Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1924
- Issue
- Nr. 15 - Dezember (12.1924)
- Date
- 1924-12-01
- Page
- Seite 213 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Ans dem vfiie der ftmvereinisiniseii der U.O.B.B. Loden. AiHHI und Bnricfit* mt dm Ranutkript* für £ms*r fungtn. dtrband* t*ih*n untnr d»raMw%rtung dar, Radaktion dar Ronatakarichta dar Oroattoff di* untar diatar Rubrik artchom*, t0Utn, arardan /«dock zuror an dh Adraaaa ron Frau Anna Lawy. Stattin, ESaakaämtr. 10, arkatan. Eine Mahnung, Wir lesen und h sozialen Anbei Pflichten, den der Frau, so oft, daß sie der kommen mflsseh, w Es ist auch Logen - Frauen Ören jetzt gar oft von den 'beiten, j den sozialen sozijalen'Aufgaben Wir höjen und lesen diese Worte denkenden Frau bald vorje eine Mode- oder Sport- Angelegenheit der Frauenwelt, und davor müssen wir uns zu wahren v rissen. gewiß Ts itsach4, daß viele Frauen, Bedeutendes auf dem ganzen, ungeheuer großen1 Gebiet der sozialen Arbeit geleistet: haben und . leisten werden, - — aber — warum reden sie alle soviel davon? Muß das sein? Und I entspricht die wirklich geschaffene Arbeit so vielen Worten? Ich weiß, daß mich viele meiner Schwestern jetzt ganz entsetzt als Ignoran:in, oder als etwas viel Schlimmeres schon bei dieser Frage allein verurteilen, aber es, muß einpial gesagt werden, daß das viele Reden und Schreiben von »unseren sozialen Arbeiteit und Leistungen« innerhalb der Schwesternvereinigungen der Logen überflüssig ist. Ist es denn inicht eine Selbstverständlichkeit fiir uns heute, überall, wo es zu helfen gibt, da zu sein? Rufen wir unsere Schwestern auf, wenn es gilt, positir zu arbeiten! Rufen wir sie zu bestimmten Arbeiten, wo wir sie brauchen, und jede Schwester wird mit voller Verantwortung auf ihrem Platze sein, aber es ist viel zu viel schon geschrieben und mit Schlag Worten von der sozialen Arbeit operiert worden. Hören wir wohl jemals diei Männer, unsere Brüder, von ihren »sozialen Arbeiten« soviel reden? Und doch schaffen und leisten sie fortwährend auf sozialem Gebiete und stellen uns Frauen' noch zum größten Teil die Mittel zu unserer eigenen Arbeit bereit.; j Dankbar wjerden wir alle sein, wenn von einer klugen Frau über besondere Leistungen und Erfolge auf dem uns alle interessierenden sozialen Gebiete | berichtet wird, und es gibt gewiß viele solcher trauen. Aber ich glaube, diese wirklich tätigen Frauen wirken, helfen und arbeiten mehr in. der Stille. Ich weiß ja* nicht, wie es in den Städten im Osten, Süden und Norden ist, aber bei uns hier im Westert gibt es in jeder Stadt einen israelitischen Frauenverein, dem fast jede jüdische Frau angehörf/rind diese israelitischen Frauenvereine haben seit' ihrer Oründung* einen charitativen und sozialen Charakter, und Aufgabe dieser Vereine ist es, ihre Frauen — es sind ja zum größten Teile auch die Logen-Frauen — zu ihren Arbeiten aufzurufen, zur Mitarbeit bei der Fürsorge für die Armen, zur Speisung der Kranken und Kinder Und was das weite Oebiet der Charitas sonst hoch birgt. Frauenverein und Chevra tun ihre Pflicht in fast vollendeter Weise, und. wenn wir in unseren Schwesternlogen da ergänzende Arbeiten leisten können, so sollen wir es-stets mit Freuden v tun, denn es bleibt ja den Schwestern, den Logen-Frauen untereinander noch soviel zu tun übrig! Als erste Forderungen uns selbst müssen wir uns Frauen — und hier handelt es sich doch um die kulturell hochstehende Frau*— dazu erziehen, in jederanderen Frau den Menschen, die Sch west-er zu sehen.. Das Einigkeitsgefühh das die arbeitenden Frauen so stark unter einander bindet, das fehlt den meisten anderen Frauen. Suchen wir uns in unseren Schwesternlogeh geistig zu vervollkommnen durch gute Vorträge etc. Sorgen wir dafür, daß die moderne jüdische Frau ihr Wissen . von der jüdischen Geschichte und Geisteswelt bereichert, pflegen, wir eine .feine Geselligkeit, damit das Gemeinsamkeitsgefühl erwacht und gehoben wird, und schaffettv wir einen neuen bewußten jüdischen Frauentyp. Richten wir Diskussionsstünden ein, damit die- N Frau -die Scheu ablegt, vor einem großen Auditorium frei zu sprechen, und daß sie es lernt, ihre Gedanken zu ordnen und in freier Rede auszusprechen. Fördern wir die Jugendbestrebungen, helfen wir, wo wir können, aber vor allen Dingen in unseren eigenen Reihen, in — 213 — X