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Der Orden Bne Briss · 1925-07-01 · Nr. 6/7 - Juli/August (7.1925) · p. Seite 121

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1925
Issue
Nr. 6/7 - Juli/August (7.1925)
Date
1925-07-01
Page
Seite 121 (sequence 15)
Language
German
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4 ausgesprochene handwerkliche idies selbstververwandten Orden — sind Männerbflnde. Im Beginn, als man noch auf Ueberlieferungen aufbaute, war ständlich, aber es blieb auch so, als sic 1 die Bauhütte zu ethisch-humanitärem Tun ve rgeistigte. Selbst das galante 18. Jahrhundert in Frankreich, das der Frau die Herrschaft in der geistigen Geselligkeit, im ' Salon, bereitwillig j überließ, konnte hieran nichts ändern. | »Einige Orden nahmen Frauen auf, sie sind sämtlich nach kurzem Bestand zugrunde gegangen* (Kneissl: Gesch. d. Frmr Herausgeg. v. Ver. dtsch. Frm.) lautet lakonisch der Bericht in der offiziellen Geschichte in djer Freimaurerei. Die Loge blieb ein Bruderbund. Man gründet Schwesternvereine, befürwortet Frauenlögen, aber lehnt die Miächloge, in der Männer und Frauen gemeinsam arbeiten, überall ab. Ein in der Tat schwer zu erklärender Vorgang. Schlag^vorte, wie Rückständigkeit, männlicher Egoismus u. a. genügen wohl nur, sehr Anspruchslosen, um eine Erscheinung ^u erklären, welche bereits zwei Jahrhunderte! mit allen möglichen geistig-külturellen Wandlungen überdauert hat. Der Ausschluß der [ Frauen ist um so unbegreiflicher, als deren Arbeit auf vielen Gebieten als vorbildlich anerkannt wird, und alle möglichen Vereinigungen wissenschaftlicher, ethischer, geselliger Art, Frauen aufnehmen, ohne Schaden zu erleiden. Indessen besteht die unwiderlegliche geschichtliche Tatsache, daß alle Logen, die die Frauen aufgenommen haben, in kurzer Zeit zugrunde gegangen sind. Es muß also im Wesen der Loge liegen, eingeschlechtig zu bleiben oder zu verderben.. Der Grundgedanke der Loge ist die Herbeiführung einer Art von geistiger Lebensgemeinschaft durch Verbrüderung im gleichgerichteten Streberi. Die Annäherung in der Loge, wo sich die Brüder allwöchentlich in Arbeit und Geselligkeit und darüber hinaus in Ausschüssen zu gemeinsamem Tun begegnen, ist eine engere, als in Vereinen, oder* soll es der Idee nach sein. Die Lebensluft der Loge ist eine rein geistige, einpolige Elektrizität ohne Neben ströme. Die Verbrüderung im Gedanken und in der Tat ist unter Männern ohne jeden Nebensinn möglich. Was geschieht, wenn wir in den Männerbund, in den Logentempel, Frauen aufnehmen? Nun, nichts Besonderes, sagen männliche und weibliche Frauenrechtler. Das* Bild wird äußerlich, gesellschaftlich, bunter und * interessanter. Männlicher und weiblicher Geist und Charakter vereinigen und ergänzen sich, die Frauen werden .wertvolle Maurer am Bau des Humanitätstempels. — _ . Alles geht gut-— nur die Logen gehen zugrunde: sie werden durch Uhterströmungen, die ich vorsichtig »psychische« nennen will,, innerlich zersetzt. 1 In den rein geistigen, einpoljg - männlicheu Kraftstrom der Loge mischt sich der weibliche Kräftekreis, es gibt Spannungen, Funken- * bildung, interessante Lichtersctyeinungen, aber die Maschinerie erleidet Hemmungen und^stjeht schließlich still. ' Sprechen wir deutlicher: die Annäherung zwischen Mann und Frau, die dem Wesen der Loge nach eine brüderliche, freundschaftliche werden soll, bleibt nicht frei von Nebenerscheinungen, die über das rein geistige Gebiet hinausgreifen. Mann und Frau beeinflussen sich nicht nur als Menschen, sondern-- --. ' je nach Anlage, zarter oder gröber -—-J- •— als Wesen verschiedenen Geschlechts, - Dies reicht bis in die feinsten Aeußerungen der Geistigkeit hinauf. Anstelle schlichter Sachlichkeit tritt die im ganzen Naturreich so wohlbekannte Tendenz des »sich ZeigenWollens vor dem andern Geschlecht«, 'die Sucht, zu glänzen und zu imponieren. j Beschlüsse werden nicht biehr nur aus rein sachlichen Gründen gefaßt, sondern von der hier stets sprungbereiten Sympathie oder Antipathie beeinflußt. Aeußerliche Vorzüge wirken auf viele _ Frauen — unbewußt — stäfker als die inneren Werte ergrauter Erfahrung. Die natürliche Rücksichtnahme der Männer auf Frauen, oder gar die gesellschaftliche auf »Damen <, schafft Abstimmungsergebnisse, die sachlich um so schwächer begründet sind, je stärker sie von Nebenrücksichten geleitet waren. Empfindlichkeit bei rhetorischen Mißerfolgen, die im Bruderkreise schnell vergessen werden, setzt sich bei Anwesenheit von Frauen in heimliche Erbitterung bis zu Bruderhaß um. Die sachliche Niederlage geliebter oder hochgeschätzter Männer empfindet die Frau als persönliche Kränkung. Man ' stelle* sich die von solchen Empfindlichkeiten durchsetzte ' At- 121

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