Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1925)
- Date
- 1925-10-01
- Page
- Seite 153 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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In Wirklichkeit aber ist von all^n Weimarer Denkern bis zu Nietzsche hin kein einziger so vom Werden der geistigen Dinge im neunzehnten und unserem Jahrhundert bestätigt worden wie er, der Verstoßene, Weggeschwiegene, dessen überwältigende Intuitionen, die großen grundlegenden wie die unmifzähjbare Fülle der kleinen einzelnen, in Werken Mch finden, die leider dem Gesetze des Stilwandels undVeraltens unterliegen, weil sie Wissenschaft sind, und denen der an sich rechtmäßige Gei^t der Spezialisierung und der modernen Methodep zum Unheil geworden ist. Ihnen, weil! Schwer lesbar . geworden, rum Schaden, uns aber, den ■deutsch Lesenden, zu unersätzlichem Verlust. Denn in Herder ist genau die Synthese des Universellen mit dem Nationalen, des Politischen mit dem Religiöseh, die dieser Zeit not täte, aufs großartigste vorgebildet. Ohne den entsetzlich konventionell ausgearteten Umweg über ein fiktives Griechentum nötig zu haben, ohne dieses steinern kalte und fast an Komik rührende Gipsabguß-Hellas der großen Genossen als abstrahierende Krüdce und Brücke verwenden zu müssen, faßte er, der geniale Seher, die wirkliihen Völker, die vor ihm niemand gleich eindringlich rach dem Geiste geschaut und beschrieben, eingereihi und gedeutet hatte, zu jener wirklichen Menschheit z isammen, deren konkrete politische Organisation damals wie heute, unter Robespierre und Bonaparte veie unter Lloyd George und Lord Balfour, auf der Bahn der europäischen, der abendländischen Notwendigkeit stand. Und da er Urteile hatte und Wenig Vorurteile, [ da er der Sohn eines mühselig schuftenden Seilermeisters war, geboren August 1744 um Mitternacht, in Mohrungen, Ostpreußen, in einem Haus voller Geschwister/ da es keine Demütig ung_gab, die er nicht hätte auskosten müssen — Armut, dünkelhafte Brotgeber der Kleinstadt, Krankheiten, die unsicher machen, uijd alle Qual, die ein pedantisch verr ickter ■Schulkram j jeinem genialen Menschen nur zi fügen kann/ da er auch später immer im< Schatten des Größeren, Goethes, und des Erfolgreicheren, Sd lillers; verblielj, u ld als herzoglicher Superintendent-, qerzu- Ge gleich Demokrat und Freund neuer Gesells hafts« t formen j war, sich in der Welt schlecht nach innen gekehrt, wie er nun einmal ist er eiji gjiter Nachbar des Juden, dejsser — Weisheit,' — gesdiichte zure< ediffahd. eben mußte: Urdi htung, sitjtlichke t und J wie keiner wie keiner i Geist der hebräischen Poesie urd die große geheimnisvjolje Lebenskraft und Geisfatrt dieses Judenvolkes — zugleiih aber auch ein gutes Vorbild für Ji den in einer Loge, ein Schutzpatron, dessen sich würdig zuei weisen nicht'gerade leichtj ist.- N lut zur Ueberzeugunggejiört d; izu und offener Sinn für das Gegenwärtige, Großherzigkeit und Anschluß an die Jugend, ind vpr allem: innere Freiheit. Wer Angst hat vor Sddagwprten und verfemten geistigen Bewegung :n, wer die Huminität als Vorwand nimmt, hm sein angeborenes Volksblut zu verleugnen,und wer dis Religiöse mit einem bequem blassen KonFessioi älismus .verwechsln möchte: der berufe sich au’weri crwplle, nur nicht auf Herder, dessen harte, feu ige und später verschlos >ene Seele dem heutigen Mens heri z< igt, wohin man gehen muß, und wie man auftrltt, um sich selber treuzubleiben. Humanität aufjädisdv: Weise, das Leite ide unserer Logen, das gesftz :e Ziel werden wir nur <»reichen, wenn wir lernen, s > vorwärts gerichtet zt leben wie er, und dann wie er S9 ptandiu* halten. 1 ■ Herder- Loge, Heilbronn. T Plotke Von Blau Frankfurt i Julius Plotke, der Patron der Loge in Kaisersj kurzen lautern, war ein gebürtiger „Herzogtümer" <Borek>, 1 — hat aber den größten Teil seines / . f Julius LBr. J u I. I ge in Kais in Heimat leider nur allzu . “ U - M. Lebens — er hat die 50 nid t erreicht Frankfurt a. M. zugebrachf. V >n seiner her, von Elternhaus, Schiili und) Gemein-