Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Nr. 5 - Mai (5.1925)
- Date
- 1925-05-01
- Page
- Seite 97 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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< zurückveflangen, denn er weiß am besten, daß so lange er ein Mythos, eine Legende ist, die Mauer der Trennung, die so viel Unheil stiftet, nicht fallen kann.. Dieser gewaltige Schatten, der zwischen Jeschua ben Josef und Israel liegt, kann erst schwinden* wenn das Licht neuen Verstehens darauf fällt. Dann werden sich beide treffen. < Eher nicht. Der Christus des Christentums muß dem jeschua ben Josef weichen. Der Gott« muß sterben und als Mefisch auferstehen. »Das wird die wahre Auferstehung sein!« Inzwischen sucht die amerikanische Judenheit durch gewaltige Werke der Nächstenliebe und durch Spenden für alle möglichen Kulturleistungen die Kraft des »echten Ringes« zu erweisen. Spaltenlang berichtet das »Magazine« von dieser beispiellosen Opferwiliigkeit. Die Hochherzigkeit von Julius Rosenwald in Chicago ist bereits sprichwörtlich. Wenn dort irgend welche Mittel für Erziehungs- oder Wohltätigkeitsinstitute gebraucht werden, ist der erste Gedanke bei den damit betrauten Sammlern: »Klopf’ bei Rosenwafd an!« Niemandem schlägt Rosenwald eine Bitte ab. Einen warmen Nachruf halt unser »Magazine« dem jüngst verstorbenen. Arbeiterführer Samuel Gompers, den es als den »letzten der jüdischen fVopheten« kennzeichnet. Gompers war kein Sozialist, sondern Demokrat; von einer sozialistischen Republik wollte er nichts wissen. Allen Versuchen, den Bolschewismus, nach Amerika zu verpflanzen, widersetzte er sich mit der ganzen Macht seiner Persönlichkeit. Denkwürdig sind seine Worte: »Wenn die Weit sich nach meinem Tode nur fünf Minuten lang meiner erinnern und sagen wird: „Er suchte zeitlebens seinen Mitmenscher von Nutzen* zu Sein“, so werde ich zufrieden1 sein«. Erschöpfend und treffend behandelt Br. Max Heller, Rabbiner am Sinai-Tempel zu Chicago, »Die mißliche Lage der getauften Juden«. Was Br. Heller in diesem Aufsatz als »Tatsache« festnagelt , ist glücklicherweise nicht wahr, nämlich daß es in Berlin und in Hamburg Kirchen' gebe, deren Besucher; sich ausschließlich aus den Kreisen der getauften Juden rekrutieren, während die Christen sich aus diesen Gemeinden längst zurückgezogen haben! Ob Idie andere »Tatsache« wahr ist, daß in Harnijmrg die getauften Juden nur untereinander verehren, da weder Christen noch Juden mit ihnen etwas gemein haben wollen, entzieht sich meiner Kenntnis; sie hat den Schein der Wahrheit gegen siph, denn ein Teil unserer Glaubensgenossen verkehrt ganz* unbefangen mit den FahnenfliithtigeiL'^Treffend widerlegt Br. Heller die Feststellung "des Oberrabbiners Dr. Güdemann in Wien: VWas abfällt, ist Abfall«, indem er nachweist, daß eme ganze Anzahl dieser Konvertiten als Juden unserer Glaubensgemeinschaft zu höchster1 Ehre gereicht hätte: Heine, Börne, NeandetV *tfar| Marx, die * Sarah Bernhajrd etc. Disraeli ist als Kind getauft worden, Felik Mendelssohn-Bartholdy ist bereits als Christ geboren; die R a c h e 1 und Michael B e r n a y s sind aus dem Judentum >ni c h t ausgetreten, Dies zur Berichtigung des’ Hellerschen * Aufsatzes. $ehr genau kennt der Verfasser die Lage der Jüden in Deutschland: , eine halbe Spalte widmet er dem von den Deutschvölkischen beschlossenen »Judenreglement«!. * - Mit de4 Beginn des Winters haben unsere amerikanischen Glaubensgenossen) "ilrid in erster Reihe tmserje Brüder B. B., energische Schritte zwecks Einführung und Belebung eines ^ord- 1 nungsmäßigen Religionsunterrichts getan, pie 1 49. Tagung der Großloge des 5. Distrikts ergriff die Initiative hierzu. Die bisherigen »Sabbatschulen«, di h. Religionsunterricht an dem in Amerika wie in England schulfreien Sonnabend, scheinen nicht die rechten Erfolge zu zeitigen. Das »Magazine« fordert eine Erweckung aller im Judentum - und im Christentum*— schlummernden Kräfte iwecks durchgreifender religiöser und sittlicher. Erziehung der Jugend, weist* doch auch *’ eine neuerliche Botschaft des Präsidenten C o o- I i d g e darauf hin, daß »wirkliche Reformen, welche die heutige Menschheit erstrebt, nur aus unseren re igiösen Ueberzeugungen heraus ge- . boren werdien, oder sie treten überhaupt nicht ins Leben.! Frieden — Gerechtigkeit — Humanität — Wohltätigkeit können nicht 'auf dem Wege der Gesetzgebung Oemeingut der Völker werden«. Diese Ideale — meint das »Magazine« —i müssen als uralte jüdische Ideale vornehmlich in die Herzen der jüdischen Jugend gepflanzt' werden, Die Logen sollen in enger Fühlung! nähme mit1 den weltlichen Schulbehörden unverzüglich den Plan zu einer religiösen und sittlichen Unterweisung der Jugend inv Verbindung mit dem Schulwerk der sog. Profanschulen ent- - 97 —