Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1926
- Issue
- Nr. 8 - August (8.1926)
- Date
- 1926-08-01
- Page
- Seite 110 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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tralität ist Schwäche nur des — Schwächlichen. Im Starken ist sie die heroische Auffassung, die es über sith bringt, über trennende Auffassungen hinweg dem Gegner die Hand zu reichen. Es ist einer der schönsten parlamentarischen Gebräuche in England, daß der gestürzte Ministerpräsident als erster seinem Nachfolger den Glückwunsch für sein eben angetretenes Amt ausspricht Die Lehre des Ordens vom gegenseitigen Verstehen- War immer da. Sie ist immer vorgetragen worden. Wie weit sie «geglückt ist, mag historischer Kritik Vorbehalten bleiben. Wir könnten viele Beispiele als Belege bringen. Wir -erinnern nur an die Kundgebung des Geschäftsführenden Ausschusses (gez. Timendorfer) vom Februar 1914: Die Verbitterung im jüdischen Parteikampf hat eine Höhe erreicht, die als gefahrdrohend bezeichnet werden muß, der Kampf wird in einer Form geführt, die ein gemeinsames Arbeiten auch auf denjenigen Oebieten erschwert, wo Einhelligkeit möglich ist. Die allgemeine Oeffentlichkeit — nicht die jüdische bloß — sieht mit Befremdung diese gegenseitige Zerfleischung. Eine b ri< de Minorität, die von allen Seiten von Feind ist, ist nicht in der Lage, sich eine derartige zu leisten. Ein Wort der Mahnung ist darum gel Diese Mahnung wird im gegenwärtige)] nicht die Wirkung haben können, daß Fi söhnung auf den heiß umstrittensten jüdischen Parieikampfes urplötzlich sich eines wird und darf sie vielleicht erzielt Kampf in ruhigerer, mehr unpersönlicher wird, daß filr gewisse Streitpunkte der eine Zeitlang eingestellt wird, ohne da£ ihre sachlichen Positionen aufzugeben brauqhl Wort des Friedens möge bei allen denen die es angeht. Es ertönt~äus dem Rahmei der als einzige jüdische Organisation die ve Parteiungen und Richtungen im gemeinsame Basis zu einigen verstanden aus derjenigen Organisation, die durch hindurch eine wahre Friedensorganisation Fast alle führenden Persönlich^ jüdischen Gemeinschaftslebens ge! Orden an. Möge es ihnen gelingen, bildliches Beispiel in jüdischer Tä doch Aufbau auf jeglichem Ge soll, dem öffentlichen Leben das zu ihm so dringend not tut: R i 11 e r I. Judenti iji h i dr: i'iiigeben ek. ...ipfung en. Aus < ’iblidt un> Vermktei Jes r stellt aber!ij, dal; der! rOrm geführt Ffresstkampf die Deiner ltn. 'iDirses ehör 'finden, des Ordens, schiedensten auf eine Jes 'kommt Jahrzehnte gewesen ist. iten des ren dem durch vorigkeit, die hcei hör b i e t sein i [eben,, was p h k e i t! / Richard Beer-Höfmann. In ehrender Erinnerung an den 60. Geburtstag des Dichters Richard Beer-Hofmann bringen I wir zwei Gedichte, die tiefen Gedankeninhalt! mit herrlicher poetischer Form verbinden, zum j Abdruck. Schlaflied für Mirjam. Schlaf mein Kind — schlaf, es; ist spät! Sieh, wie die Sonne zur Ruhe dort geht, 'Hinter den Bergen stirbt sie in Rot. Du — du weißt nichts von Sonne und Tod, Wendest die Augen zum Licht und zum Schein — Schlaf, es sind soviel Sonnen noch dein, Schlaf mein Kind — mein Kind, schlaf ein! Schlaf mein Kind — der Abendwind weht Weiß man, woher er kommt wohin er geht? Dunkel, verborgen, die Wege hier sind, Dir und auch mir, und uns allen, — mein Kind!; Blinde — so gehn wir und gehen allein, Keiner kann keinem Gefähtfe, hier sein — Schlaf mein Kind — mein Kind, schlaf ein! Schlaf mein Kind und horch nicht auf mich! Sinn hat’s für mich nur, und Schall is ’ls für dich, Schali nur wie Windeswehn, Wasser aerinn, Worte — vielleicht eines Lebens Geivinn? Was ’ch gewonnen, gräbt mit mir man ein, Keiner kann keinem ein Erbe hier sein — Schlaf mein Kind —* mein Kind, sch äf ein! Schläfst du, Mirjam? — Mirjam, meir iKind, Ufer nur sind wir, und tief in uns rirjnt Blut von Gewesenen — zu Kommenden rollt’s, Blut unsrer Väter, voll Unruh und S olz. 1 In uns sind Alle. Wer fühlt sich al ein? Du bist ihr Leben — ihr Leben ist i lein — Mirjam, mein Leben, mein Kind — Altern Graute Dir nicht vor dem Baum, Ewig nur in Blüte stände, Ungerührt vom-Gang der Zeiten, Ewig starr in ihrer Wende? Schlaf ein! 1898. I j 1 der - 1)0 -