — näfnlich die geistige Austilgung deS jüdischen Volkes — das vollendet jetzt New York, die reichste und * größte jüdische Gemeinde, welche, die Welt je gesehen hat, indem sie die jüdische Unterweisung vernachlässigt.« haben doch nur 2/°/0 der jüdischen Schuljugend Religionsunterricht! Aus allen Teilen der Union erhält die Ordensleitung begeisterte Zuschriften, aus denen hervorgeht, daß der Orden seinen langjährigen Grundsatz, »ln religiösen Angelegenheiten neutral«, aufgibt und seine Kräfte für den Wiederaufbau des Judentums aüf amerikanischem Boden einsetzen will. Zu einer Werbeversammlung in Parkersburg (West-Virginia),‘ in welcher 40 000 Dollars sofort gezeichnet wurden, war ein Bruder 16, der andere 14 Stunden im Eilzuge gefahren. So wichtigerschien ihnen die auf der Versammlung zu besprechende Angelegenheit! Selbstverständlich fehlt in der Reihe Persönlichkeiten, die sich für die Zwecke Ziele des »Ziel-Erweiterungs-Komitees« einsef unser Bisheriger Ordenspräsident, Br. Ad Kraus,, nicht. Die letzte Nummer des Ord|e c UfKi Zt. 0 1 organs Widmet ihm Worte der Liebe und Dan- * barkeit anläßlich seiner Goldenen Hochzeit, die. er am i. Januar d. Js. mit seiner Oattin Mathil.?*, geb. Hirsch, beging. Im Anschluß an denj mit dem w|ohlgetroffenen Porträt des Jubelpaare, geschmückten Gedenkaufsatz wird uns von de r;^ Festmahl erzählt, das die Ordensleitung unserer,' verdienstvollen Großmeister am 5. Januar i;» Drake-Motel in Chicago gab. 1$50 Personen wohnten der Feiet bei, zu welcher der heue Ordenspräsident Br. Alfred M. Coheri mit, dem Orjdenssekretär Br. Dr. Boris D. Bojgen eigens ^us Cincinnati herübergelcommen war. Lebende Bilder wurden gestellt, Chorgesänge ertönten, Ansprachen feierten das ehrwürdige Jubelbrbutpaar. Eine eigenartige 'Ehrung nahm Br. Alfred M.Cohen vor, indem er seinem von d*n führenden Rabbinern Chicagos I umgebeneil Amtsvorgä nger Kraus den ^höchsten Grad der Buhdesbruden chaft« übertrug, und zwjar in einer die Verdienste des Ex-Ordenspräsidfenten so innig schildernden Weise, daß alle Anwesenden zu' Tränen gerührt 'waren. Br. Eugen Wolbü, Montefiore-Loge zu Berlin. Zeitschriften anderer 0istHkte. B’nai B’rith, Mitteilungen für Oesterreich. Heft 2 Februar 1927. Jahrgang XXVII. In einem Aufsatz Jüdische Adjektivkrankheit hält Br. Professor L Singer, Wien, Eine Streitrede für feines Judentum, für das stolze Bekenntnis: Ich bin ein Jude.* Der Zweck der Ausführungen, das jüdische Be- -fwußtsein zu stärken, verdient natürlich durchaus Anerkennung, nur muß ausgesprochen werden, daß ein stark Einseitiger Standpunkt zum Ausdruck kommt, und daß die ■Verhältnisse, soweit sie auf Deutschland exemplifizieren, ■ teils schief gesehen, teils längst veraltet sind. Das jüdische BeWhßtsein ist heute im Besitz aller jüdischen Gruppen und aller jüdischen Menschen, die überhaupt Anspruch a'uf Beachtung haben. Hieran haben alle jüdischen. Parteien, die sich mit jüdischen Dingen beschäftigen, ihr Verdienst. Hofrat Prof. S. Frankfurter widmet AcbadHaam Worte des Gedenkens. Bruder Simon Rendi, Graz, berichtet über eine Trauerkundgebung der Brüder in Oraz für den dahingeschiedenen Br. Großpräsidenten Ehrmann. Tatsachen-Material übermitteln uns die Berichte über: den Verein" kur Versorgung hilfsbedürftiger Waifeen Wien; die t eimstättc für verlassene jüdische Kinler Jahre 1926. B nai Irz 1927. Br. I Regierungsrat Aufsatz über Spinoza J’rith, Mitteilungen für Oester Spinoza lebt geahntefi Ge stalt wied Jahrgang XXVII. Wachstein, Wien, bringt eim anläßlich des, 250 Todestages. reicn. das Ringen um die Oottesidee in eitler nr l|et auf.« «Spinoza, der Metaphysike im großen Stile, ging! der Religion nicht aus dem Weg> Er schilf eine Philosophie, die in ihrer Orundkonzeptioi im Religiösen wurzelt« — Aus den Erinnerungen un> Denkwürdig reiten dei früheren Ordenspräsidenteh Ado: Kraus wird in weiterer Folge das Kapitel »Der Jude wiedergegeben. Ferner aus den von Br. Dr. Frit^ Kah herausgegebenen Sammelblättern jüdischen Wissens de Aufsatz! »Julen in China«. Eine scherzhafte kurze Abhandlung au wissenschaftlichem Grunde übermittelt un Br. Rabbiner Kurrein über das Thema »Sch'emieh: und s^in Schatten«. Die Beziehungen Pestalcjzzis zu — 73 —