Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1924
- Issue
- Nr. 7/8 - Juni/Juli (6.1924)
- Date
- 1924-06-01
- Page
- Seite 68 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/6727475-6029118-6074600--0546-4867217- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Bemerkungen zu den Ausführungen von Br. Rosejifeld. Von Br, Expräsidenten Schindler (D.R.L.), Vorsitzenden .des Sonderausschusses für die geistigen Intressen. Der Sonderausschuß der Oroßloge hat sich fortgesetzt mit diesem Problem beschäftigt (vergl. r. B, Nummer 9 der Großlogenzeitung von 1922 zu 11.2.: Das Programm Maretzki’s: »Einfluß der Logf auf den einzelnen Bruder«.) Auch der Unterzeichnete hat im Anschluß an die Besprechung jener Schrift .an einem Maretzki- Abend in der Deutschen Reichsloge schon vor Jahr und Tag eine Reihe von Thesen aufgestellt, welche die Beamten und Komiteemitglieder mit*üen Maretzki’schen Schriften »verankern« sollten., „ Der Sonderausschuß begrüßt es deshalb mit besonderer Freude, daß das »Erziehungsproblem« ^uch von anderer Seite nicht nur in Angriff genommen wird, sondern daß praktische Vorschläge zur Verwirklichung dieser »Zwangserziehung« gemacht werden. Indem ich auf meiner! vor Monatefi unabhängig von obigem Aufsatze geschriebenen Artikel »Die Gefahren der Nachkriegszeit für den Ordensgedanken in Deutschland und ihre Bekämpfung«, der demnächst in der Berliner Logenzeitung erscheinen soll, verweise, sei hier nur kur? zu den Darlegungen vpn Br. R. kritisch und ergänzend Stellung genommen: Es ist richtig, daß die Kriegs- und Nachkriegszeit eine Umwandlung des Ordensgedanken, soweit er' in der Logenbetätigung zum Ausdruck kommt, gezeitigt hat, Zuvörderst trieben materielle Interessen an der Oberfläche; Die geistigen -Interessen wandten sich weniger den Arbeitssitzungen zu, sie wurden vielmehr abgeleitet in wissenschaftliche Vorträge, wenn nicht gar -in gesellige Veranstaltungen, so daß sogar die in fast wöchentlichen Sitzungen des Geschäftsausschusses geleistete umfangreiche konzentrierte Arbeit der Großloge mangels entsprechender Referate in den einzelnen Logen kaum die ihr zukommende Beachtung, den Resonanzboden, fand. Ein. Grund für viele: »Das Anwachsen der Logen in den Großstädten-um ein Vielfaches, das damit verbundene Hinabgleiten in das »Vereinsmäßige«, in eine mehr gesellschaftliche Geschmacksrichtung.« Die Gefahr einer Abkehr von der Logenarbeit wird um so größer, je weniger Vorsorge getroffen ist, die jüngeren Brüder in das Wesen des Ordens einzuführei^. Es erscheint absurd, daß, Brüder ohne Kenjntnis der Verfassung, der Geschichte, der sozialen Institutionen des Ordens, ohne Kenntnis seinej Kämpfe, seiner Erfolge, unbeschränkt mitraien lund miltaten dürfen. Es ist daher alles zu begrüßen, was Br. Rosenfeld an Mitteln zur Bekämpfung der Unkenntnis unserer Brüder auf dem Gebiete der Ordensverfassung, der Orderisleistungen, der Ordensideen anführt. Ober die nähere Ausg^P staltung nach den Vorschlägen von Br. Rosenfeld mag man diskutieren. Es fragt sich aber weiter, ob die Regelung dem Belieben der einzelnen Logen £berlassen werden darf, oder ob nicht von der Großloge auf Durchführung dieser Maßnaamen zu dringen ist. In'dieser Hinsicht wiirden mir Anträge, die zur Tagung der Großloge gestellt würden, ersprießlich erscheinen. I Erst die Kenntnis der Ordensliteratur läutert das Urteil des Bruders in Ordensfrager und beeinflußt — erzieherisch — seine Persönlichkeit. Speziell die in den Schriften von Maretrki-niedergelegte Lehre' muß die Basis für die si :h immer und immer wieder vollziehende E r n e ii e r u n g des Ordens und das Werden jedes einzelnen, B r uders bilden. D< r »letz^j Wille« Maretzki’s ist auch*) dahin au zufassen, daß er gerade auf die Propagierung seiner allenthalben von ihm selbst im Druck niederg^legteu . Lehren entscheidende* Gewi :ht legte. Jedenfalls sind Beamte und Ausschuß nitglieder ohne Kenntnis, ohne Beachtujng de- Logenliteralur in bestimmter Auswahl ein Unding — eiji Schaden. | — - In dieser Hinsicht bedürfen die praktischen Vorschläge von Bruder Rosenf^ld kaum der Ergänzung, es'wäre denn die Artregung daß die Beamten dem installierenden Bruder gegenüber eine feierliche Erklärung über dje Beacntüng der' v<>n Meister Maretzki in .deif Ordensliteratur niedergelegten Lehren abgebenj oder ’ aber wenigstens, daß die Vertreter der Größte ge regeli I! ■ *) Vgl meinen oben erwähnten Auf Hatz, j