Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1925)
- Date
- 1925-10-01
- Page
- Seite 138 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Aufträge Königs August des Starken ■'mit ilem Kurfürsten von Brandenburg über den Ankauf der Erbvogtei über Quedlinburg. Eine Dame des Hiofes -beschwert sich in einem Briefe dieser Zeit, daß fnan einen Juden, »Monsieur Lehhiann«, mit dieser Wich" tigen Missio^n betraue. Seine Beziehungen zum Hofe benutzt Berend Lehmann nicht zur Befriedigung persönlicher Eitelkeit, sondern zur Besserung der unglücklichen Lage der Juden, die damals durchaus. der Willkür der Regierenden preisgegejben waren. Von dem ersten preußischen König erlangt er die Zusicnerung, daß alle Gemeindebeamtep in Halberstadt als Schutzjuden aufgenommen würden. Infolgedessen' gab es bald in Halberstadt 3 pemeindediener, 3 Vorbeter, 4 Mazzebädcer für jeden Tag des Passahfestes, 3 Friedhofsaufseher usw. Als das Olenugebet Gegenstand des Anstoßes und der Verläumdung gegen die Juden wird, ist er peim König von Preußen als Vorkämpfer zur, Stelle^ Berend Lehmann ist der Begründer der jüdischen Gemeinden Halle, Magdeburg, Dresden,! indem er bei den Fürsten die Erlaubnis zur Niederlassung der dortigen Juden durch seinen Einfluß T erreichte. Die Sage, die das ganze Leben Berend Lehmanns mit einem mystischen Schleier umspannt, berichtet, daß Bereftd Lehmann die Gunst des ersten Preußenkönigs dadurch erlangt habe, daß er feine scheinbar verlorene Schachpartie des Kötiigs übernimmt und dem Könige zum Siege verhilft. Auch die Juden Polens wenden sich an ihn mit ihren Nöten um Schutz und Duldung in ipen Gemeinden und erlangen den von ihnen ersehnten Erfolg. Ueberall ist Berend Lehmann zur Stelle, wo es gilt, das Judentum zu verteidigen, oder einzelnen Juden zu helfen. Er ist ein Stadion des Judentums geworden, wie es nach der Sage sein Vater erfleht hat. Aber nicht dem äußeren. Kampf für das Juaen- -tum allein gilt sein Streben, auch’ für die innere Festigung des Judentums nutzt er die Macht seines Reichtums und'seiner Beziehungen. Die Klagender Rabbiner, daß. die jüdischer! Lehrräume leer spien aus Mangel an Talmudexemplaren, trifft sein williges Ohr. . Im Jahre 1696 läßt er für 50000 Thaler den Talmud drucken und erhält hierzu das Privileg des Kurfürsten späterenersten Königs von Preußen, und die Erlaubnis des Kaisers. Den . größten Teil dieser Exemplare verschenkt er an Lehrstätten für talmudisches Wissen. Sechs Talmudgelehrte sind zöm 'Drude seiner Talmüdausgabe 3 Jahre lang auf. Kosten Berend Lehmann:; in Frankfl iijt verzichte; weil e bessere In a. O. tätig. Bereits 20 Jahre darauf er auf sein Privileg des Tain vernimmt, daß in Frankfurt ’almudausgabe in Vorbereitung Halberstsylt-gründet er 1703 die bestehe a le Klaus als Lehrstätte für t Wissen, in der 3 Gelehrte auf Kosten cer Stiftung leben, mn sich nur ihrer Wissenschaft zt widmen. Mit 90)) Thaler Stiftungskapital wird seine Grün düng dauert. jüdischen Gemeinde zu Berli t De r 3000 1 h aler zur Errichtung der Synagi »ge in der Heiderqiii wurde. oftmals Vfe haben Beispie erschiefe damalig e tergasse, die im Jahre 1714 der jüd sehen Gemeinde zu Halberstadt. 1712 e 1. aut er d.ie Synagoge zu Halbe renoviert, in ihrem prächtigen noch hejte als eine der schönsten Deutschlands erscheint. ■ e nicht urkundlich belegte E'zählungen i{h über Berend Lehmann erhalten, so zum auch, daß er auf e'gene Ver; den Bi rsn des Halberstädter Stadtkom nandanten l ließ, als dieser die Kinder auf gefährd zje. Diese Tat war ein für einen i Zeit außerordentliches Unterfangen Der in der Klaus erhaltene gußeiserne Ofen, Eisengießerei des Berend Lehmann in Bankenburg hergesti :11 ist, enthält heute noch eine Eisenplatte mit dem Wappenbild Lehmanns. Urkunilich belegt ist, da) Berend Lehmann bei den zsrei großen Brände t, die Halberstadt am Ende des s ebenzehnten Jah hunderts heimsuchten, für den Aufbau nicht nur der änderet i Er dieser Zuilen überschreiten, die Einzelheiten dieses an Erfjljen so reichen Lebens zu schil lern. <Es Gemeinde sei a|uf zu Ha die Sd sei nui m A sein st et$ ewiger Btrcn uddrücke s . M. eine sei. aeute noch ta mudisdies eingeweiht Er trägt ein Drittel der Gerne indfelasten 1709 bis stadt, die, Kuppelbau Synagogenjüdischen Häuser, sondern auch Mitbürger sorgte. würde zu weit führen und cie Geschichte der israelitischen bprstadt von Dr. B. H. Auerbach und auf ritt »Berend Lehmann« verwies zn.) Hier seiner Zeit zahlreiche erwähnt, daß in allen Schriften zym Aisdruck gebracht wird, wie er Waisen bildete auf eigene Kosten erziehen ließ, sie ausihnen zur Eheschließung, verha f und zur Ausüb urg eines ihnen zusagenden Gewerbes. 24. Thamus 1730 schloß Berend Lehmann für das Judentum wachsames Ruhe. Lehmjann-Loge, Halberstadt. leiht er ntwortung der Straße Juden der der in der der seiner V r ien Raum Auge zur 138