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Der Orden Bne Briss · 1925-10-01 · Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1925) · p. Seite 193

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1925
Issue
Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1925)
Date
1925-10-01
Page
Seite 193 (sequence 65)
Language
German
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ertig und nicht zu trennen von dem Zusammen* chörigkeitsgefühl mit Judentum und Deutschtum teht dem Bruder die Menschenpflicht im Sinne des cssingsdien Nathan. In allen diesen Idealen, die vir uns Menschen Ideale bleiben, denen wir nach* rreben und die wir nie voll erreichen, ist Ludwig, 'hilippson unser Vorbild, ist die Errichtung der udwigPhilippson-Loge in Bonn eine stete Mahnung. ' ine Grabrede hielt ihm ein Dessauer, Dr. Falk ohn, der lange Jahre in der altehrwürdigen Ge* icinde Bonn als Rabbiner zum Segen gewirkt har. "* Sc stand, ein Sinnbild seines Wirkens, * die Stac Mendelssohns an Philippsons Wiege und an feiner Bahre. Lind wenn in seinem Sinne und in.deinem Geiste seit dem Trauertage seines im JaJire l&89 erfolgten Heimganges der Logengedanke in'Deutsch la td Wurzeln schlagen und herrliche Blüten zeitigen ke nnte, sö ist ein Teil der Verheißung des Pro pl eren erfüllt, die auf dem Grabstein Philippsons zi lesen steht: »Deiner Arbeit kommt der Lohn' Und Hoffnung ist Deiner Zukunft.« , V; . „ idwig Philippson*Logc, Bonn. A m o Von Br. Leo B a ec Kt es ein Gebot, der Wahrheit auch Ausdruck zu geben, belieht eine Pflicht, zu fpfechen? Sie ili nicht feiten bezweifelt worden., Man! hat es als das Klügere, als die große Lebenskunli hingeftellr, zur rechten Zeit fchweigen zu können. Und nicht nur als das Klügere, auch als das Belfere hat es bisweilen gegolten. Selbli ein Denker wie K^nt, der einen Rigorismus in der Ethik vertritt, hat erklärt, daß er zwar nie etwas Lagen werde, was er nicht denke, daß' er aber fo manches denke, wasj er nicht! fage. Das Leben der Menfchheit wird ienem Zweifel j kaum recht geben. Die fittliche Entwicklung der Völker, ihr feelifcher Fortfchrltt ili immer durch die Männer und Frauen bewirkjt worden, welche es wagten, die "Wahrheit auszufpredien Wenn eine, GcRhithte des Druckes und des Elends auf Erden gelchricben werden foll, dann wird dasj verdammende Urteil zunächft die treffen, die aus hjerrfchgier, aus Eigennutz oder aus Roheit Menfchen knechteten und vergewaltigten. Aber nicht minder verantwortlith für das, was gefdiah, find immer die gkwefen,** deren Geilt aufgeklärt war und die doch bei allem; was verübt wurde, Itumm blieben. Die Gelchichte der Sklaverei undLeibeigenlchaft, dieGefchihte der Juden* Verfolgungen, die Gelchichte der Folte kämmen^ und .Schafotte ilt auch eine Gelchichte diefts Schweigens. Wozu ilt nicht in allen den Jahrhunderten gefchw(iegen worden! I An dem, was die Propheten cer Menljhheit gegeben haben, ilt nicht das Geringlte, daß fie jdurch ' i - i!f: S. , Berlin. ihr Leben der Wahrheit ihre Rede gegeben haben Sie waren die Männer, die um das Gebot Gottes das laut werden folfte, erfuhren. In ^iner Zeit de: Sdnvcigens waren fie die, welche dem Gewiffer Worte gaben. Einer, der nach einer langen Zeit des Stumm, feins das Schweigen brach, ilt Ambsgevdefen. E , hat gefprochen, obwohl er dem Erfolg, der ihm gegen ü ier(tand, widerfpredien mußte. Es ilt leicht zu reden.! wenn man bei der Macht der fogenapnteri Tat fache; : It.'ht; und fie mit feinen Worten begleitet.. Wenn Beliebendes zufammenbricht, dann werden manchem,)' d?r bis dahin die Kunli des Schweigens „geübt hatte, de Lippen geöffnet. Arnos hat fein Wort gegen diig :kehrt,, denen das Gelingen recht gegeben hatte, d e. fich auf das, was fie errungen hatten, berufei konnten. In einer Zeit des Glanzes hat er fidt gegeni d e Glänzenden gewendet. Er tat es, weil er wüßte,- dtßGott ihn reden hieß. »Der Ewige hat mich hinter der Herde weggenommen, und der Ewige, hat zu mir gefprochen: Gehe, weisfage über mein Volt I rael!« Er lehrt uns, wo die Pflicht, zu fprecheri, beginn , Wenn es lieh um das bloße Ich des Menfchem tm 1 um dem Nutzen handelt, wenn fie in Frage liehet, dann dürfen und dann follen wir auch oft fchweiger. Aber wenn das Recht im Lande bedroht ilt, wem die Menlchen fich von Gott abwenden,* dann wki es zum Gebote, nicht zu fdtweigen. Es.ilt kehijleichtes Wort, das dann gefordert ili. Aus der Freude ptp — J93

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