Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1925)
- Date
- 1925-10-01
- Page
- Seite 156 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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Leopold Zunz 1 Von Br. Pjaul Rieger, Stutt Wer Leopold Zunz aus seinen Werken kennt/ kennt ihn nicht. 'Er kennt den Pfadfinder lind Wegweiser zu wissenschaftlichem Neuland, den scharfsinnigen Kritiker, den abgrundtiefen Gelehrten. Vielleicht daß ihm beim Lesen seiner Werke da und dort aus einer übetraschenden Wendung, aus einem kernhaften Ausdruck bewußt ^*rir d, daß hinter dem Schöpfen und Meister der neuer Wissenschaft vom Judentum eine starke Persönl ichkeit, ein rassiger Charakter steht. Erst wer »ich jn seine Lebensgeschichte, seine Beziehungen zu freunden und Zeitgenossen, seine Tagebücher und Briefe versenkt, dem offenbart sich die eigenartige; Erscheinung, die kraftvdlle Originalität Zünzens. Dr. Manhayn in Frankfurt beschreibt ihn 183-4: An seinem Aeußeren wüßte ich durchaus nichts auszUsetzen. Er is’t freilich kein Adonis. Gerade gewachsen, vön mittlerer Größe ■ und, Pockennarben abgerechnet, hat er in seinem Aeußem nicht das geringste Entstellende.«: .Der" gealterte. Mann mit den läng herabwallenden schneeigen Haaren, mit der wundervollen hohen Gelehrtenstirn, mit den sdiarfen, grauen, leuchtenden Augen und dem charakteristisch geschlossenen Munde darf sogar als eine schöne Erscheinung angesprochen werden. Bereits der Knabe, ist frühreif und" hochl egabt. Schon der Direktor der Samsonschen Freischi ile zu Wolfenbüttel S. M. Ehrenberg schreibt im-Bericht über den, 11 jährigen Leopold: »ein in allen Fächern dös Wissens sich auszeichnender Kopf odei vielmehr ein Genie.« Besonders für das Hebräische und -die Mathematik -zeigt er . hohe Begebung. Der 15jährige Jüngling ist bereits als Lehrer in dec Samsonschule' tätig.. Seine Sprache is von Jugend an klar, bildhaft, zurückhaltend im Au idruck und free Von«Phrasen. Als Kanzelredner st er ein künstlerischer Gestalier, streng wahrhafti ’ und ehrlich leidenschaftlich. *) art. Au; den Aeußerungen seiner Freunde in. Bekannten gewinnt man ein lebensfrisenes Bildj seine Persönlie ikeit.. Sie alle rühmen an zerstörbaren Idealismus und die sitt Max M| >ser hebt in einem Briefe 829 seinen »festen tatkräft ternber hervor. ihm, den ui iche Energi, om 26. Sep gen Willen Dr. I./Johlson schreibt über ihn 1833 »Hätte r dem goldenen Kalbe oder dienen > ollen, er hätte längst, ohne land zu können.- Berliner verlassen, in glänzend^ Umständen leben Ein kleines Charakterbild Dr. Rintel. von ihm, das eine ausführliche dem Moloch sein Vater« entwijrft der. illn besser als.. Darstellung kennzeichnet: »U ber die Reinheit der Sitten unc des Herrn Zur|z sich alle Lobe: er ist e n des Wandels vereinigen Stimmen J zum liebevoller Gatte und Ver Landtier Er hat manches Gans Schreiber all die: Charakt e r, Intrigue hältnissc in Wie festen Ganzen diesen ' Sei|n jährige <1815). *> geborkn 1/C.4, gestorben 1B8C. - 15*5 -gänzt nach cm Geschäft aufgeg :ben, sobald er etwas seinen Grundsätzen widersprechendes dabev thun oder auch nur zulassen sollte. So s:eht dieser Mann in ehrenwi rther lieber einstimmung mit sich selbst und geachtet da.« Eduard dieses Charakterbilc in einem Frankfurt: »Rechnen einen «"ebenso redlichen der nur der Wahrheit sie im zugänglich ist, und der die aufzugeben imstande wäre crspruch mit den Anforderungen seines 5 nnes kämen, so. habe id rin treues Bild der Vorzüge ann auszeichnen.« .?n unabhängigen Sinn'beweist E unz bei seiner Uebersiedlunj Er hätte im Hause des mit ihn begüterte! Rüben Samuel Gumpertz können, er zieht es 'aber vor, sich Hauslehrer im Hause der Madame werben. Seine Predigten im Beersche i Tempel in Berlin sind Zeugnisse für seine mannhaft ^Gesinnung. einträgliche wir zu als I festen und keiner jesten Ver« wenn Ihnen gegeben, die der zwanzignaci Berlin verwandten : orglos leben sein Brot als lertz zu er-