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Der Orden Bne Briss · 1924-09-01 · Nr. 11/12 - September (9.1924) · p. Seite 132

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1924
Issue
Nr. 11/12 - September (9.1924)
Date
1924-09-01
Page
Seite 132 (sequence 14)
Language
German
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dem letzten Schlaf, wije' ich es mir immer gewünscht habe. Alter ind Tod, sie sind mir t kein Schrecken, weil langes und reiches Leben hinter mir Jiegt, reich besonders an Arbeit und Mühe — so recht dn. Leben im Sinne des Predigers. Und wie das Leben meiner . Kol bilde mir nicht ein, daß geworden sei. So frage viele von ihnen heute a der mich beschäftigte. Wißt ihr, worüber einen Aufsatz gelesen: ich es genau prüfte, die selbstverständliches Tausende vor mir und und heute!«, und da frigte ich mich plötzlich: »Was-war wohl die. beste Tat deines eigenen Lebens?« Allerlei ging mir dutch den Sinn, aber wenn so waren es Dinge, Geschehen waren, die nach mir ebenso oder besser tun, einfach Betätigung einer Nächstenliebe, wie man sie von einem anständigen Menschen erwarten dari. Nur eine Sacht macht mir heute besondere Fieude, nichts Großes ist es, nichts Weltbeweger des und doch beglückt mich die Erinnerung. | höret! Ihr wißt, ich hatte in meiner Mittelsfhulklasse jahraus, jahrein viele kleine Mädchen, von denen mir wohl. di i meisten zugetan waren, denn sie fühlten mein: Liebe zur Jugend und mein Bedürfnis nach hrer Liebe. Sie ließen mich teilnehmen', an it ren kindlichen Freuden und kleinen Sorgen. ch mußte wjssen, wenn Else ein Brüderchen bekam oder wenn Annas Mutter krank war und gar manchmal mußte ich eine neue Haarschleife oder einen neuen Gummiball bewundern. So waren wir eines ich und mein kleines Volk. Da erzählte mir eir strahlend, voll Glück es Tags die Hilde Rosen und Jubel: »Fräulein, morgen habe ich Geb urtstag und darf heute dazu meine Freundinnei einfaden; Kaffee gibts und Kuchen und Sc Interesse zu bekunden, hlagsahne.« Um mein ließ ich niir die Gäste nennen und bemerkte, c|aß meine beste Schülerin, meine brave, kluge, schwarze Lore, mit dem sonnigen Gemüt nicht dabei war. Warum? »Ja, Fräulein,« meint Hilde stockend auf meine Frage, »ja die Lore wäre schon recht, sagt Mutti, aber ihref’Ejtern — nein, Mutti sagt einesso wird, vielfach en gewesen sqin. Ich mir ein Sonderschicksal ich mich auch, ob wohl lf den Gedahken kamen, ich sann? Ich hatte »Fürsorge von gestern Aus — i:s geht wirklich nicht.« Ich sah Hildens Verlegenheit, wollte dem Kinde nicht weh tun und fragte nie lt weiter, nur traurig war icn, sehr trauiig. — Lore wirf nicht weinen, wird vielleicht nich:. einmal erzählen, daß andere eingpladen sind denn s e ist klug, liebt und scheint die Eltern, aber ein dunkler Schatten wird di^ Helle eines reinen Kindergemütes trüben, vielleicht läng :r daran haften als Hildens Mutter ahnt. Das machte m r Sorge; ich schlief wenig imdieser Nacnt, überlebte und sann. Ich konntej mich nicht erinnern, Nachteiliges übfer Lores jEltern gehört zu haten. Da plötzlich wußte iclj, was es war — ist’, möglich, ist s wirklich möglich? fragte ich mic 1 immer wieder — sind Menschen so klein? — kann eine Mutter einem Kinde so wefie tun? I nd warum? Morgens sobfald es schicklich wai, ging ich zu Hildens Mutteij. Wir kannten einar der gut, waren ,wiir doch ijniteinander aufgew ichsen, und mit uns audh die Multer der Lt re und der Marie. So brauchte ich nicht lang: Umschweife zu machen, konnte gleich den Zweck meines Kommens an|geben. Ich sagte Fr u Rosin, daß ich herzlich bäte, dodi meine deine If_ore nicht zu betrüben und erinnerte, daß sie überdies noch die Tochter einer gemein >amen Schulkameradin sei, die Tochter der Faula Grün, die so brav für ihre Geschwister gesorgt, den Früh verwaisten Erzieherin und Freundin gewesen war, die mehr geleistet hatte als wir alle. Ich erzählte von dem schönen Fami ienleben, daß sie jetzt im eigenen Hause zu ges alten wisse, und wie bei alier Bescheidenheit e in guter Ton da walte — also kein Grii nd vorlieg i, Lore auszuschließen. Vers tehen per, wenn man überlege, oli man solle, trotzdem ich auch hier ein könnte man Marie einlader schalten s< hr bedauern würde. Unsere /weite Schulfreundin docfi in der :amilie sei mancher dunkle?unkt, der {dunkelste, nicAt leiden, sei ja auch brav und rechtschaffen, in meinen Augen, der Glaibens Wechsel. Mar e kann nichts dafür und soll aber was dem einen recht ist, ist denfr andern t illig. »Stimmt alles, meine L erwiderte Frau Ich | weiß wo il in <^em Hause danp — ehr iebe,« Rosen, »Du vergißt nur zweierlei: daß bei; (Jen Leuten r:iches Wissen daheiifi ist, ob aber1 auch gute Formen herrschen, weiß ich nicht. Und ich gesagt — ich kann getaufte — 132 -i darob <

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