Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1924
- Issue
- Nr. 14 - November (11.1924)
- Date
- 1924-11-01
- Page
- Seite 186 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/6727475-6029118-6074625--0668-4867343- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Gattin in schwere Trauer versetzt worden. — Die erst kürzlich gegründete Loge in Athen hat gleichfalls einen schweren Verlust durch das Hinscheiden ihres hochangesehenen j Mitgliedes, des Großrabbiners vdn Athen Bf. Haim Chastel ertitten. — ' Gdt. Ii. Distrikt. Aus dem Verhandtungsbeiicht der Großloge, Distrikt 2 (Cincinnati, Ohio). In dem imposanten Bericht (216 Seiten) interessiert uns naturgemäß mehr das Allgemeine als das Spezielle. Immer wieder finden wir Zeugnisse für die hohe Bedeutung, die der Orden im amerikanischen Leben gewonnen hat, für die Wertschätzung, deren er sich bei den höchsten Behörden bis hinauf zum Präsidenten erfreut, und fürdie großen Lefstungen, die er vollbringt. . Daneben ruff der Vergleich der amerikanischen Distrikte, deren Tätigkeit auf einer gesunden und mächtigen Wirtschaftslage basiert, mit dem änsrigen eine stille Wehmut darüber in uns hervor, daß wir es wenigstens in der ersten der drei von v uns geforderten Eigenschaften gegenwärtig mit unsern Brüdern jenseits des Ozeans nicht aufnehmen können. Der -2. Distrikt umfaßt 61 Logen mit etwa 12 000 Brüdern (die Logen der Verjinigten Staaten van Amerika sind in 7 Distri geteilt). Die größte Loge des Distrikts Missouri-Loge (St. Louis) mit ca. 15)00,^ die zweitgrößie die Cincinnati-Loge (Cincinrati) mit ca. 1400, die kleinste t die Hagar-Lc 19 Mitgliedern. Der Distrikt unterhält ein Waisenhaus, ein Krankenhaus mi{ 10 Freikliniken und ein heim. Ein Krankenhaus für Tuberkulöse wird in Kürze gebaut werden. Dr. Fritz Wiener. :te einist die ge mit Cohens Jüdische Schriften.*) Von Br. E. Die Akadejnie für die Wissenschaft des Judentums« hat zu Beginn unseres religiösen Jahres 5385 der Oesamt- _ judenheit sowie auch den Nichtjudenj die sich mit Emst und Objektivität über jüdische Fragen!unterrichten wollen, ein Neujahrsgeschenk gemacht, fürI das wir ihr tiefen Dank wissen.- ^in besonderer Dank! gebührt Br. Franz Rosenzweig für seine vortrefflich^ Einleitung, die das Verständnis dieser Schriften erleichtert, dem umsichtigen Herausgeber Dr. Bmno Strauss Bür seine wertvollen Anmerkungen, sowie dem ‘Verlage für die schöne Ausstattung. j Bei-Neuerscheinungen ist es Sitt^, sie zu besprechen, ihre Vorzüge und Mängel hervorzuhebpn, sie-zu empfehlen oder'abzulehnen, bei diesen Schriften Cohens, wäre die beste Würdigung ‘zu schweigen, sich auf eine kurze Anzeige zu beschränken - und dem Leser das Wort Hilleis zuzurufen: .Sil g’mor. gehe hin und lerne! Schaffe dir diese gedankenreichen Bücher an und mache sie zum Gegenstände eifrigen. Studiums, damit du dein Wissen bereicherst unti dir unverlierbare Schätze erwirbst. In drei starken Bänden sind etWa 70 Abhandlungen, Aufsätze^ und Reden zusammengefaljt, in denen Cohfen ’) Hermann Cohens Jüd. Schijiften 3 Bde. C. A. Schw’etschke & Sohn, Berlin W, Freilinger Str. 5a. Preis der 3 Bde.: geb. M. 25,—; Luxusausgabe M. 50,—. Der - Vertag will unseren ‘Logen bei Abnahme einer größeren Anzahl von Exemplaren einen Vorzugspreis gewähren. Fi n k e 1. bei bestimmten Anlässen über jüdische Fragen zu schreibe» und zu sprachen sich angetrieben fühlte. Dieser Titanengeist, der Stifter und das Haupt der »Marburgejr Schule*, begnügte sich nicht mit seiner Gedankenarbeit in der Stille der Studierstube, begnügte sich, nicht mit den tiefgründigen 'und tiefschürfenden philosophischer! Schriften, in denen dr die Ergebnisse seiner Forschungen niederlegte, sondern fühlte in sich auch den Drang, ab und zu seine Stimme in der^breiten Oeffentlichkeit vernehmen zu lassen. Wje bei den alten Propheten loderte in seinem Herzen ein heiliges Feuer, das ihn zwang, zu Angelegenheiten. die das Judentum bewegten, Stellung zu nehmen, ,für die Ehre Israels und seine Wahrheiten mit der ganzen' Energie und Wucht seiner Persönlichkeit einzutieten, seine Glaubensgenossen, aufzurütteln, zu belehren und ,:u mahnen, sowie sie aufzurichten, zu trösten, ihren* Mut au beleben, ihre Widerstandskraft zu stählen. Mit einem «Bekenntnis in der Judenfrage«, einer Schrift, in der er mit dem gefeierten Historiker Treitschke abrechnete, beginnt unser Philosoph die Vertei iigung des Judentums. Dieser Arbeit folgte im Jahre 1888 ein durch wissenschaftliche Tiefe und durch apologetische Schlagkraft gleicht ausgezeichnetes Gutachten über die «Nächstenliebe im Talmud«, das Cohen gelegentlich eines Prozesses zur Zeit der antisemitischen Hochflut dem Landgericht in Marburg erstattete. Auf das Gebot der allumfassenden. Menschenliebe, wie sie das Judentum auf Gtund seiner Gottesidee lehrt, ,die uns aber von nichtjüdischcr Seite ab- 186 -