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Der Orden Bne Briss · 1925-08-01 · Nr. 8/9 - August/September (8.1925) · p. Seite 141

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1925
Issue
Nr. 8/9 - August/September (8.1925)
Date
1925-08-01
Page
Seite 141 (sequence 11)
Language
German
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olympischen Spiele, T900 Paris, 19Ö4 Saint Louis, 1908 London, 1912 Stockholm, 1920 Antwerpen, 1924 wieder in Paris, — 1916 waren sie für Berlin geplant. Der Weltkrieg verhinderte die Ausführung. Es beleuchtet die Tristheit des Krieges: in Antwerpen wie in Paris waren Angehörige des ehemaligen »Vierbundes« ausgeschlossen. Der ehemals ln Berlin gebildete Reichsausschuß für die Olympischen Spiele hat sich in den Reichsausschuß für Leibesübungen verwandelt) Ueberall lebt der Oedanke wieder auf. Man hat die Wichtigkeit der Leibesübungen erkannt —t insbesondere in einem Lande, dessen militärische Gesamterziehung zusammengebrochen ist. Cheder und Jeschibah! In den Jahrhunderten nach dem Verschwinden der klassischen olympischen Spiele saßen die jüdischen Jünglinge in den Stätten jüdischer Wissenschaft in Cheder und Jeschibah — im Ghetto — abgeschlossen von Licht und Luft und Sonne — blasse, gebückte Gestalten, versenkten sich in Fragen der Tiefe und der Oberfläche und trieben Akrobatik des Geistes. Keine Visiöfien vo.n Schönheit und Zauber der Form schwebten ihnen vor. Ihre Tätigkeit war geistige Zergliederung. Raschheit des Denkens war dabei, witzige sinnreiche Beziehungen. Körper und Form spielten keine Rolle. Allmählich traten die jüdischen Jünglinge aus der Dumpfheit ihres Seins heraus: es kam eine Zeit, die ihnen den Zutritt zur Gesamtkultur nicht verwehrte. Entwickelung setzte ein, und nun sind sie in das Licht der olympischen Spiele getreten. Aus bleichen Gestalten wurden" sehnige Jünglinge — Leistende und Könnende, solche, : die sich im Gesamtrahmen einer Zeit auszeichnen. Zum Geist wirkt der Körper und Erkenntnis, steigt auf nach einem Göthe-Wort: »So einvollkommener Körper gewiß verwahrt auch die Seele rem, und die rüstige Jugend verspricht ein glückliches Alter.« J Ihr Alten, laßt es geschehen und. — fordert es! ♦ , Ihr Jungen zeigt, was Ihr könnt, und ringt im Zauber der olympischen Spiele,! * * - > ■ Am Sonntag, dem 30. August 1925,fand nachmittags 3 Uhr auf dem Sportplatz Kurfürstendamm Ecke Cicerostraße ein Sportfest d e r jüdischen Jugend statt. Die Veranstaltung ging von der VIS (Vereinigte-Uebungsstätten jüdischer Sportverbände) aus. —^ Wir stehen vor der erfreulichen Tatsache, daß sich die gesamte jüdische Jugend zusportlichen Dingen vereinigt hat, um einen gemeinsamen Sportplatz zu schaffen. •' Bei dem ersten Sportfest im vorigen Jahre hat unsere Jugend ausgezeichnete Leistungen gezeigt. Auch der zweite Sporttag blieb hinter dem ersten nicht zurück. Br. Goldschmidt stellte auf Wunsch der Leitung für das Programmheft die oben wiedergegebenen Ausführungen zuf Ver-, fügung. Die Großloge überreichte einen Wanderpreis in Gestalt einer von Br. Jacob Plessner- Berlin gefertigten Bronzeplakette. Auch sämtliche Berliner Logen stifteten Preise. Außerordentliche Vertretefversammlung des N.O/L.V am 21. Mai 1925 in Landsberg a. d. Warthe (Saal der Toleranz-Löge). Die Großloge und sämtliche 8 Verbandslogen sind vertreten. Als Vertreter der Großloge nimmt Br. Expr. BlumenfeJd, Berlin, teil. Br. Expr. Louis Liebert. von der N. O. L. V. (Toleranz-Loge) leitet die Sitzung. Zu Punkt 1 der Tagesordnung hält Br, Expr. Silberstein ein Referat über „Gemeinsame geistige Versorgung der Verbandslogen" Hierzu hat er 5 Richtlinien aufgestellt: 1. Volle Ausnutzung der in den einzelnen Logen vorhandenen geistigen Kräfte. Heranziehung möglichst aller Brüder zu kurzen Referatei 2. Austausch der in den Vetbandslogen. vorhandenen Redner zu Vorträgen. ' 3. Veranstaltung von Zyklus-Vorträgen in der Weise, daß geeignete Brüder innerhalb der Verbandslogen in ein größeres Wissensgebiet sich teilen: 4. Gewinnung von gemeinsamen Rednern für die Verbandslogen, dazu, notwendige Zusammenarbeit bei der Aufstellung~derThemen. 5. Ausbau der Logenbibliotheken unter Besonderer Berücksichtigung der jüdischen Literatu^ und Austausch der Werke zwischen den Verbandslogen. 141

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