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Der Orden Bne Briss · 1924-12-01 · Nr. 15 - Dezember (12.1924) · p. Seite 196

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1924
Issue
Nr. 15 - Dezember (12.1924)
Date
1924-12-01
Page
Seite 196 (sequence 2)
Language
German
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Diese Worte, die einst Oclethe in der Loge Amalia zu Weimar sprach, tollen besser, als wir es. könnten, die UnmögHchkjeit schildern, das zu erfassen, was Timendorfer geleistet hat. Eine Bekundung der liefen Dankesschuld, die. alle empfanden, war der einstimmig gefaßte Beschluß, Br. Timendorfer zum Ehren- “großpräsidenten zu I ernennen. Dann kamen die Worte des Abschieds und der‘ Wunsch, der besser!als alles andere den Menschen Timendorfer kennzeichnet, diese Stunde nicht zu einer schweren, sondern zu einer fröhlichen zu gestalten. . Und als dann die Wahl des neuen Großrpräsidenten in der Person des Br. D r. B ä e c kj erfolgt war, als dann der neue O ro ß-p rä s i die n t dem Ehrengroßpräsidenten gegenGberstand, um von diesem'" in sein Amt eingeföhrt zu werden, da verkörperte sich in diesen beiden Männern symbolisch die Linie der Entwickelung »von der Breite in-dje Tiefe, von dir Arbeit nach außen zu der Arbeit nach innen«! Auf der einen Seite der Organisator, derdie Form geschaffen, der , das große Oebäude des deutschen Distrikts aufgefGhrt hatte,' auf der anderen Seite der Nachfolger, der das fertige Werk übernahm, um es mit geistiger Vertiefung zu erfüllen, um zu der Arbeit nach.außen die Arbeit nach innen-zu fügen. Wegzeichnend* wie die Wahl eines nur geistig eingestellten Menschen zum Oroßpräsidenten war die Tatsache, daß als erstes der Referate »die Aufgaben der Logen in geistiger und kultureller Beziehung« angesetzLwar. Die geistige Filigranarbeit wiederzugeben, die die Ausführungen des Referenten, des Br. Großpräsidenten Baeck, zu einem ästhetischen Genuß seltener Art machte, ist an dieser Stelle unmöglich. Nur andeutungsweise mag angefGhrt werden, wie Baeck aus der Erkenntnis des Wesens unserer Zeit, aus der Feststellung dessen, was ist, zu dem kommt, was sein soll. Zu dem Neuen dieser Zeit, zu der Veränderung der äußeren Physiognomie der Menschen, zu ihrem JGngergewordensein kommt das Neue im Judentum, ln unseren Großeltern lebte die Vorstellung, daß sie das Ende einer Entwickelung, -daß sie die letzten seien, ln den Juden von heute lebt die Empfindung, daß sie die ersten einer Generation sind und daß diese Empfindung sich stärker in ihren Kindern und noch stärke^ in ihren Enkeln zeigen «[erde. Und zu diesem besonderen für die Juden kommt das fGr die -Menschheit Allgemeine und für die Menschheit in Europa besonders Fühlbare, daß nämlich das OefQhl fGr das Geheimnisvolle, das Irrationale stärker geworden ist, daß in jedem Menschen neben aller Vernunft ein) Rest Verborgenes ist^ ein Geheimnisvolles, und daß dieses Verborgene jetzt gewertet wird, find dieses Irrationale isjt es, aas uns mit dem Judentum verbindet. Jet^t wird der Wert dieses JüdischeiT wieder hervörgeholt, und aus dieser Erkenntnis, dieser jüdischen Einstellung, die ist, erg btsich, was sein soll, ergeben sich die Aufgaben der Logen. Diese wenigen AnfGhrungen kennen auch nicht im entferntesten die Fülle und die Tiefe der Oedanken wiedergeben, die das {Referat des Bruder Großpräsidenten auszeichnete, und ebensowenig ist es {möglich, die mit vorzüglicher Rednergabe vorgetragenen Ausführungen { des Korreferenten, des Br. Expräs. Cahein Köln, zu erschöpfen, die, vom Standpunkt der prakti- . sehen Logeifarbeit aus gesehen, aut den Ausführungen Blaecks die Folgerungen f|ar das tägliche Leben ziehen. j Br. C a b e n setzt sich dafür ein, daß die neuen Erkenntnisse nicht nur bei den wenigen, bei den Bestien und Führenden bleiben, sondern daß sie all (jenen zugeführt werden, die aus der Umschichtung dieser Zeit heraufgekommen oder die neu nach Deutschland gekommen sind und in denen der Wunsch nach wirklicher Mitarbeit in den Logen lebendig ist, aus deren Kreisen der starke iudrang zu den Logen | erfolgt. In der Zuführung dieser Schichten zu den Logen, in der Pflege der besonderen Note, die das Judentum ai^f Orund von Geschichte, Tradition, auf Grund Ides Gefühls des Verbundenseins empfindet, äieht Br. Cahen die At fgaben der Logen für -die Zukunft. Der Standpunkt des Br< Cahen, die Erfassung der logenreif gewordenen Massen und ihre Aufnahme in den Orden, darf nicht etwa verwechselt werden mit einer Befürwortung übergroßer Logen. Sollen iie Grundsätze des Br. wirklicht wei den, dann könnte dies.rii r geschehen durch eine Vermehrung der Zahl der Logen, keinesfalls aber durch eine Vermehrung der Zahl der Mi Iglieder. einer einzelnen löge. Sonst würden sich diejenigen Erscheinungen und Wir- Cahen ver-

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