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Der Orden Bne Briss · 1924-09-01 · Nr. 11/12 - September (9.1924) · p. Seite 131

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1924
Issue
Nr. 11/12 - September (9.1924)
Date
1924-09-01
Page
Seite 131 (sequence 13)
Language
German
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Jugend hat es heut± nötig , nach körperlicher Ertüchtigung zu streten. Es ist nichts,Zufälliges, nicht Modesache, daß Leibesübungen so betont in allen Bevölkerungsschichten betrieben werden, daß es das Streben einsichtiger berufener Erziehungskreise ist, der aul wachsendenGeneration durch Sport und ti rnerisches Spiel in Luft, Licht und Sonnenschein zu Lebenslust und Lebenskraft zu verhelfen. Die Schwere jer hinter uns liegenden Jahre und die Folgeerscheinungen derselben, denen gerade die jungen Menschen so sehr ausgesetzt. sind, kann nur ausgeglichen werden durch unausgesetzte Bemühungen, einen gesunden Körper zu schaffen, der Mülle fiir einen gesunden Geist. Die jüdische Jugend soll sich diesen Zeitforderungen nich: minder anschließen. Sie, deren Muskelkraf , deren Bewegungsfähigkeit und körperliche. Ausdauer nicht gehoben sind von Kräftespendein aus der Vergangenheit, sie, deren Leben viel mehr | gestellt ist auf Mut und Zuversicht, weil es viel mehr Kampf voraussetzt, sie soll sich alles aneignen,, was zu ihrer Wurzelkraft und ihrer'Körpers lärke dienen kann. Soll dieses gelingen, so bedarf es der jüdischen Mutter, die sich bestrebt, den Wink der Zeitnotwendigkeiten;:u verstehen. Jüdische Mutter, du willst dein Kind guj erziehen. Das war nie eine leichte Aufgabe und ist es heute auch nicht. Zu mannigfaltig s nd die Segel, Wind und Masten des Schiffleins, darin dein Kind mit früh gewonnenem eigenen Willen und Wollen steuert. Sieh dich nach hierzu den Sport, Miterziehem um, und wähle Gib deinem Kinde die Freiheit, mit Altersgenossen viel zusammen zu'sein, zu turnen, zu spielen, zu kämpfen. Du wirst es frisch, lebendig, freudig angeregt Wiedersehen. Besser als es cir selbst gelingt, erreicht der Umgang mit seinesgleichen, auf Wesen und Bildung einzuwirkeif. Wie der Diamant nur geschliffen werden kann von Diamanten, so mit Erfolg nur erzogen werden kann die jugend ' durch die Jugend. Vorzüge und Fehler erblicken sie deutlich aneinander, wünschen und bewundern das eine, verachten und vermeiden das andere. Und sind sich gegenseitig strenge Erzieher. Die jungen Menschen erleben die Schönheit kameradschaftlicher Verbundenheit. .Die schädigende Hinneigung zur Stubenhockerei schwindet. Für sich allein sein wollen, sich einspinnen, zerrinnt durch die Freude am gemeinsamen Spiel. Das Gemeinschaftsgefühl wächst, am' neidlos anei kannten Erfolg des Kameraden verliert sich persönliche egoistische Betrachtung. Es wird der Grund gelegt zu schöner,; m^nschheitverstehender Gesinnung. Das jüdische Gefühl entwickelt sich zum stolzen Gedanken. Die Charakterbildung wird in hohem Maße durch den Sport gefördert. Indem - das Spiel dem Menschen Aufgaben stellt, erhöht es Sfeine moralische Kraft, entwickelt es seinen Willen zur Tat. Gibt pin schönes Selbstgefühl, dessen der Mensch bedarf, will er Selbstvertrauen gewinnen und feststehen im späteren Leben. Und spielen, sich im Freien tummeln, entrückt den mancherlei Gefahren seelischer und moralischer Art, gibt Ziel und Richtung auf eigenen Wert. Sportertüchtigte jüdische Menschen werden den jüdischen Sinn fester bewahren, weil sie viel lebendiger mit. geistesverwandten,' selbständig denkenden, aktiv sich betätigenden Freunden verbunden sind. Und weil es ihnen Ehrensache ist, Jude aufrechter Art, mit Wissen und gereiftem, Verständnis sich fortbildender Kraft zu sein und zu werden, um dem Judentum Ehre, zu'machen. So wird der R. j. F., indem er; die jüdische Volksgesundheit^stärken will, ein weiteres hohes Verdienst sich erwerben: dieser gehobenen Gesundheit einen wachsenden, edlen jüdischen Geist zu fördern, einen Geist* der jm. Stande ist, die Werte der Gegenwart lind dife ewigen Werte des Judentums, ineinander liegend, zu verteidigen und zu wahren. Dazu hilf mit, jüdische •Mutter! Ernestine Eschelbach er. Die beste Tat! 'Eine-Geschichte nach dem Leben, mitgeteilt von Natalie Feldmann, Stuttgart. Abend will es werden — nicht nur da Ich seh’s mit Freude, denn« mollig wärm ist draußen, wo eben die Sonne sich zu verbergen es in meinem Stüblein, liebe Erinnerungen umbeginnt— nein auch bei mir,, in meinem eigenen geben mich und Freunde kommen persönlich Dasein neigt sich der Tag, das Alter beginnt- und brieflich zu mir. Es ist ein Ausruhen vor 131

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