Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1924
- Issue
- Nr. 5/6 - Mai (5.1924)
- Date
- 1924-05-01
- Page
- Seite 45 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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unsere Seele. Die Oesetze der Natur und die Ideen unseres Oeintes sind nur einige seiner Offenbarungen. Die Welt hat eine geheimnisvolle Tiefe, die uns) trägt. Ehrfurcht und Liebe enthalten das heilige Geheimnis, sind Kräfte des Verstehens, rufen aber auch die Kräfte unserer Seele wach im Dienste unseres Gottes. Aus der Gottesliebe erhejbt sich die Menschenliebe, die unser Leben, die Manschenweit im Lichte Oottes sieht, liebt und ihrer Bestimmung entgegenführt. Der Menschheitsgedanke des Judentums fQhrt von Oott zum Menschen und gründet in * der Liebe. Der Wnschheitsgedarfke Kants führt vom Menschen zu'Gott und folgt aus der sittlichen Vernunft So sind Judentum und Käntische Philosophie in ihrem Ausgangspunkt so verschieden wie religiöse und sittliche .Kultur. Weil aber das Judentum die sittliche Tat des Menschen als entscheidende Bekundung seiner Oottesliebe fordert und die sittliche Freiheit nach Kant das Wesen des Menschen ist, das auf Gott hinweist, vereinigen sich Kant, Und das Judentum im Menschheitsgedanken der sittlichen Bestimmung des Menschen. ., Bericht über die Installation der „Schwäbischen Loge“ in Augsburg No. 975 des U. O. B. B. und 101 des Deutschen Distriktes.' Von Br. Joseph Au Schon vor 15 Jahren wurde von angesehenen Männern der Oroßloge sowie der bayerischen Logen Versuche unternommen, in Augsburg eine Ordensniederlassung zu gründen, ohne daß ihnen Erfolg beschieden war. Während in den übrigen bayerischen Oroßgemeinden das Ordensleben blühte, während in München und in Nürnberg der große Zustrom zur Gründung von weiteren Logen führte, standen in Augsburg Schwierigkeiten. und Hindernisse aller Art der Oründung entgegen, und ’ selbst als schon vor Jahresfrist ange«hene Männer die Oründung energisch in die Hand genommen hatten, wirkten die unangenehmen politischen Verhältnisse in Bayern hemmend auf die definitive Eröffnung der geplanten Loge. Nun ist das Welk glücklich unter Dach und Fach gebracht und die »Schwäbische Loge« am 13. April 1924 unter zahlreicher Beteiligung von auswärtigen, insbesondere Münchener und Nürnberger Brüdern, in sehr schöner und befriedigender Weise installiert worden. 37 neue Brüder und zwei, welche bereits dem Orden angehörten, bilden den Grundstock der jungen Loge. Der nimmermüde hochv rürdige Groß-; Präsident, Geheimer Justizrat Time idorfer, wollte selbst die Installation vornehmen und bei dieser Gelegenheit auch die übrigen bayerischen Logen mit seinem Besuch erfreuen. Leider wurde er in letzter Stunde durch Krankheit zu allgemeinem fseesser, Nürnberg. •> Bedauern an seinem Vorhaben verhindert und mußte den Br. Vizegroßpräsidenten Dr. Jeselsohn-.- Mahnheim mit seiner Vertretung betrauen.! Schon kurz nach der Ankunft wurde den auswärtigen Brüdern ein Genuß ganz, besonderer Art| geboten durch die Besichtigung der neuen Synagoge, welche in Bezug auf Architektur und sonstige innere und äußere Ausstattung ein herrliches Bauwerk ist. Beim. Eintritt in das Ootteshaus ertönte Orgelklang, worauf Br. Rabbiner Dr. Orünfeld sowie Synagogenvorsteher Albert bann die nötigen Erklärungen abgäben. Die akademische Feier nahm unter Leitung . des Br. Vizegroßpräsidenten Dr. Jeselsohn, der die neuen Brüder einführte und auch die Zeichen- . erklärung abgab, einen!wundervollen Verlauf. Aus der gedankenreichen Rede des Genannten über die Ideale des Ordens und über die Pflichten und Aufgaben der neuen Brüder seien hier nur einige Punkte wiedergegeben: . . " Bei der Aufnahme in den Orden *ist nicht die Macht des Reichtums und der sozialen-Stellung maßgebend, sondern die Macht des Charakters sowie die Aristokratie des Herzens. Wir haben nach dem Kriege unsere Hauptsorge darauf gerichtet, die Stabilisierung unserer Währung vofzunehmen, und die Stabilisierung der Moral und des Charakters ist dabei verloren gegangen. Wir können die Andersgläubigen nicht zur Liebe 45