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Der Orden Bne Briss · 1926-01-01 · Nr. 1 - Januar (1.1926) · p. Seite 6

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1926
Issue
Nr. 1 - Januar (1.1926)
Date
1926-01-01
Page
Seite 6 (sequence 7)
Language
German
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I Aus Amerika. L> V1H »B’nai B’rifh Magazine«, November 1925. Die vorliegende zweite Nummer des neuen Jahrganges unseres Ordensorgans steht unter dem Zeichen der Ooldenen Jubelfeier der Landesrabbmerschule in Cincinnati. Einer der ersten Abiturienten, zugleich der einzige Ueberlebende, David Philipson, zieht einen Vergleich zwischen dem Judentum von damals und heute und stellt fest, daß der religiöse Radikalismus in Amerika ausgespielt und einem gemäßigten Liberalismus das F.eld geräumt habe; in Amerika „vermeidet man den Ausdruck »Liberalismus«, man bezeichnet jede Abweichung vom traditionellen Ritus kurzerhand als »Reform«. Vor 50 Jahren beschränkte sich die Riege -jüdischer Interessen fast ausschließlich auf die studierende Jugend der rabbinischen Hochschule. ' David Philipson berichtet, daß heutzutage in den akademischen Kreisen aller Fakultäten der Wille zum Judentum.-lebt und bereits schöne Früchte zeitigt. Der amerikanisch-jüdische Gemeindebund und der. Rabbinerverband haben mit -großem Erfolge üdische Studentengemeinden ins Leben gerufen (»Hillel-Stiftung«) und Vereine für jüdische Geschichte ynd Literatur gegründet. Mit großer Freude vernehmen wir Philipsons Erklärung: »Das Interesse^der heutigen studierenden Jugend am Judentum ist unverhältnismäßig größer als das der Generation vor uns. J Diese jungen Leute beiderlei Geschlechtswerden die zukünftigen Führer unserer Gemeinden sein. Wo es vor fünfzig Jahren kaum einen akademisch gebildeten jungen Mann mit ausgesprochen jüdischen Interessen gab, sind es jetzt Hunderte. Auch die Bildung von Bruder- und Schwesternschaften und die Gründung von Jugendvereinen im ganzen Lande sind verheißungsvolle Anzeichen einer Neubelebung des amerikanischen Judentums. Da die Jugend in immer steigendem Maße ihre Kräfte für die gute Sache des Judentums einsetzt, so bin ich über die Zukunft unserer Glaubensgemeinde noch nie so beruhigt gewesen wie jetzt. Das Propheten wort findet jetzt im amerikanischen Judentum seine Erfüllung fein neues Herz und ein neuer Geist sind im Erwachen.« Mit der Gründung der theologischen Hochschule, welche — nebenbei bemerkt — das Recht hat, die Würde eines »Doktors des jüdisch« <i Rechts« zu verleihen, ist der Name i es Rabbin - Isaac Möir Wise. untrennbar verki üpft. Uns.r Ordensorgan schildert sein Leben und; seinen Kampf um einen würdigen Oottesd ensl und um einen geläuterten Gottesbegriff uni er dem Tii :l »Das Drama eines modernen Pro >heten«. I hatte ein dem Denken und den Erfordernissen des 19. Jahrhunderts entspreche™ es Judentum gepredigt. Als er Orgel und Qiorgesang ein führte, den Gottesdienst etwas v:rkürzte um’ feierliche Einsegnungen der Jugend veranstaltete, wurde er von Fanatikern vor dqm / llerheiligsten seiner Synagoge zu Albany niedergeschlagen und. nachher draußen auf der Straße vcm Pöbel mit Steinen beworfen; als er den Glau >en ah einen persönlichen Messias leugnete, bei« gten ihn die orthodoxen Rabbiner mit dem Bann. Das »B.B. Magazine« meint: es ist da> Kennzeichen echter Propheten, so zu sprechen, daß ihre Predigten in einer Gi meration so frisch sind, wie in jeder anderen; es ist dem, nach eine ewige Wahrheit, wenn 1s tac M. Wist: jedem von uns zuruft: »Du bist ein Jude. Du bist der Erbe einer großen (^eschicht^. Du mußt ein würdiger Erbe sein, und in jeder Lebenslage muß Deine Führung so s sin, daß Du dem guten Namen Israels keine Schande machst-. Oder ait einer Stelle: i ' »In jedem Juden muß der Stolz geweckt werden. Jude zu sein; diesen Stolz hat er leider n den Jahren der 'Unterdrückung; eingebüßt Demgemäß betone ich überall die g eschichtliche Sendung Israels, um in allen meinei i Lesern und Zuhörern ein weihevolles Selbstbe vußtsein zu wecken; um yor der Oeffentlichkeit d is strahlende .icht des jjüdischen Wesens aufeuchten zu assen und 1 hierdurch ein Oefühl für Selbsti uchtung zu jwecken; um durch das gesprochene und geschriebene Wort so viel Kcnntniis vom Judentum zu verbreiten, wie ich girn besitzen möchte, um anderen Achtung vor c er jüdischen Literatur einzuflößen; um die Leser velt mit den glänzenden Perioden der jüdischer Geschichte bekannt zu machen und durch dies Mittel die t eranwachsende Jugend mit jüdische r Vaterlandsliebe .zu erfüllen.«

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