Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1926
- Issue
- Nr. 1 - Januar (1.1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Am 3. Oktober 1878 eröffnete Isaac M. Wise ir seinem Tempel »B’ne Jeschurun« die Landesr binerschule mit neun Studierenden. Acht J, , e später ordinierte er an demselben gewehten Orte die ersten vier in Amerika herang ildeten Rabbiner (bis dahin hatten I die Amerikaner ihre geistlichen Führer aus Deutschla-d, Oesterreich-Ungarn und Polen beziehen nassen). Seitdem sind 256 Rabbiner aus dem iiebrew Union College« hervorgegangen; an der Spitze fast aller amerikanischen Gemeinden »Vierer Richtung stehen Rabbiner aus Isaac Wises Schule. Daß ein Jude von Wises flammender Beg isterung sich frühzeitig unserm Orden anhloß, ist* selbstverständlich. Als Präsiden': der oßloge des 2. Distrikts setzte er (1866) j den I:nu des Waisenhauses in Cleveland durch.;Sein V »rschlag, ein Erziehungsinstitut »zum Allgemeinen Wohle aller Israeliten und im Interesse dWissenschaft und des Judentums«! zu schaffen, führte zur Begründung der Lahdesrabbinerschule, so daß sich unser Orden rühmen <• trf, auch dies gewaltige Kulturwerk ins Leben ufen zu haben. Gegenwärtig gehen die amerikanischen Logen Werk, der himmelschreienden religiösen ’ Verihrlosung der jüdischen Jugend Jn New York 1 Ende zu machen. Br. Samuel Newberger rtift zu diesem ebenso frommen wie notwendigen erk In flammenden Worten auf. Er beklagt e bitter, daß es in der Millionenstadt viel zu eie Gemeinden gibt, die nur für den Sabbat d die Feiertage gemietete Räume besitzen, °r für die übrigen Tage über kein religiöses ntrum, keine Einflußsphäre verfügen.* In arkerem Maße als bisher sollen die New Yorker, gen die Initiative zur ErriÄtung von Religions- ’iulen ergreifen, außerdem aber für dit Vereitung von Kenntnissen durch Zeitungen, •eher und Flugschriften sorgen, damii das •ranwachsende Geschlecht einsehen lerne, wesib es sich lohnt, Jude zu sein. Wie bei uns, so wird auch in Amerika oft er Mittel und Wege diskutiert, wie das [ Interse an der Loge wach erhalten werden könne. r- Jacob J. Liebermann von der Dpnverrge faßt seine Ratschläge in 19 Punktje zu- »mmen, aus denen wir die folgenden herausben: Ein Referat in jeder-'Sitzung. — regel¬ •^i mäßigte, nötigenfalls häufige UnterhaltungSablenjde mit rricher Abwechselung — die Brüder m( ssen einen Stolz darein setzen, sich an ^städtischen Angelegenheiten zu beteiligen, — Vertretung ces Löget ibeamtenrats bei allen wichtigen jüdischen Versa mnlungen (um nachher über diese Bericht zu erstatten), — Verbot des Geldsammelns in den liogensitzungen — Veranstaltung., von Diskussiönsabenden, bei denen freilich neue und im Reden .ungewandte Brüder nicht entmutigt werden dürfen! — Bringet die Leistungen ces Ordens für die Judenheit und für die Men^i hneit zur Kenntnis der Logenmitglieder! — Hauchet den Logen Leben ein, so daß die Brüdei sich förmlich fürchten, sie könnten etwas versäum :nn ,wenn sie einmal in einer Sitzung fehlen! * E ei der Mannigfaltigkeit des jüdischen L;b< ns in Amerika dürfte es den l.ogen nicht schwer fallen, Vortragsabende über aktuelle Fragen zu veranstalten, finden doch beispielsweise de 'Tagungen des Rabbinerverbandes in der jüdischen. Oeffe itlichkeit einen weiteren Resonanz joden als bei uns. Bei dessen letzter'Tagung nr Cincinnai hat Br. Rabb. Samuel Schulmann aus New York ein ebenso überzeugend wie wundervoll formuliertes Glaubensbekenntnis »Gott — Offenbarung —■ Bibel« abgelegt, d:s d;m religiösen Sehnen und Empfinden unserer Zeit entspiicht. Unsere Monatsschrift druckt dies» Beker ntnis vollinhaltlich ab. "? Cloldene Worte hat Präsident Cq o,l geprä jt, als er auf seiner Reise durch die in einer Ansprache an die Veteranen der kanischen Legion die Intoleranz, des Kti Klux Klan geißelte: »Wir können zur Wohlfahrt des Menschengeschlechtes verdammt wenig träger, wenn wir die Theorie aufstellei, seien ein Herrenvolk, alle anderen aber min wprtif . Es ist nicht wahrscheinlich, dsiß unsere eigene Stellung verbessern ’ odu r. Menschheit wesentliche Dienste leisten, wenn wir n cht einsehen, daß die M'enschennalur fast überal die gleiche ist, daß wir rein zufällig über die E’de hin verstreut, aber doch alles imt in einem gemeinsamen Bruderbünde geein: sind. Wir k önnen Amerika nur dann hn wahren Sir ne des Vlrortes zum ersten Lande der Welt machen, wenn wir einen Geist der Freundschaft -und des guten Willens pflegen, die Tugenden der Seduld und cer Nachsicht üben, verschwenderisch im j