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Der Orden Bne Briss · 1924-08-01 · Nr. 9/10 - August (8.1924) · p. Seite 104

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1924
Issue
Nr. 9/10 - August (8.1924)
Date
1924-08-01
Page
Seite 104 (sequence 10)
Language
German
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Gefühl eines JSehicksals, das „sich erfüllen müßte, löscht mit einem. Sturmhauch all£ kleinen Gebärden dieses höchst problematischen Charakters aus; die feindlichen Freunde drinnen ziehen den Hut, denn er hat Ernst gemacht, die freundlichen i \ Feinde draußen weisen auf sein gainzes großes Volk, das ihn nie sejzt einen halben Tag lang seine die deutsche Republik rüstet ihm e feier, wie Rom dem toten Cäsar. ein \ ror^)iId, gekannt hat, ine Ara eit aus, Leichen- I Erfassung des Kunstgedankens. Hinweise \jon | Expräs. Br. Hugo Vi'i 11 e n b e r g (D. R. L.) VorsitzptjdenT des Kunstaussctiusses der Berliner _og:n. '»in seinen Museen besitzt ein Land den Maßstab für die Höhe seiner kulturellen Bedürfnisse.« —r Kunst ist einer der wichtigsten Bestandteile der Kultur und keinesfalls ein entbehrlicher Luxus.— Wollte man obigen Satz variieren: »Am häuslichen Kunstbesitz mißt man die Höhe der kulturellen .Bedürfnisse des Menschen« — wie hoch resp. wie tief kämen wir da? Schöne Möbel, vielfach künstlerisch gute Teppiche, aber Kunstwerke? Wir finden meistens Bilder und Bronzen, die geeignet sind, vorhandenen Gesdhmack und künstlerisches Empfinden zu töten. Man behandelt eben die Kunst als jüberflüssigen, entbehrlichen Luxus! Es ist dies keineswegs eine Geldfrage; für ganz kleine Beträge sind gute Werke zu erwerben, während allzjioft für teures Geld schlimmster »Kitsch ang^schafft wird. Wer aber große Mittel besitzt, legt sie in Kunstwerken wahrlich, besser an als in kostbarer Kleidung und Schmuck, deren Wirkung nach außen nicht immer günstig ist. Geheimrat Friedländer sagt darüber- >Der Kunsfbesitz ist so ziemlich die einzige anständige urjd vom guten Geschmack erlaubte Art, Reichtum zu präsentieren. Den Anschein plumper Protzigk|eit verjagend, verbreitet er einen Hauch ererbter Kultur. Die Schöpfungen der großen Meister geben dem Besitzer von ihrer Würde ab, zuerst nur scheinbar, schließlich aber auch wirklich.« Wenn man nach langen Jahren wieder in das klassische Land der Kunst kommt, nimmt man mit besonderem Erstaunen wahr, wie es selbst die einfachsten Leute verstehen, in Kleidung und. Benehmen allerbesten Geschmack zu entwickeln; sie sind seit Jahrhunderten in von Natur und. Menschenhand gleich künstlerisch geschaffener Umgebung aufgewachsen. Streben Wir danach, uns und unsern Kindern eipe künstlerische Umgebung iu sohafen; die. ständige Betrachtung wirklicher Kunstwerke wirkt veredelnd, bildet und fördert den Geichmack! Wir haben nach unserem Ritual »die Kunst zu unterstützen« und nur iie Aufgabe im Ordenssifine kann und soll diese Fordmirjg erfüllt werden.! Das höchste Ziel, der Sinn unsere^ Ordens gjpfelt in d;r Idee, daß unsere Logentätigkeit bezwecken soll, uns selbst zu vereleln und zu vervollkommnen, damit wir auf Außenstehende in gleicher Weise einwirken können und so die Menschheit Höherer ethischer und moralischer Entwicklung entgegenführen. Zu tnserer Fortbildung gehört die Beschäftigung mit Kunst, umsomehr, a s wir uns bisher allzu'wenig damit beschäftigt haben; Mit 'tretenden Worten zeichnet) Bruder E] M. L i 1 i e n die Bedeutung der Kunst: »Kunst isf die Seel; eines. Volkes und die geistige Nahrung eines jeden Menschen, und wie Brot alis materielle Nahrung unentbehrlich. Auch der wirtschaftliche Wert der Kunst für d;n Staat, Handel, Industrie muß den Brüdern;:um Bewußtsein gebracht werden. Ganze Inc ustriezweige können ohne das Schaffen des Künstlers für gewierbliche Zwecke nicht bestehen. Des Künstlers Schaffen wirkt befruchtend und anreg;nd auf weite Gjebiete der Industrie und des Handwerks, auf Konfektion, Mode, Textilien, Papier, Tapeten, Möbel und Reklamewesen. Viele Anregt ng«n gehen von Kunstausstellungen und Reproduktionen aus, die den Künstlern oft keinerlei Eiinalimen ge wahren, sondern ihnen noch erhe auferlegen. Würden alle Baukünst werfenden Künstler streiken, so müßt en der Industrie verlöschen, denn ein bliche Opfer er, alle entlie Kessel trieb der Vei -. 104

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