Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- Beilage 1925 (1925)
- Issue
- Das Logenheim in Dresden-Ober-Rochwitz = Januar 1925 (1.1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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kennung’ für.-das neugeschaffene Liebeswork aus. Diese Tatsache glaube ich hier im Hinblick auf die unausgesetzten judehfeindlichen Verleurrdüngen in unserer Zeit erwähnen zu sollen. Der Besuch eines christliehen' Fürsten in einem voln ' einer jüdischen Loge begründeten Heim beweist, wie hocher die Treue der Juden zum Vaterla ide und zürn Herrscherhause gewertet, und wie sehr er an der zielbewiriiten Arbeit der Bne Br ss zum Wohfe der Menschen" Wohlgefallen gefun ien hat. Eine Reihe von Jahren diente das prächtige ‘Heim in Ober-Rochwitz vornehmlich Kindern unbemittelter Eltern, die dort Erholung und Stärkung suchten und fanden, Kindern zumeist i us ostjüdischen Kreisen, die zur Loge in gakeiner Beziehung standen. Dieses segenbringende Institut auch für Logenangehörige nutzbarzu machen, daran hatte in jener Zeit niemand zu der ken gewagt Huldigten wir doch damals dem be kannten Grundsatz:: .Nichts für uns, alles für anc ere“.— Wohl gab es einzelne Brüder in unserer Mitte, die mit der rigorosen Befolgung dieses altru stischen Prinzips nicht, fganr einverstanden wa en, die schon, damals*'an ,• das bekannte Wort erinnerten: „Charity -begirts ät'hntne“ und eine iniensivere- Für&rge für den engeren Bruderkreis wi fischten, da: aiujjh Logenbrüder als sterbliche Menschen mit 'de* Geschickes Mächten zu rechner hätten. In ihrer Häresie, verlangten diese Brüder, daß neben den Ferienkolonien für unbemittelt: Kinder auch Ferien- und Erholungsheime für Logenangehörige errichtet wijrden.(Vgl. ilieverschiedenen Aufsätze in unserem Großlogenorgan 211 dieser Fratze.) Aber der R^if dieser einzelnen Ketzer verhallte Wirkungslos.! Klang doch jener altruistische Grundsatz schön und zu s:o!z und entsprach so •'sehr d^n hohen Idealen unseres Bundes, .daß man nicht gern an ihm rütteln mochte. Selbstalsein fiochherzi jer Bruder für die Errichtung eines-Erholungsheime > U.O. B. B. einen ansehnlichen Betrag hergegeben hatte, konnte man sich nicht entschließen, diese Idee zur Ausführung zu bringen. Wohl wurde die Frage in den verschiedenen Gremien eifpig beraten und wohlwollend erwogen, aber man zögerte und zauderte; man fürchtete die Schwierigkeiten, die durch die Verwaltung eines solcfien Heims entsteht n, man fürchtete die Bindungeh. die daraus dem Distrikte erwachsen könnten. —► Nun kam der unglückliche Krieg m t seinen heillosen Wirkungen, die auch die E; istenzen zahlreicher Bne Briss vernichteten oder wenigstens erschütterten. Viele frjiher als wohlhab :nd und reich geltende Brüder| begannen mit d?r Sorge um das tägliche Brot .ju kämpfen. Vonehmlich waren es die betagten Rentner, die alleins ehenden von Brüdern, sowie die iserer Mitte, die unter den ungünstigen Verhältnissen besonders zu leiden hatten. Witwen und Töchter geistigen Arbeiter 1n ü ln dieser Zeit drückendster Not raffte sich ejer Verband der Frauenvereinigungen der fJ.O.B.B,- Llogen auf, und siehe da! was den Männern mit dem starken Arm, aber ihrem kühlen, grübelnden Verstände nicht geglückt, haben die Frauen mit ihrer zarten Hand, ihrem tiefen Gemiit und ihrem warrnsphlagenden Herzen fast spielend erreicht Auf der Tagung des Logenhauem erbandes Ende Januar 1922 wurde die Anregung gegeben, die -■ v >n den Logen begründeten Fe ienheime-, die wähend der Sommerferien den unbemittelten jüdischen Kindern dienen, auszul^uen und sie für lie übrige Zeit des Jahres den Logenfrauenv:rband zurAufnahme erholungsbedürftiger Brüder und Schwestern zur Verfügung zj stellen. Die Aus ührung dieses Planes hat nich lange auf sich warten lassen. Die Entschlossenheit und Energie d:s Logenfrauenverbandes, ünter stützt von den sächsischen Logen haben alle Schwierigkeiten, die damals*infolge der Ungunst derZeit doppelt g-ot waren, erfolgreich iiberwuncen, sodaß das u npehaute Erholungsheim in 0ber-Roch\vitz schon ii 1 August desselben Jahres eröffnet werden konnte. Wer in diesem Heim zur Erholung geweilt, scheidet von ihm mit jJen Gefühlen aufrichtigen Da nkes für die Brüder und Schwestern, die es begründet haben,und. die es rai; Hingabe und Umsicht leiten.'— . , Von innigstem Wunsche beseelt Ober-Rochwitz persönlich kennen zu lernen, ents:hloß ich mich ir i vorigen Jahre die Pessacb-Ferien mit den Mehligen dort zu verbringen Lie weihevollen S :der-Abende, die wir dopt ve lebten, werden nicht nur den Gästen dieses Heims, sondern auch des Brüdern und Schwestern, di< vom „Weißen Hirsch“ zu uns herüber gekommen waren, um das liebliche' Pessachfest im Familienkreise des U O.B.B. zu feiern, stets in dankbarer Erinnerung bleipen.— Wir würden in dem Heim aufgenommen w e liebe Verwandte, über deren B:such man sich h( rzlich freut, ln jedem Zimmer st£ nd.ein Blumenstauß zum Empfang, und wir fühlten uns von der ersten Stunde an „zu Haus.“ — — So hat die Verwaltung des Rochwitzer Ferienh<ims einen altgehegten Plan, der viele unserer Brüller seit Jahren beschäftigte, eidlich realisiert ur d uns gelehrt, wie man mit Leichtigkeit das allriistische mit dem egoistische! Prinzip harmonisch verbinden kann. Die w. Fraternitas-Loge hält treu zu ihrer alten Ferienkolonie; sie beherbergt in Ober-:Rochwitz nach wie vor in den S< rrmerferieil ihre mittellosen Schützlinge; in der übrigen Zeit des Jahres aber steht das Heim allen Brüihm und Schw estern zur Verfügung; sie finden dort Erholung und Kräftigung i nd erleben er-' henr^le und köstliche Stunden, Stunden der Ruhe, des Glückes und des Friedens. -- Bei der Eröffnung des Kinderferienheims im Jahrs 1909 sagte Br. Rabbiner Prof. Dr. Winter in seinsr eindrucksvollen \Veiherede: „Dieses Fest