Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Nr. 11 - November (11.1925)
- Date
- 1925-11-01
- Page
- Seite 210 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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besser Ury. v|>n'Adolph Dona-t.h. (Die Redaktion‘hat sich an den Kunsthistoriker und Kunstschriftsteller Adolph Donatli mit der Bitte gewandt, über Lesser Uty zu schreiben. jDonath hat 1921 eine Monographie über den Meister veröffentlicht und das Werk erschien gerade in dem Augenblick, U y seinem 60. Geburtstag feierte (7. 11. 1921). Das Ury-Buch ist heute vergriffen, und es ist zu erwarten, dal: Donath spricht übrigens auch über Ury in Iseinem neuesten Buche Technik des Kunstsammelm er u. a. die Beziehungen des Künstlers überhaupt zum Kunstfreunde und Sammler darstellt.) In Urys Kunst-ist kein Stillstand. 0as ist, glaube ich, sein Schicksal. Und Schicksal ist hier gleichbedeutend mit Genie. Denn einer, der, wie er, die Ueberkraft besitzt, * uns das vergessen zu machen, was wir gewöhnlich »Können« nennen, uns die Landschaft als solche fühlen, sie auf uns wirken zu lassen, daß , wir von ihrer Schönheit tief ergriffen" werden, ist ein Meister, der seinesgleichen sucht. Wenn wir «vor seinen Bildern stehen, frischen sich in uns alte Eindrücke auf von feierlichen ‘ Momenten, von großen Stimmungen der Natur, deh großen heiteren und großen tragischen des frohlockende^, siegreichen Morgens, des melancholischen, blu- ► \ tenden Abends,des grauschwarzen, stürmenden Wetters, Ein Höhenkünstler ist tr, mit tausendfach geschärften Sinnen aus den Tiefen der Natur schürfend, und dann-mit einer Wärme» wie sie nur. wenige Maler-Dichter haben, aus der Natuf der Seele hervorzaubernd. Und gibt dann Sonnenfarben, die wundersam ineiiianderfließen, so natürlich und echt, daß man sich einfach sagen muß: hier ist Luft, Licht Farbe und Poesie, die Poesie der Natur. | Und wje sich Ury zu dieser Höh^nkunst emporgerungen hat, ist ein Kapitel vonj kunsthistorischem Interesse. Er hat vor mehr als 45 Jahren angefangen, in Düsseldorf beijn alten ihm bald eine neue Auflage beschieden sein wird Da fand er aber nicht len richtigen; Blöden und ging darum, von Wanderlust ge-' trieben, rach Brüssel, wo ihn Porfaels , der Direk or der Akademie, se tr freundlich aufnahm. Jnd Portaeis, den man auch hier von seine’ Tätigkeit in Weimar h:r besonders schätzt, is t wohl auch >esten Lehrer den ein j (1925), worin einer der gewesen, Talent wii Ury finden Konnte. das Prinzip, Schülern, Arbeiten dividualitä Denn er hatte den in deren er eine Inerblickte, seine »Sdhule« nicht aufzuzwinj jen, sondern Talente aus it sich enter ließ die sich selb falten, ddrt nur beistehend, w> beizustehen war. So h aben sich bei ihm W a i t e r s, Fernand Kn a p f f, Leon F r e d e r i c und später T o o r o p und Ury frd entwickeln können. Toorop war gerade be portaeis, als Ury in der Aktkl isse arbeitete (wo er übrigens, den ersten Preis erhielt). Und Tolonp ist damals, wie Ury erzäilt, einer der pedantischsten und fleißigsten Schiller gewesen. Ken Mensch hätte in ihm den späteren Symbol isen vorausgeahnt ..... Uiy erhielt von Pa taels ein eigenes Atelier, Por aels förderte ihn jn jeder Weise, und ’bei Portaeis hat er sein brstes großes Bild gemalt, den »Benjamin«, den er leider in Berlin vernichten mußte, weil in seiner Stube kein Platz war für ein drei Quadratmeter großes Gemälde. Und bei Portaeis 210