Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1925
- Issue
- Nr. 3/4 - März/April (3.1925)
- Date
- 1925-03-01
- Page
- Seite 50 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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mit den Problemen, welche sie bringt ohne das Zutun eines Menschen. Ebert aber hat verstanden diese Aufgaben zu empfangen, ihnen gerecht zu werden. Dadurch ist er ein Staatsmann^geworden. Wir gedenken seiner in dieser Stunde, vir, denen die Liebe zum Vaterlande, das Verstäm Inis für das große Ganze,' der Sinn für den weiten Horizont und die großen Zusammenhänge in unseren Aufgaben, als Une Briss als ein Wesentliches enthalten: ist. An die Witwe des Reichspräsidenten war auf brieflichem Wege eine Trauer kundgeb ung gerichtet worden: Die Großloge für Deutschland des Ordens Bne Briss, der im vaterländischen Bemühen Menschheitsideale anstrebt, spricht anläßlich des Hinscheidens des Herrn Reichspräsidenten, dessen hohe menschliche Eigenschaften deutscher Politik segenbringend wurden, innigste Anteilnahme aus. Baeck- Goldschmidt. Was ist das Besondere im Falle Eaert? In seinem Leben und Sterben? Was muß dabei auf eine Gemeinschaf wie die unsrige mit besonderer Kraft wirken? — Die Antwort lautet: 'Das Menschlich: im Politischen! Ein Mann aus den Tiefen des Volkes gt langt in einem Milfiqnenvolk zur höchsten staatsbürgerlichen Würde. Er verwaltet sein Amt mit Klugheit, Takt, größtmöglichster Zurückhaltung, einer natürlichen, dem Herzen entströmenden Würde, mit unvordringlicher Repräsentationskraft, mit Entschiedenheit im gegebenen Augenblick, Es ist gleichgültig, wie man bei dieser Betrachtung sich zu dem Verstorbenen als Parteimann (stellt, gleichgültig, Ob man jede politische Tat, für die er als Staatsoberhaupt verantwortlich ist; gu heißt oder nie lt. Mit Eindringlichkeit drängl sic i dem h ö c h s betrachtenden Blicke auf: da ist ein Mensch geweser, der sich höchste Pflichterfül ung unter Ueberwindungalles Persönlichen zum Grundsatz gemacht hat. Er verliert 2 Söhne im I (rie; re und lehnt de ihm angebotene Schonung ffir den dritten ib, trotzdem das System »Kriig« gewiß nicht zu. seinen Parteianschauungen gehöl. Er wird vo i einer ernsten Erkrankung b “fall« :n,. die strengste körperliche Ruhe erfordert, und mutet sich wie er ärztlichen Rat Bewegung und Arbeit zu, die vielleicht mit zu dem tätliche]) Ausgang beigetraj;en haben. j Immer scheint er bei aßen Handlungen seines hohen Amtes von dem Geidanken geleitet seine Berufung aus der Tiefe zu der höchsten Höhe erfordere* verdoppelte Aufopferung, verstärkte Zurückdrängung alles Persönlichen. Se n Ziel als Parteimann war: allem Menschlichen sein Recht; s :ine Staatsanschauung: Ausgleich!! ng der Widerstr :benden Anschauungen zu diesen Ziele. h Daf Fritz Ebert höchste politische Ziele mit zu ,\ tem Menschentum ver ainden suchte, das ist das ,wahrhaft Sittliche, das Erhebende im Falle Ebert. Es ist das, was ihn lins als Bne Briss wert macht.! Hie* dürfen wir uns eines Wories Fr edrich Wilhelm Försters erinnern: »Sobald man sich in c|ie Psychologie der sozialen Organisation vertieft, rtiuß mrjn erkennen, daß der Staat fast noch mehr auf das Sittengesetz angewie>en ist als das Individuum, denn sein orgäilischer Zusamrr enhalt ist ja' ganz auf moralische Kräfte gestellt, während der individuele Organismus doch auch physiologisch zusapimengehalten wird.« Selten ist ein Mensch mehr als lejumdurjg umgeben gewesen. Auc h unser Weg, der Weg des Ordeis Bne Briss, d<:r Weg.des Judentums zu Mensctiheitszilelen, ührt däuemd durch Verleumdung hindurch. A. Odt. - 50 er von Ver-