Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- Beilage 1925 (1925)
- Issue
- Das Kulturwerk des Hessischen Logenverbandes = Juli/August (6.1925) (6.1925)
- Date
- 1925-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Der Orden Bne Br iss Mitteilungen der Großloge für Deutschland VIII U.O. B. Bj .■—.- Juli/August 1925. . , .* ■+ - . I ■ (. ■ ' v':- Inhalt: Das Kultnrwerk des Hessischen Logenverhandes. ’ ' x Das Kulturwerk des Hessischen Logen verbandes. Bericht von J. B. Lev; Die kulturellen Verhältnisse .der hessischen 'Juden auf den» flachen Lande (etwa 20 000) sind seit Jahrzehnten in Verfall, seit den Kriegs- und Nachkriegszeiten jedoch in einen katastrophalen Zustand geraten: die Wohlhabenden sind in Großstädte gezogen, die noch Ansässigen in ihrem Wohlstände zuriickgegangen; die Steuerkraft der Gemeinden ist teilweise auf ein Minimum gesunken, die Kinderzahl so gering, daß ein Lehrer kaum noch nötig, die Synagoge leer, ^so daß ein Kantor überflüssig — Schulen und Gotteshäuser sind verwaiset, Verödung und Verwilderung bei jung und alt hat auf jüdisch kulturellem und religiösem Gebiet Plafo gegriffen. Die Hilfe der Kulturfonds der Einzellogen, die seit etwa 1921 gewisse Bezirke des Umkreises des Logenverbandes übernommen hatten, bestand in persönlichen Unterstützungen und Wirtschaftsbeihilfen der noch amtierenden Kulturträger. Diese haben, in ihren Gemeinden nach Kräften dem Judentum gedient, konnten aber «len Verfall der schon lange und der durch den Krieg und spine Folgen lehrerlos gewordenen Gemeinden und Zwerggerheinschaften nicht aufhalten. Zweifellos ist eine der Hauptaufgaben des im Entstehen begriffenen' Landesverbandes der preußischen Gemeinden „die Hebung des geistigen und religiösen Lebens in den verkümmernden Landgemeinden Preußens. Im ehemaligen Großherzogtum Hejsen jedoch und, solange der Preußen-Verband noch nicht in Wirk- ■ (Br. der Frankfurt-Loge). ( samkeit getreten, hat nach dem »Vorschlag «les Berichterstatters' im Frühjahr 192*4 diese Aufgabe unser Logen verband in Angriff genommen,, und zwar für diese schwere Aufgabe* durch Anstellung begeisterter und befähigter Männer, die . insbesondere die kleinpn und kleinsten .geistig unversorgten Landgemeinden periodischbesuehen, dort gottesdienstliche oder lehrhafte Versammlungen der wenigen noch dort lebenden Juden veranstalten, die heranwachsende Jugend jü= «lisch zu interessieren versuchen, und, wenn nötig und möglich, Kinder und Erwachsene iit der- Geltetsprache unterrichten kurz jüdischem Leben zu erwecken oder zu .erhalten,-Erziehungsarbeit im weitesten Sinne zu leisten.-r-.v„Dabei muß strengste Neutralität in religiöser und politischer Beziehung gewahrt, keinerlei Propaganda für irgendeine Richtung und Partei darf getrieben werden. Wir lehren durchaus objektiv «I a s Judentum ohne Kritik dar Quellen und der' Auswirkungen. Nur «las Einigender muß uns beherrschen, nichts Trennendes darf' in unsern Auslassungen berührt werden. Unsere Tätigkeit bedarf bei der Verschiedenheit der religiösen Anschauungen und Lebensführung der Glau- ' hensgenossen feinsten Taktes'; — Die scharfe Beobachtuni» und das eingehend^ Studium der Verhältnisse in den aus zur Pflege Obliegenden Gemeinden und^Bezirken ist daneben unsere Pflicht. Wo es uns möglich scheint,..müssen wir versuchen, die Äpstellung von Lehren» und i