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Der Orden Bne Briss · 1924-10-01 · Festnummer zum Ordenstage : Oktober 1924 (10.1924) · p. Seite 153

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1924
Issue
Festnummer zum Ordenstage : Oktober 1924 (10.1924)
Date
1924-10-01
Page
Seite 153 (sequence 19)
Language
German
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gesamte deutsche .Jugend aufzustellen; von den zehn Forderungen dieses Programms lautet eine: »Die junge Generation erachtet es als eine Pflicht der Partien, über den Egoismus den Gedanken und die gemeiischaft von Hand der Parteimaschinen Tatsache der Werk und Kopf, von Geist und Leib nicht verauf kümmern zu lassen eine Unterdrückung hetzung, besonders Gebiet.« In diesem Problem möchte ich meinen, Leben oder Sterben gonnenen Jugendbewegung und sie fordert geradezu <Jer gegenseitigen Verfem wirtschaftlichen darauf an, ob es Jer Jugend gelingt, gegen die übermächtigen 1 (räfte alte Parole der tpinen von der »Geistes¬ und Cemütsverengung des uht in der Tat, so die E ltscheidung über das der so kühn und groß be- Es kommt jetzt der Außenwelt ihre Menschlichkeit fern wesens9) durchzu- Idealen der Jugend parteipolitischen Zerim vermehrten Maße er jüdischen Jugend politischen Organi »ations setzen. Wer es mit den hält, der weiß, wo in diesjem Kampfe jetzt sein Platz ist. Das gleiche Bild der Setzung zeigt sich, sogar in dem engeren Kreisele Auch die Bünde der eigentlich »bewegten« jüdischen Jugend, -- Bla jweiß, jungjüdischer Wanderbund, Karner: den u ld Esra — vermochten sich — leider — die Weite der Seele wahrhaft bewegter Jugend nic ht zu wahren, sondern gerieten immer stärker in den Bann von Gruppen und Dogmen. Wir k innen andrerseits seit langem die aus parteimäßiger Einstellung erhobenen Angriffe gegen »dieNeutrali ät« inderjugendarbejt. Mit Betrübnis müssen wii wahrnehmen, daß in unserer Jugend die le ee ein :r geschlossenen kraftvollen Gemeinschaft immer mehr der engherzigen, parteimäßigen Zerklüftung hat weichen müssen. Wer kennt heute all«: die pirteireligiös und parteipolitisch ' gesonderte Gruppeh, in denen die jüdische Jugend u userer Absonderung und Zwietracht ^roßgezogen wird, ohne je das Gefühl gehörigkeit empfunden und gepflegt zu haben. Andererseits ertönt jüdischen Jugend irr zipation von den 9) Foerster, a. a. der bn 3. s. r. Die Jugend kämpft um die. FreiheiJ ihrer Entwicklung. Der K^mpf ist gut und gerecht. - Wer unbefangen prüftf muß zu der Erkenntnis kommen, daß dte Behauptung, Neutralität sei mit dem Willen ijnd Wesen der Jugend unver- - einbar, in Wirklichkeit das irreführende Ergebnis der engen und ^chiefen Parteiperspektive der \ Alten ist. Betradhten wir die Dinge, wiS in unserm Orden, vön der Plattform . der ' brüderlichen Gjemeinschaft aus, so werden wir vielmehr Br. Dr. Löffler beipflichten, der in seinem . ' Aufsatz »Jugend uöd Neutralität«10) unter anderem ausführt: >Dem einfachen Wortsinn nach bedeutet Neutralität freilich nichts anderes als unterbleibende oder bewußt unterdrückte Stellungnahme im Streite zweier Meinungen, 'zweier Menschen, zweier Gruppen. Der Begriff des Wortes aber, klar erfaßt — und für es letzten Endes Begriffs —, umschließt stärkste Bejahung''. tiefdenkende Menschen geht immer um die Erfassung des; als Folge der Negation . «•. Positiv gewendet bedeutet Neutralität im Denken, und bewußten Fühlen der Menstjhdn, .die sich zu diesem Begriff*— bekennen: Will’en und Vermögen zur Ver s ö h n u n g, E i h u n g, B rü d er s ch a ft, Gemeinschaft. Löffler kommt mit Recht zu dem | Ergebnis, daß die neutrale Haltung der verschiedenen Gruppen heutiger jüdischer Jugenfi in Deutschland* -^keineswegs natürliches Gewächs am* eigenen Lebensbaum, vielmehr von unjünger Hand aufgepfropft ist« ll) i * Tagp im Geiste der üderlichen Zusammen¬ So steht alsp auch die jüdische Jugend jetzt am Wendepunkt ihrer Entwicklung. Der Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands, der sich im Zeichen unserer Ideale zu der* größten Organisation der! jüdischen Jugend entwickelt hat, sammelt, nach vorübergehendem-Niedergang während der unser gesamtes Kulturleben beeinträchtigenden Inflationszeit,, alle jugendlichen Kräfte zu neuer j gemeinschaftlicher Arbeit. An unserem Orden und den einzelnen Logen ist es, diese Stundp der Verantwortung zu erkennen und, ajter Tradition getreu, mit Rat und Tat dieser Jugend auf ihrem schwieaber aus dem Schoße der mer lauter der Ruf zur Emanunna ürlichen Parteifesseln: II) C. V.-Zeituiig vom. 5. 6. 1924 Nr.‘23 §.344. Vergl. ferner den Aufruf von Bh Dr. Lötffer in Jugendstimnie., C*»rqan des jüdischen ^ugendhuncjes. .Berlin, Nr. 2. 153

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