Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Festnummer zum Ordenstage ; Nr. 10 - Oktober (10.1925)
- Date
- 1925-10-01
- Page
- Seite 131 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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GHngetcagener »ereilt Prlin, Oktober 1925. Nummer 10, 8er G&w$fe0g für a-taa «tgmt Cerlafl Her «roßlrgt. ftann: £ 62, ilrtttßialje 12. (Etlrpljini: Ittynu 4619. DoHr^tUmito: Htüti 4 Bacf|t>rudt f3nttltd|xt BrtUuI aus Uietai Ktttrtlimgrn to erboten. 168 88 i Berthold Auerbach. Von I Br. Eugen Wölbe, Berlin. 4 Berthold, Auerbach wurde zu Nordstetten im mit dem jüdischen Lehrer befreundete kathplische Hohenzollernsdien Lande am 28. Februar 1812 ge» Orispfarrer kostenlos erteilte. ' boren. Seine Eltern waren einfache Landleute, die Nach der Bar-Mizwahfeier bezog Auerbach sich unter den Bauern allgemeiner Verehrung er» die Jeschiwah in Hediingen, wo ihn Rabbiner freuten. Wie Goethe, so konnte .auch Auei bach von sich bekennen, daß er seine »Lust zum Fabulieren« seiner Mutter verdankte. Von dieser frommen und verständigen Frau hat er seinen Hang zum Philo» sophieren, seine Freude an der ländlichen Natur und an den unverbildeten und doch so gemütvollen Menschen seiner »Heimat geferbt. Noch mehr: sein Elternhaus war durchweht von echt jüdischem Geiste/ pietätvoll wurden die altehr» würdigen Bräuche geübt, die Nathan Reichenberger in den Talmud entführte, ein Studium", das er nach, äweiundeinhäfb Jahren in Karlsruhe unter Leitung des dortigen Rabbiners Elias Willstätter fortsetzte. Gleichzeitig ho^pixjerte den unteren Klaisen de? 1 nasiums Und nahm außerdem Privatstunden, 'um die Reife» Prüfung ablegen zu, rönnen. ln seinen Karlsruh et Auf»" enthalt fällt! seine Bekannt» schaft mit seinem um zwei Jahre älteren Vetter Jakob Auerbacjh, mit jdem er er in Gymzahlreidten Kinder frühzeitig in der! Thora und im ' zweiundfünfzig Jahre lang in brüderlich heimlichem, Talmud unterwiesen. Daß Berthold — der begabteste von ihnen — einst Rabbiner werden und durch diese Berufswahl den Lieblingswunsch der Mutter erfüllen sollte, galt als eine Selbstverständlichkeit. Demgemäß empfing er neben dem Volksschul» und privaten Religionsunterricht lateinische Stunden, die ihm der persönlichem und schriftlichem Verkehr gestanden hat. Alle Briefe Bertholds an ihri hat Jako b Auerbach gesammelt und nach des Dichters Tode in zwei starken Bänden herausgegeben. Si: stellen > einen wertvollen Beitrag zur Kultur» und Literatur» geschichte seines Zeitalters dar. 131 -