Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1927
- Issue
- Nr. 4 - April
- Date
- 1927-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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^-~ ■ "V i . -I ■ I . Qnngettagcner BcrBtn. j Eigener Herlag-Det (Brofjloge. flureaii: $062, gleittiträße 12. CcUplion: Jlmt £iifeoro 4611». ilotttöjMkhantit: fitrlin 166 66 Rarflbrurit rämlltdjrv Brtiltcl aus Mcfen HMttcihm^cn tocrbuten. •■•»•W« 9*°rK Brande». — Installation der Abraham-Oelber-Loge, Berlin. — Wohlwollen, Brüderlichkeit, Eintracht durch Wandlung, Beispiel, Crketmtni*. — Handfeitigkeit «unterricht Ifir nnseie Jugend. — Dr. Paul Nathan Briefe, *n dervO. B. Ö J_ugi Luzzaftl. — Qedenkschrem und Oedenkbuch för verstorbene Logenbrüder. — Verband der jüdischen jugendvereinr Deutschlands 'Aus Amerika. Zeitschriften anderer Distrikte. — 1729 —Moses Mendelssohn—192». — Beilage': Abgekürztes Protoko I 'der Vollsitzung des Sonderausschusses der OroBloge für die Förderung der geistigen Interessen Sonntag, den 13. Pebruar iv27. jLeitsätze /u Punkte der TagtiordmitU' des Sonderausschusses für die geistigen Intereisen am iS. Februar 1927. tHandfertigkeitsunterricht.i , Georg Brandes. Von Arthur E I o e s s e r. Georg Brandes starb im Alter von 85Jahren; bis zu seinem letzten Atefnzuge ist er ein Kämpfer geblieben. Wie er sich von der tötiiehen Krankheit wenig behelligen ließ, hatte er die schlichteste' Form der Bestattung für den Fall seines Todes angeordnet. Cs war ein einfacher Soldat im Befreiungskriege der Menschheit, der die Waffe sinken ließ. Brandes lebte nicht gut mit seinem kleinen Vaterlande, und es werden immer noch Leute übrig geblieben kein, die sich durchaus überraschen ließen, als das ganze geistige Europa sich vor dieser prunklosen Bahre tief verneigte. Vor der Bahre eines Mannes, der kein anderes Amt und keine ander« Würde als die eines Schriftstellers beansprucht hat. Talent haben manche Leute, aber esi gibt nicht ebenso*viele, die sich dazu den Charakter und damit das allgemeine Vertrauen elrwerben. Wenn Europa einmal, durch Not zur Einsicht gekommen, unser größeres Vaterland werden sollte, so wird Georg Brandes im Pantheon der Patres patriae als einer der echtesten und treuesten verehrt werden müssen. j Wir Deutsche bedürften erst der Prüfungen des Weltkrieges, um nach mancher mißtrauischen Ablehnung einzusehen, daß Brandes der Däne immer europäisch gesprochen hat. Wenn er in Polen. Ungarn, Böhmjen gefeiert wurde, wenn er enthusiastische Oajstfreundschaft durch ein oder östervergelten der Menschkritisches Wort gegen ' deutsche reichische Machtpolitik gefällig schien, es war immer der Advokat heit, der gegen jeden Druck dej; b|loßeji »Macht, von welcher Seite aueh* immer, [unbedenklich protestiert hat. Diesen Brandes-, der Vgefn bei den Unterdrückten, bei ' den kleineren oder schwächeren Nationen einkehrte, Haben wir -erst verstanden, als er im Weltkrieg'und besonders nach dem Frieden von Versailles auf die Sympathien der westlichen Demokratie mutig |verzichtete, um 'nun seine Stimme gegen die jmoralische Mißhandlung eines große n Volkes [aufr zutreten, das nicht nur geographisch die Mitte und das Herz des alten Europas bedeutet.; Als der Krieg begann, begann der 72jährige jsein Werk über Goethe, um Sich in seinen Arbeiten nicht stören zu lassen und .zugleich um Deutschland für geistige Erweckung ufid Beglückung zu danken. 1 Die Söhne der kleineren Länder, wie ehrenvoll ihre literarische und künstlerische iVergangenheit sein mag, müssen'ein tragisches Schicksal wohl fast als ein normales annehlmen. Der Däne Kierkegaard schrieb oder schrie fast wie ein Asthmatiker, der in einem kleinen Lehensraum zu ersticken fürchtete. Die sngen Stöben, in denen Ibsens Menschen zu denken und zu rechnen pflegen, können als Symbole gelten für