Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1927
- Issue
- Nr. 2 - Februar
- Date
- 1927-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Bei n, februar 1927. Nummer 2. (Sinkettag euer Berlin. für »rißcnft Uerlaj Der ©roßlofle. gurtau: U)62, gleiPdraße 12. (Telejiljon: Sunt pfeoro 4619. ßojttdjeihlijiirto: ßertiu 166 66 " ITadlbrutli fälltfliriier Brtüicl au» ftiefen IDlttcüunpcn Uerbofrit. ———■— --—-—---——.---___w_— ■ - ■ „s . ' In alti Spinoza und wir. — Gründung der Ju'im Fenchel-Loge, Berlin, am 30. Januar f‘)27. - Wa» un* not tut! -JSiVJistisehe» aurUem deutschen , Distrikt des U. O. B. B. — Aus dem Büro der Oroßloge. — Vom Orden in Amerika. — Zeitschriften anderer Distrikte. — Bücherschau. — Die Zentral* und Auskunftsstcllr. Frankfurt a. M. — Das Erholungsheim Obcrrochwilz b. Dresden U. O. B_B. — Mitteilungen. * Spinoza und wir._ Zum 250. Todestage Spinozas am 21. Februar 19271 Von Privatdozent Dr. Fritz Helneman-n, Frankfurt a. Mi Der großen Geister Leben ist mit ihrem Erdenwallen nicht abgeschlossen. Wie im Reiche der leblosen Natur keine Energie zugrundegehen, sondern sich nur in andere Energieformen Umsetzen kann, so istres unter veränderten Bedingungen auch in der Geschichte. Was wirkende Kraft war, was als geschaffenes Werk mit Energie beladen ist, das wirkt weiter. Freilich, unendlich viel schwerer als in der Natur ist ,es hier, den iFörmwandel der Geister, ihre Einwirkungen und Transformationen in späteren Geschlechtern, die Umsetzungen von Persönlichem in Sachliches, die Ablenkungen der Seelen, das Aufgesogenwerden von ganzen Völkern aufzuzeigen — aber an einem Punkte wird dieser Wechsel deutlich, dort nämlich, wo wir den Gestaltwandel des Genius selbst in den Jahrhunderten verfolgen können. Teufelsgeschöpf war Spinoza dem Volk seiner .Zeit, nuf wenige Hochstehende ehrten und schätzten den Lebendigen; verabscheuenswürdiger Atheist und toter Hunderschien er dem Jahrhundert bis Lessing; göttlicher, gotl-, trunkener, ja vergotteter Mensch wurde er dem deutschen Idealismus und der Romantik; ekstatisch huldigten, ihm Herder, Ooethe, Jacobi, Novalis, Scheliing, Schleiermacher. Dann sank er in der Mitte des 19. Jahrhunderts]in-einer nüchternen Zeit zum Objekt herab, zum, Objekt von Spezialstudien der Gelehrten, die die genauen Umstände seines Lebens, seiner Zeit, seiner Ausdrufksformen sezierten,* neue Urkunden, Briefe, Schriften fanden, alle möglichen und unmöglichen Zusammenhänge untersuchten, in die man ihn hätte einordnen können. Und > heute? Nicht mehr Teufelsgeschöpf, nicht göttlich, nicht bloßes Objekt ist er uns. Wir kehren zurück zu einem lebendigeren Verhältnis, betrachten ihn aber nicht mit den verzückten Augen, einer schwärmenden * Romantik, sondern mit dem klaren Blicke, der -' Licht und Schatten .auffaßt; die1 ihm wie jedem Gliede der göttlichen Schöpfung anhaften, und der ihn doch in seiner Größe sieht. Was aber ist er uns? Was war Spinoza? Ist etwas damit gesagt, wenn wir feststellen: 1632 zu Amsterdam als Sohn eines portugiesischen Marranen geboren, in der Schule der dortigen jüdischen Oetpeinde in Bibel, Talmud, hebräischer Sprache unterrichtet, im Jahre 1656-durch den großen Bann aus der jüdischen Gemeinschaft ausgestoßen, | dann als philosophischer Einsiedler in Ouwerkerkje, Rjinsburg, Voofburg, Haag lebend, wo er eine Rleihe unsterblicher Schriften schrieb, von denen cjie Ethik die bedeutendste ist, bis