Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1927
- Issue
- Nr. 3 - März
- Date
- 1927-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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nicht allenthalben zweckdienlich geordnet. Es wird noch einer langen intensiven Arbeit bedürfen, um die jüdische Wohlfahrtspflege in Deutschland organisatojisch so auszugestalten, daß sie imstande ist, die ungeheuren Aufgaben, die gerade die jetzige schwere Zeit' an sie stellt, durchführen zu können. Dagegen hat die Z.W.St. nach außen sehr große Erfolge gehabt. Sie ist als Spitzenorganisation der jüdischen Wohlfahrtspflege von Reichs- und Landesbehörden offiziell anerkannt, bildet mit dem Zentralausschuß für innere Mission, der Caritas, dem 5. Verband usw., die Liga von Hauptverbänden der freien Wohlfahrtspflege und ist dadurch in der Lage, zu allen das Wohlfahrlswesen betreffenden Gesetzen rechtzeitig Stellung zu nehmen und insbesondere auf die Zusammenarbeit zwischen öffentlicher und freier Wohlfahrtspflege allenthalben einzuwirken. Ebenso bedeutungsvoll sind die Beziehungen zu Reichs-, Landes-und Ortsbehörden geworden. Die Zuschüsse, die aus Reichsmitteln unseren jüdischen Wohlfahrtseinrichtungen durch Vermittlung der Z.W. St. zufließen und die ihnen über die schwere Zeit hinweghelfen, sind besonders zu erwähnen. Das Nachrichtenblatt informiert alle paar Monate über alte wichtigen Vorgänge auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege, die »Zedakah , die in längeren Zwischenräumen erscheint, bringt stets Artikel hervorragender Sachkenner, das Archiv, die Beratungsstelle funktionieren, Kurse auf verschiedenen Gebieten wurden mit großem ■Erfolg abgehalten. 4 Es würde zu weit führen, die große soziale Arbeit, die von der Z. W. St. und den ihr angeschlossenen Organisationen im Laufe der Jahre gelastet ist,; im Einzelnen zu erörtern, die Jahresberichte geben‘ein erschöpfendes Bild, aber das eine kann mit Genugtuung auch hier hervor gehoben’ werden, daß besonders auf den drei großen Gebieten der Jugendwohlfahrt, der Ge sundheitsvund Wirtschaftsfürsorge die Z.W. St in vieler Beziehung bahnbrechend gewitkt hat Erinnert sei nur an die Mitarbeit in der.Zentrale der freien Jugendwohlfahrt, die Bildung der Arbeitsgemeinschaft * der Gefährdeten-Fürsorge, die jüdische Erholungs-Fürsorge, die Adoptions- Zentrale, die Arbeitsgemeinschaft der Reichsjugendverbände. ln der Gesundheitsfürsorge wurde eine jüdische Tuberkulose-Fürsorge geschaffen, die Frage der Unterbringung der Nervenkrrnken ist im Fluß. Im Mittelpunkt der jWirtscliaftsfürsorge stehen die Frage des Wanderwesens und in enger Verbindung damit die Neubelebunj der Arbeitsnachweise; für beide besteht eine besondere Hauptstelle. Ein großes Arbeitsgebiet bildete in der letzten Zeit die Frage -deij Aufwertung der Vermögen (Wohlfahrtsrente), die1 für die jüdische Wohlfahrtspflege von ungeheurer Bedeutung ist. Diese kurze Zusammenstellung, die auf Vo lständigkeit keinen Anspruch hat, zeigt, was im Laufe di:r letzten Jahre geschehen ist, vor allem, was noch zu leisten ist. Im Jahr : 1926 waren leider gewisse Organisationsschw erigkeit^i zu überwinden,. Von den Gründer-Org anisationen, zu denen sich noch die Zionistische Vereinigung gesellt hatte, ist' der Jüdische Frauenbund, hoffentlich nur zeitweise, ausgeschiedrn. ■ Der Vorsitzende. Br. Eugen Ca'pary, der den Aufbau der Z.W. St. geleitet, hat sein Amt niedergelegt und der Geschäftsführer Br. Dr. Segall ist am 1. Januar ausges’chieden, un sich in Zukunft hauptsächlich seirier ärztlichen Praxis zu widmen. An seine Stelle ist He r Obermagistratsrat Dr. Ollendorff gebeten, deam 15. Februar sein neues Amt übernommen hat. Ein provisorischer Vorstand, bestehend aus den. Herren Alfred Berger, Otto Eskeles, Dr. M. Hildesheimer, Prof. Seligmann, Dr. Seeligsolin und Frau S. Wronsky, hat die laufenden Geschäfte geführt, neue Satzungen ausigearbeitet, die notwendige Reorganisation der Z.W. St. in die Wege geleitet. Voraussichtlich findet am C. April die Mitgliederversammlung stat, die die Satzungen beraten und genehmigen, den neuen Vorstand wählen soll. Es ist zu honen, daß möglichst viele Freunde der jüdischen Wonlfahrtspf ege an dieser Tagung aus dem ganzen Lande teilnehmen und daß aus diesen Beratungen ein verstärktes, festes Zusammen- Zentrale und ihrer Organisationen vorgehen wird. -i Die neue Zeit erfordert neue Wege; an die Stel & der Wohltätigkeit tritt die moderne Wphljie, darauf können wir Juden stolz nde beruht auf der alten jüdischen Zedakah. Br. Dr. W. Seeligsohn. arbeiten der im l-ande he fahrtspflege, sein im Gru