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Der Orden Bne Briss · 1926-06-01 · Nr. 6/7 - Juni/Juli (6.1926) · p. Seite 86

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1926
Issue
Nr. 6/7 - Juni/Juli (6.1926)
Date
1926-06-01
Page
Seite 86 (sequence 2)
Language
German
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I Vielleicht verbirgt ein Lachen oder ein Lächeln über einen mehr oder minder gelungenen Witz, der die Herabsetzung einer Person bezweckt, vorübergehend die Schwäche eines Argumentes. Die Ernsthaften aber in allen Lagern — hüben und*<Jrüben — die, auf die es ankommt, werden ein Gefühl, der Bitterkeit, des Bedauerns haben, daß: Sache mit Person verquickt wird, wo es vermieden werden sollte. Sie werden nicht die Empfindung'haben, daß einer Sache genützt wird, daß das Ziel eines Kampfes gefördert wird. Der frische fröhliche Kampf der Geister und Dinge mißt sich an den Werten und Leistungen, die von Parteien und Oruppen, Anschauungen ausgehen. Hämische Kritik gehört nicht unbedingt zum Kampfe der Meinungen. Ueberall sind Brüder in einflußreichen Stellungen. Der Orden ist stolz darauf, daß seine Mitglieder in allen Lagern die Offiziere bilden, die die Führung der verschiedensten Parteien und Gruppen in Händen haben. Der Grundsatz: Vornehmheit verpflichtet! muß sich überall durchsetzen, wo Brüder Einfluß haben Keiner Schlaffheit oder Schwachheit sei das Wort geredet. Der schärfste sachliche Ausdruck ist gelegentlich am Platze, aber auch die - schwächste persönliche Kritik ist nicht immer unbedingt erforderlich. - Eine Gemeinschaft, die so unaufhörlich den schlimmsten und gehässigsten Angriffen, Schmähungen und Verleumdungen von außen _ ausgesetzt ist, sollte die Unbehaglichkeit dieses Zustandes nicht durch ätzende Schärfe im engen Kreise steigern. Gegnerschaft darf sein, nicht Feindschaft! Wenn wir über und durch Judentum zu Gedanken -wahren Menschentums gelangen wollen, zur Annäherung der Menschen überhaupt, zur Menschenversöhnung, söllen wir da nicht allen Ernstes im eigenen Lagelr anfangen? Es gibt so vieles Gemeinsame, das Zu schützen, so viel Alle Treffendes, das abzuwehren ist, — sollte da nicht Ritterlichkeit im eigenen Lager Mindestgebot allen Handelns sein? Wir haben Brüder verschiedener Richtungen, führende Persönlichkeiten im jüdischen Leben, aufgefordert, sich zu obiger Frage zu äußern. * 0 * j;t i I r. Rabbiner Dr. Horovitz, Fr ii^kfurt a. M. sc treibt: Gern entspreche ich Ihrer Bitte, mich zu dem Antrag zu äußern, den d er! w Präsident de1 Marcus Horovitz* Loge, Br. V iij-Simon, kurz vo ■ dem Ausscheiden aus seinen Amte bei der Gnßloge eingereicht hat. { Ich selbst bin nicht Mitglied; def Marcus H< rovitz-Loge. Da ich das Glück'halte, länger als ein Jahrzehnt hindurch gleichze tig mit meinem un rergeßlichen Vater der Frankfi rtj- Loge anzugeliören, habe ich mich entschlössen, nach Gr indung der neuen Stätte d esj Ordens in un lerer altehrwürdigen Oemeinde, der alten die Treue zu halten. Viele heilig-wehmütige Erinnerungen, ffie mir noch heute durch manchen Bn der der Frankfurt-Loge verleb m|digt> werden, ver linden mich mit ihr. Um so rinbefangener steie ich der Anregung der Marcus Horovitz- Lo|;e gegenüber, ich darf es im vörnhinein bekernen, sie hat mich ebenso überrascht wie erfi eut. Keine scheint mir mehr ifrt Sinne des OrcJ die Orden in seiner Weise die Einlei tun ens überhaupt und zumal dei Löge!zu sein, den Namen'meines Vaters trügt Stellt der des Judenversinnbilds in allen seinen Teilen dar, so licht den gleichen Gedanken keim: Persönlichkeit deutschen Judentum mehr a im Erst eine spätere Geschichtsschreibung wird seit e volle Bedeutung gerade dari i erfässen, daß er < s gewesen ist, der die Einheit d$s deutschen Judtntums erhalten und gerette Augenblick, da sie zu zerbrechen drohte. Die Ge\ raltpolitik einiger führender Graßgemeinden geg :nüber den religiösen Minder lenen in ihrer Mitle hatte dfe Anhänger“ des saC mein Vater. Judentums in eine VerteidigungssU llutig gfedrängt Die Unduldsamkeit und der Haß mit dem sie seinerzeit befehdet wurden, war die erste Veranlassung zur Bildung von Ausl ritt: »gemeinden. So viel da und dort aus prö| »agi mdistischen Gründen in der Darstellung und Hervorhebung mancher Einzelheiten übertrieben wi d, die Tatgesetzestreuen e selbst ist nicht anzuzweifdn. ursprünglich nur aus der Not bon n war, wurde später mehr der Stunde ge- und mehr zu eine n Axiom gestempelt. Die Au strittsgemeinde das letzte und würfe von ihren Anhängern als schl eßlich als das einzige Ideal; 'ep^esen. Die Teili ing des Judentums in mehret s Konfessionen 86 — Was aber

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