Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1927
- Issue
- Nr. 2 - Februar
- Date
- 1927-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Verlust von 11 Logen, die uns der Weltkrieg genommen hat, ist sie die 100. der gegenwärtig bestehenden deutschen Logen. Als Olückwünschende schließen sich an: Landsberg - Stettin, für den ostdeutschen Logenverband, Magnus - Hamburg, für den hanseatischen Logenverband, Catzenstein - Kassel, für den hessischen Logenverband, Br. Daniel-Koblenz, für den westdeutschen Lq-, genverband, Peiser-Breslau, für den Breslauer Logen-' verband und die schlesischen Logen, Baerwald-München, für den bayerischen Logenverband und die'Süddeutschen Logenverbände, Br Br Br Br. Br Br. Rosenberg für den Präsidizj lausschuß der Berliner Logen. " , Br. Vizepräsident Joseph Hirsch dankt allen Rednern. Br. Präsident Sally Kirschstein entwirft ein eingehendes Lebensbild des Namenspatrons i unte r Hinweis auf die historischen Ereignisse, die sich mit 'dem NamdirFenchel verknüpfen, unx verbreitet sich übej die Aufgaben der neuen Loge, die der Liebe ürt^l dem Frieden, dienen wolle. Br. Katzenstein-Qassel schließt als Vizepräsic ent die Installationsfejiler um 772 Uhr abends'in dtr üblichen Weise das-Rituals. Die Feier wurde durch künstlerische Darbietungen der Brüder Wittenberg, feriedmanri und Meyer umrahmt. Die Brüder und Schwestern viereinigten sich alsdann zum gemeinsamen,Abendessen- Motto: üoethe zu| Ecket »Die Gottheit ist Was uns not j tut! Von Br. Dr. Walter Steinberg, Dortmund. r|mann wirksam im Lebendigen, aber nicht im Toten; sie ist im Werdenden und sich Verwandelnden, aber nicljt im 'G$; wordenen und Erstarrten.* ' Schon vor dem Kriege war die Gesamtlebensführung auf unserer Erde in die Bahn eingeschlagen, die jetzt vor aller Augen liegt: Hol^hschwung 'alles maschinellen, zweckstrebenden, wissensreicheri und veräußerlichenden Lebens, Niedergang aller erkenntnisreichen, sehnsüchtigen suchenden, kämpfenden und leidenden Lebensführungen. Der unserer Zeit entsprechende, rasch-lebige, Tatsachen verfechtende, entschlußvolle, wirtschaftlich denkende Mensch sieht sich ' f in unseren Logen einer Devise und Bestrebungen gegenüber, die ihm im gewissen Sinne moralisch ejb Gewicht geben, ihn aber keineswegs packen und ergreifen. Er fühlt wohl, daß die Loge teilen, hält will Tatsachen, will Zvyecke urid sucht den Sinn des Lebens im Erreichett, ijm Lernen, im Wissen, im Vorankommeii. E$1 ist die Vom Wissen alters. etwas außer talb des alltäglicher^'Lebenskampfes von ihm vei langt. Dies gibt ihm, aber zu wenig Gehalt,| zu wenig Stoff, um' wirklich innere Mitarbeit *|n ihm wächzürufen. Deir Mensch von heute, jmd ::war in fast allen Lärijjern und Erdsich an das Sicht- :Und Greifbare, Wühaben 'die Ausführungen des Br, Walter Steinberg zur Veröffentlichung gebracht, ohne daß wir den Pessimismus seiner Darstellung zu dem unsrigen machen. Es ist ein Irrtum, daß viele Biüder der Gemeinschaft sich das Leben nahmen, weil sie sich niemandem eröffnen konnten und niemand ihnen half. Es ist vielfach Hilfe erbeten und gewährt worden: , Es ist geschehen, - was nach Menschenkräften gescheher konnte. Auch wir hätten gewünscht, daß es mehr hätte sein können. Unsere Ideale sind nicht an die Zeit -gebunden, sie sind nicht veraltet und überlebt. Was Br. Steinberg aufzeigt, ist jedoch dies, daß er den Weg zu unseren alten Idealen m eine gute Formulierung gebracht hat. R*derhellte Epoche unsere$vMaschinen-Zeit- Es fehlt an dem Willen zu einem, für seeliscte Güter geführten Leben, es fehlt Religiosität im Sinne des' Bewußtseins einer außerirdischen Verbundenheit, der .menschlichen Existenz und die Beziehnungen dieses Bewußtseins zum Leben, an .Kulturwert-Beziehung des giinzer Lebens zur^ Unendlichkeit, Das heißt: sei ten inneren1 Weg gehen, sich gestalt«n, sich entwickeln, sich.vollenden. Nicht Werte der Außenwelt :zu erreichen suchen, sondert seinem Leben einen Wert geben! -Will ein heutiger Mensch solches und kommt in diesem Streben in die Loge, so findet er eine Gemeinschaft von Menschen, die Ideale zur Verbrüderung der Menschheit auf .ihre Fahne geschrieben haben. Diese Ideale, umrissen mit dem Wort »Alles für andere«, lund dem Menschen unserer Zet des Kampfes^» AUer gegen alle« entgegengesetzt, könnten die Macht haben, ihn aufzurütteln. Aber diese humanistische Welt , G- , V l: 25