Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Nr. 5 - Mai (5.1925)
- Date
- 1925-05-01
- Page
- Seite 85 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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setzt, das Judentum als geistige' Macht zur Geltung zu bringen und zu entwickeln, Akademien, Universitäten, Hochschulen zu ien{ichten, ' deren Entwicklung wir mit den innigsten Wünschen begleiten. I I Die Alten, so wird erzählt, ehrten das Andenken des frommen Königs Chiskijahu dadurch, daß sie zu seinem Oedächtnis ein Lehr- und* Versammlungshaus errichteten. i So errichten Sie heute ein|e neue Lehr- und Arbeitsstätte unseres Ordens lim Andenken an Zacharias Frankel. ' Große Männer, wie er, sind Konzentrationspunkte nicht nur derjenigen Kräfte, die sie in sich/selbst darstellen, sondern auch all der Kräfte, die sie wecken und in Bewegung bringen. Lichtumflossen, mit unvergänglichem Lorheer geschmückt, war Zacharias Frankel ein Auserren liefert. Im nimmt er ei Indem Wir geben, erricliten Der Geist aus den Heben die Brüder und wählter unt;r /.userwählten. Sein- Genius hat uns wegeweiser d die erhabensten Lehren über- Paptheon jüdischer Geisteshelden hervorragenden Platz ein. -. , der neuen Loge seinen Namen1 wir Zacharias Frankel ein Denkmal dauernder als Erz und glänzender als Marmor. Tankeis mag zu dieser Stunde segnend Heerschau halten über Schwestern, die sich heute im Gedanken a|n ihn zur Begründung der Zacharias Frankel-Loge zuisammenfinden. , . Wie sein Name ein Leitstern füf die neue Loge ist, ft r ihre Tendenzen und Bestrebungen, die mit dei idealen Lehren und der idealen Lebensführung dieses Großen in Israel Zusammenflüßen, so mag sein Vorbild allezeit der Führung der Loge v>ranleuchten in W, Bi. u. E. - I * Richard Beer-Hojfmann als Dichter des Judentums. Von )r, Ludwig Davidsohn, Berlin / Heine hat einmal das hübsche Wort gelieh nicht prägt: »Seitdem Mozart gelebt hat, gibt es »Langsamen« umso schwerer! —Er kann es mehr Glück in der Welt«. Diese Aeußeryng sich schot erlauben, den' Schopenhauerschen kann man auf Beer-Hofmann vari eren. Seitdem Ehrentitel dieser Dichter lebt, gibt es mehr Andacht, Weihe Anspruch und seelische Vertiefung in der; Welt, ist das einmal auf Herrliche und Ergreifende, das im Judentum lebt, der Allgemeinheit bekannter! geworden. Es ist, als ob das Judentum von Zeit zu reine Dicßtertum aus einem weit unter ihm Zeit einmal einen Genius hervorbringt, dem es gelingt, ewige Menschenschwermut und Klage ordentliche ' stehenden umfangreiche Lebenswerk dieses eines »Wenigschreibers für sich in zu nehmen und nur alle 15 Jahre der Bühne zu erscheinen: Bewundernswert ist es, wie, -diese' außerpoetische Potenz, dieses J starke und Milieu emporgewachsen ist;, denn allzpi sympathisch ist es nicht, das leichtsinnige, um das allgemeine irdische Los zugleich mit liebenswürdige und unzuverlässige Wienertum der tiefsten Sehnsucht jüdischen Wesens, seinen Schmerz und seine Enttäuschung zum Tönen zu bringen. Ein solcher Genius ist dieser Dichter, den nicht zu kennen für jeden Juden und Deutschen einen Verlust bedeutet. Es ist nicht viel, was er ßisher veröffentlicht hat. Ein Bändchen mit (zwei Novellen, eine einzigartige, dichterisch - herrliche Traumvision, ein paar Gedichte in Zeitschriften verstreut, eine Rede auf Mozart, zwei Dramen, — das ist alles, wai der nun bald Sechzigjährige uns bisher gab. Dafür aber wiegt das äußerder Vorkriegszeit mit seinen »süßen Madls«, seinen m< lancholisch - zynischen. Snobs, seinen unzähligen frivolen Abenteuern .und seiner ganzen — nicht nur ethischen — Schlamperei. Der kleine 1893 erschienene Novellenband Beer-Hofmanns atmet noch ganz diese jetzt nach den Kriege hoffentlich historisch gewordene Wiener Atmosphäre; nur ber der feinen Stimmung »malerei und der schwermütigen Ironie mancher^Schilderungen merkt man den Dichter. Siebe i Jahre veröffentlichte er dann nichts. Erst 190Q überraschte er mit seinem Buche 85 i