Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1924
- Issue
- Nr. 7/8 - Juni/Juli (6.1924)
- Date
- 1924-06-01
- Page
- Seite 65 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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kommt hinzu, daß res bei! der hochentwickelten Symbolik der Freimaurer unmöglich ist, an den Sitzungen teilzunehmen, ohne das Ritual und die Bedeutung der Zeichen genau zu kennen, welche ja den Ideengehalt aer Loge darstellen; ,.Auf Unseren Orden angewandt, müssen wir zunächst den Orundunterslchied feststdlen, daß wir fast ausschließlich auf intellektuelle Einwirkung angewiesen sind, da die gefühlsmäßig zu erfassenden Symbole bei uns auf ein Mindestmaß beschränkt sind und die Wirkung der religiös-mystischen Stimmung der Freimaurerloge bei unseren mehr rational gerichteten Brüdern versagen würde. (Dagegen wäre der Oedanke eines festgegliederteu Lehrsystems unbedingt zu ^^emehmen, da sonst alles dem Zufall überlassen bleibt. Ich komme hiermit zu demi Hauptgegenstand unserer jheutigjen Betrachtung. Die erstrebten I Maßnahmen hätten bereits im Vorverfahren mit der Ausschaltung ungeeigneter Elemente zu beginnen, die Einführung wäre als Anfang einer intensiven Belehrung auszugestalten, der sich in 1/,monatli :hen Abständen Informationslogen anzuschließen hätter Zunächst das Vorverfahren. Viel genauer als bisher, evtl, durch Betonung im Fragebogen ist festzustellen, ob der Aufzunehmende-befähigb oder gewillt ist, sich an reih idealen Bestrebungen durch regelmäßigen Logenbesuch zu beteiligen. Es ist ihm zu eröffnen, djaß öfteres unentschuldigt^ Fehlen mit dem Ausschluß geahndet wird. Wenn es auch kein iunfehlbares Mittel zur «rnhaltuQg Ungeeigneter gibt, so w'ürden derige Mitteilungen. — evt. in einer Gastloge — dazu führen, uns iron Kandidaten zu befreien, die' nur. wegen Mitgliedschaft, nicht aber zur Mitarbeit, zu uns kommen. '■ Eine weitere Ergänzung, des Vorverfahrens wäre der Vorschlag von Br. Dr. Marestzki,! von den Kandidaten di: Eineichung eines selbstverfaßten Lebenslaules zu fordern, aus dem nicht nur die äußeren C 'aten seines Lebens hervorgehen, sondern auch seine Interessen und Nei- Orürjde, welche ihn dazu Aufna gsaus gungen, sowie die geführt haben, um 'Der Erkundiguti nur bessere Anhaiti dem auch ein feineres N der Kandidaten in bezug möglichkeiten. ime zu bitten, schuß hätte hierin nicht punkte für Nachfragen, sonaterial zur Beurteilung auf ihre Entwickiungs- Das eigentliche Unterrichtssystem,' welches ich, um etwaige Empfindlichkeit zu schonen, Informationssystem nennen will, beginnt am Einführungsabend. * Die Einführung selbst — als erster Eindruck oft von entscheidender Bedeutung : kann gar nicht sörgfältig genug vorbereitet werden. Sie muß mit aller Feierlichkeit, die unser Ritual zuläßt, vor sich gehen, alle Reden feinfühlig abgestimmt, die Hauptmomente durch weihevolle’ Musik gehoben werden. Am Schluß ist durch einen festlichen Vortrag den Brüdern eine allgemeine Einführung in . die Oedanken der Loge zu geben. Für jeden neuen Bruder sollten, wie bei den* Freimaurern, zwei bewährte Brüder, welche durchaus nicht die vorschlagenden "sein müssen, bestimmt werden, die für dte'Lögenentwicklung des I neuen Bruders verantwortlich sind und zwei Monate nach der Aufnahme über ihn schriftlich J •* zu berichten, haben. Die Kontrolle über diese Fürsorge hat der Vizepräsident als Vorsitzender des1 Aufnahmeausschusses bezw. der Br. Mentor. Die Logen der Tschechoslowakei haben die Einrichtung getroffen, daß die neuäufgeriömmenpn Brüder für ein Jahr in einem sogepannten Jungbrüderkomitee vereinigt werden. In dieses Komitee werden vier ältere Brüder hineingewählt. In jeder Woche finden ständig einmal ‘ Instruktionsabende statt.. Für jede Logensitzung wird dem neuen, Bruder für ein Jahr ein älterer Bruder — Treubruder genannt — zugesellt, der sich, in seiner Nähe aufhält, um ihm alle' auf * das Logenleben bezüglichen Fragen zu beantworten. Meiner Ansicht nach ist es nicht notwendig, den Organismus der Loge durch Schaffung eines weiteren Komitees zu kpmplizieren. Der' berufene Träger dieses ganzen Erziehungssystems ist das geistige Komitee, an. dessen Spitze der Br. Mentor diese Arbeit zu leiten und in regelmäßigen Abständen der Loge hierüber* zu berichten hat. lEtwa vierzehn Tage nach der Einführung hätten die Informationsabende zu beginnen, zu denen sämtliche jungen Brüder des. Termins, durch ihre Logenpaten einzuladen sjnd. | Die Methode der Information — bei den Freimaurern ein vorbereitetes Gesptäch zwischen dem! Meister und den beiden Aufsehern — wird 1 bei luns am besten in Kurzreferaten von zehn — 65